Repräsentativerhebung 2019

Auswertung nach Stadtteilen und soziodemografischen Merkmalen

Im Jahr 2019 hat die Landeshauptstadt Hannover nach zuletzt 2015 in einer Repräsentativerhebung die Einwohner*innen Hannovers nach ihren Einstellungen zu zahlreichen stadtentwicklungsrelevanten Themen befragt. Rund 6.500 Personen haben den Fragebogen schriftlich beantwortet. Nachdem Anfang dieses Jahres die stadtweiten Ergebnissen der Befragung veröffentlicht wurden, liegt nun eine differenzierte Auswertung auf der räumlichen Ebene der Stadtteile und nach soziodemografischen Merkmalen wie Geschlecht, Alter und Haushaltseinkommen vor.

Schrägaufnahme von Hannover mit Blick auf das Neue Rathaus, die Südstadt und den Maschsee.

Die zentrale Frage "Wie gerne leben Sie in Hannover?" wird von Männern wie Frauen fast gleich positiv beantwortet: 90 Prozent der Frauen und 89 Prozent der Männer leben "sehr gern" oder "gern" in Hannover. Beim Alter gibt es einen klaren Zusammenhang mit der Zufriedenheit: Je älter die Befragten, desto lieber leben sie in Hannover. Eigentümer*innen von Wohnimmobilien (92 Prozent) sind etwas zufriedener als Mieter*innen (87 Prozent), und Personen mit sehr geringem Einkommen sind unzufriedener als solche mit sehr hohem.

Die Stadtteile mit der höchsten Zufriedenheit 

Befragt nach der persönlichen Wohn- und Lebensqualität im eigenen Stadtteil erreicht der Stadtteil Zoo mit 97 Prozent der Antworten "sehr gut" oder "gut" den Spitzenwert. Es folgen Waldhausen, Kirchrode, Südstadt und Döhren. Diese höchste Zufriedenheit in gutsituierten Stadtteilen spiegelt sich in der Zufriedenheit nach Einkommen: Die Zufriedenheit im eigenen Stadtteil steigt grundsätzlich mit steigendem Einkommen. Die wenigsten Antworten "sehr gut" oder "gut" für die Wohn- und Lebensqualität im Stadtteil gibt es in Mühlenberg (lediglich 39 Prozent) und Hainholz (44 Prozent). Auch Bornum, Stöcken und Sahlkamp schneiden hier unterdurchschnittlich ab.

Vorteile des eigenen Stadtteils

  • Befragt nach den Vorteilen des eigenen Stadtteils als Wohngebiet wird eine ruhige Lage überdurchschnittlich oft von älteren Menschen ab 75 Jahre benannt. Auch die Nähe von Grün- und Erholungsflächen sind älteren Menschen wichtiger als jungen Menschen. Gute medizinische Versorgung wird am seltensten als Vorteil von Student*innen oder Personen in Ausbildung und generell von jungen Menschen genannt.
  • Eine gute Verkehrsanbindung konstatieren überdurchschnittlich viele 65- bis 74-Jährige, dagegen unterdurchschnittlich viele Selbstständige und Personen mit sehr hohem Einkommen. Überdurchschnittlich häufig wird eine gute Verkehrsanbindung in Leinhausen (40 Prozent aller Antworten) und Misburg-Süd (37 Prozent) genannt. In Wülferode nannten dagegen nur fünf Prozent der Befragten eine gute Verkehrsanbindung als Vorteil des Stadtteils. Dafür wird nirgendwo häufiger die ruhige Lage als Vorteil benannt als in Wülferode (38 Prozent der Antworten). Befragte aus Waldhausen, Waldheim und Ricklingen nennen besonders häufig die Vorteile der Nähe von Grün- und Erholungsflächen, solche Leinhausen, Vahrenwald und Hainholz am seltensten.
  • Spitzenwerte für die Nennung des Vorteils gute Nachbarschaft, Sozialstruktur gibt es in Wülferode (16 Prozent) und Waldheim (12 Prozent). Gute kulturelle Angebote im Stadtteil gibt es am häufigsten nach Einschätzung der Befragten in Linden-Nord (13 Prozent aller Nennungen) und Linden-Mitte (sieben Prozent). Auch gute gastronomische Angebote werden in Linden-Nord am häufigsten genannt, gefolgt von Linden-Mitte und der Nordstadt. Eine gute Wohnqualität/städtebauliche Qualität wird in Waldheim (acht Prozent der Antworten) und Isernhagen-Süd am häufigsten als Vorteil im eigenen Stadtteil genannt, vor Linden-Mitte.

