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Die Unterkunft in der Steigertahlstraße © LHH

Die Unterkunft in der Steigertahlstraße

Architektur

Auszeichnung für Flücht­lings­unterkunft Steigertahlstraße

Die Unterkunft im Stadtteil Linden-Nord ist in der Kategorie "Holzbau außer Landes" mit dem Vorarlberger Holzbaupreis 2017 ausgezeichnet worden.

Die Unterkunft in der Steigertahlstraße © LHH

Die Unterkunft in der Steigertahlstraße

Die Jury des Vorarlberger Holzbaupreises begründet die Prämierung wie folgt: "Die zweigeschossige Wohnanlage mit 96 Zimmern für Flüchtlinge strahlt durch ihre Farbigkeit Optimismus und Zuversicht aus. Die serielle Fertigung ist in der Fassade ablesbar, ohne 'billig' zu wirken. Die U-förmige Anordnung der drei länglichen, doppelstöckigen Baukörper und dem als Gegenüber leicht aus der Mitte platzierten Gemeinschafts- und Verwaltungsbau spannen einen schönen Zwischenraum auf. Dieser lässt Begegnungen zu, ohne aufdringlich zu sein. Dies wird von der laubengangartigen Erschließung im oberen Stockwerk unterstützt. Die Wohneinheiten sind logisch und flexibel strukturiert. Die notwendige Einfachheit von Modulbauten ist vorhanden, jedoch subtil, direkt und mit einer warmen Ausstrahlung umgesetzt."

Holz als neuartiger Werkstoff beim Bau von Modulanlagen

Die Flüchtlingsunterkunft in der Steigertahlstraße besteht aus drei zweigeschossigen Wohngebäuden und einem zweigeschossigen Gemeinschafts- und Verwaltungsgebäude. Bei dem Bau der Modulanlage wurde erstmals der Werkstoff Holz anstelle von Stahl verwendet. Dieser ist nachhaltig und verhältnismäßig günstig in der Anschaffung. Die einzelnen Holzmodule stammen aus dem Vorarlberg in Österreich. Sie sind aus Brettsperrholz gefertigt worden – einer aus mehreren Schichten verleimten massiven Holzkonstruktion. Die Anforderungen an den Brand- und Schallschutz sind auch mit dieser Bauweise gewährleistet.

Gebäude auch für andere Nutzergruppen attraktiv

Im Wohngebäude sind die Zimmer der Flüchtlinge zu Wohneinheiten von jeweils drei oder fünf Zimmern mit eigenem Bad zusammengefasst worden. Als zentraler Raum ist die Wohnküche vorgesehen, die gleichzeitig auch der Erschließung der Wohnung dient. Statt Treppenhaus oder Flur gibt es im Erdgeschoss eine direkte Verbindung von der Haustür zum Außenbereich. Die Wohnungen im Obergeschoss sind über einen vorgestellten Laubengang erschlossen, der gleichzeitig als Rettungsweg dient. Die Grundrisse wurden so entworfen, dass sie grundsätzlich auch für andere Nutzergruppen zu Wohnzwecken attraktiv sind. Im Gemeinschafts- und Verwaltungsgebäude gibt es im Erdgeschoss einen großen und einen kleinen Gruppenraum sowie einen Raum für den Pfortendienst. Im Obergeschoss befinden sich drei Büroräume für SozialarbeiterInnen und ein weiterer Gruppenraum.

Über den Vorarlbeger Holzbaupreis

Der Vorarlberger Holzbaupreis wurde 2017 zum zwölften Mal vom Verein "vorarlberger holzbau_kunst" vergeben. Das diesjährige Motto lautete "Umdenken mit Holz". Ziel des Architekturwettbewerbes ist es, im Sinne des ökologischen Gedankens den Einsatz von Holz im Bau zu forcieren und zu fördern. Die Jury zählte rund 140 Einreichungen. Ausgezeichnet werden die Projekte in sieben Kategorien: Mehrfamilienhaus, Sanierung, Öffentlicher Bau, Einfamilienhaus, Sonstiges, Außer Landes sowie Ökologie und Nachhaltigkeit. Bei der Bewertung spielten vor allem die Kriterien Architektur, Holzbautechnologie/-handwerk und Ökologie eine Rolle.

Vielseitiger Entstehungsprozess

Die Planung dieser Flüchtlingsunterkunft ist eine Gemeinschaftsarbeit des städtischen Gebäudemanagements mit externen Büros unter intensiver Beteiligung des Baudezernates. MOSAIK Architekten (Hannover) wurde dabei von verschiedenen Partnerunternehmen unterstützt. Der Auftragsvergabe ging eine öffentliche europaweite Ausschreibung voraus. Die Ausführung oblag der Kaufmann Baussysteme GmbH (Reuthe, Österreich). Die Tragwerksplanung wurde von der merz kley partner ZT GmbH (Dornbirn, Österreich) übernommen.