Nachteile des eigenen Stadtteils

  • Bei den Nachteilen des eigenen Stadtteils wird der insgesamt am häufigsten genannte Themenkomplex "Lärm, Verkehr, Baustellen" überdurchschnittlich häufig von 65- bis 74-Jährigen sowie Rentner*innen aufgeführt. Wenig Parkplätze und Parkprobleme führen häufiger Alleinlebende und Mieter*innen auf, seltener ältere Menschen ab 65 Jahre und Eigentümer*innen von Wohnimmobilien. Unsicherheit, Kriminalität wird von Studierenden/Personen in Ausbildung am seltensten als Nachteil im eigenen Stadtteil wahrgenommen (3 Prozent aller Antworten). Teurer Wohnraum betrifft relativ am seltensten Personen ab 75 Jahre, Rentner*innen und Eigentümer*innen.
  • Zu wenig gastronomische Angebote im eigenen Stadtteil nennen Personen mit dem Schulabschluss Volks- oder Hauptschulabschluss am seltensten, Personen mit hohem Haushaltseinkommen am häufigsten. Einen Nachteil im Stadtteil durch "zu viele Ausländer*innen" sehen Personen mit Volks- oder Hauptschulabschluss am häufigsten (neun Prozent der von ihnen genannten Nachteile), Studierende/Personen in Ausbildung mit nur ein Prozent am geringsten.
  • "Lärm, Verkehr, Baustellen" wird am häufigsten im Stadtteil Mitte als Nachteil betrachtet (36 Prozent aller Nennungen), am seltensten in Davenstedt (zwei Prozent). Parkprobleme werden besonders in der Südstadt (37 Prozent aller Antworten) und in der List (33 Prozent) als Problem benannt. Fehlende Sauberkeit, Schmutz werden insbesondere in Linden-Süd, Linden-Mitte und der Nordstadt bemängelt.
  • Fehlende Einkaufsmöglichkeiten werden am häufigsten in Lahe und Wülferode als Nachteil benannt, am seltensten in Linden-Mitte, in Mitte, List und Linden-Nord. Die städtebauliche Qualität wird deutlich am häufigsten im Sahlkamp (19 Prozent) und Mühlenberg (15 Prozent) als Nachteil benannt. Waldhausen mit lediglich ein Prozent Nennungen schneidet hier am besten ab. Unsicherheit und Kriminalität werden mit Abstand im Sahlkamp (19 Prozent) und in Vahrenheide (16 Prozent) am häufigsten als Nachteile benannt. In Heideviertel, Bult, Seelhorst und Burg umfasst dieser Nachteil weniger als ein Prozent der genannten Nachteile des eigenen Stadtteils.
  • Zu hohe Mieten/teure Wohnungen werden vor allem in Kirchrode (17 Prozent), Linden-Mitte und Linden-Nord als Problem genannt. In zehn Stadtteilen nennen nicht einmal ein Prozent der Befragten diesen Nachteil, in sechs weiteren lediglich ein Prozent.
  • In Wülferode (32 Prozent) und Davenstedt (21 Prozent) wird eine schlechte Verkehrsanbindung am häufigsten benannt von allen Nachteilen. Wettbergen (19 Prozent) und Ledeburg/Nordhafen (17 Prozent) beklagen am häufigsten fehlende gastronomische Angebote, in Linden-Nord und Linden-Mitte macht dies weniger als 1 Prozent der benannten Nachteile des Stadtteils aus.
  • Fehlendes Grün oder schlechte Luft werden im Stadtteil Vinnhorst/Brink-Hafen von allen Stadtteilen als das größte Problem (14 Prozent) wahrgenommen, gefolgt von Mitte und Linden-Süd mit je 9 Prozent der Antworten.
  • Eine problematische Sozialstruktur wird vor allem in Mühlenberg (12 Prozent) und Vahrenheide gesehen, "zu viele Ausländer" in Mühlenberg, Sahlkamp (je 20 Prozent) und Vahrenheide. In neun Stadtteilen macht dieses Thema weniger als ein Prozent der Antworten aus, in sieben weiteren lediglich ein Prozent. Schlechte Infrastruktur schließlich wird vor allem im Stadtteil Burg (23 Prozent), im Heideviertel (17 Prozent) und in Davenstedt (15 Prozent) aufgeführt. Zehn Stadtteile führen dies nur zu ein oder unter ein Prozent der Antworten auf.