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"Frauen machen Standort"

Auszeichnung für nachhaltige Bio-Bäckerei

Der diesjährige Stadt-Hannover-Preis geht an Ruth Scharwies und das Unternehmen Backwerk – Demeter-Bäckerei: In einem Pressegespräch haben die Erste Stadträtin, Wirtschafts- und Umweltdezernentin Sabine Tegtmeyer-Dette, die städtische Gleichstellungsbeauftragte Friederike Kämpfe und Cornelia Klaus, als Sprecherin der Jury, am 29. Oktober die Preisträgerin verkündet. Der Preis wird Scharwies im Rahmen des Wirtschaftsempfangs verliehen. 

Vier Frauen bei der Bekanntgabe der Preisträgerin des Stadt-Hannover-Preises © LHH

Cornelia Klaus (hannoverimpuls, Sprecherin der Jury), Friederike Kämpfe (Gleichstellungsbeauftragte) und Sabine Tegtmeyer-Dette (Erste Stadträtin und Wirtschafts- und Umweltdezernentin) mit der Preisträgerin Ruth Scharwies (v.l.)

Der Stadt-Hannover-Preis 2018 geht in diesem Jahr an Ruth Scharwies und das Unternehmen Backwerk - Demeter-Bäckerei. Scharwies leitet als Betriebswirtin des Handwerks zusammen mit Bäckermeister Christian Lecht den 1999 gegründeten Backhandwerksbetrieb, der die einzige Demeter-zertifizierte Bäckerei in Hannover ist und Bio-Backwaren in hoher Qualität unter Beachtung von Nachhaltigkeitsgrundsätzen herstellt. Diese Bäckerei ist nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Selbstbedienungs-Backshop "BackWerk", der allein in Deutschland mit hunderten Franchise-Filialen vertreten ist. Die städtische Gleichstellungsbeauftragte Friederike Kämpfe: "Mit der Auszeichnung für ihre Tätigkeit als Geschäftsführerin von Backwerk reiht sich Ruth Scharwies ein in die Erfolgsgeschichte des Stadt-Hannover-Preises 'Frauen machen Standort'. In diesem Jahr wird der Preis zum 17. Mal verliehen und es zeigt sich wieder einmal, wie Unternehmerinnen den Standort Hannover gestalten – nachhaltig, mit einem Blick für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie und für Geschlechtergerechtigkeit." Für Ruth Scharwies eine große Ehre. "Der Stadt-Hannover-Preis ist eine großartige Anerkennung und ich freue mich sehr darüber, die diesjährige Preisträgerin zu sein. Besonders freut mich, dass der Preis nicht eine einmalige Höchstleistung, eine Momentaufnahme auszeichnet, sondern den Fokus gleich auf mehrere Kriterien wie Nachhaltigkeit, Wirtschaftlichkeit, Geschlechtergerechtigkeit richtet – alles Werte, die ich in unserem Familienunternehmen seit Jahren tagtäglich in die Tat umsetze", so die Preisträgerin.

Eine vielfach ausgezeichnete Bäckerei

Die Demeter-Bäckerei in Hannovers Südstadt steht für kerngesunde, bekömmliche und geschmackvolle Backwaren. Der Betrieb wurde bereits mehrfach ausgezeichnet, beispielsweise erhielt Backwerk als Teilnehmer der Ökoprofit-Einsteiger-Runde 2004 für die Teilnahme an Workshops und Beratungsterminen die Auszeichnung als "Ökoprofit-Betrieb Hannover 2004" von Stadt und Region Hannover. Die guten Brote, Brötchen und Kuchenstücke gibt es oft ofenwarm direkt aus der Backstube hinter dem kleinen Verkaufsladen oder in einigen Bio- und Naturkostläden sowie am Stand vom Gut Adolphshof auf den Bauern- und Wochenmärkten von Hannover. Beliefert werden unter anderem auch die Schlossküche Herrenhausen, ein Schulkiosk und eine Catering-Firma für Kindertagesstätten. Hierfür sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bäckerei mit einem Erdgasauto und dem Lastenrad unterwegs . Die nötigen Rohstoffe stammen ausschließlich aus ökologischem Anbau und werden von bäuerlichen Betrieben aus der Region und vom Bauckhof bei Uelzen bezogen. Dabei wird auf jegliche künstliche Zusätze verzichtet und nur mit Meersalz gewürzt. Fast alle Brote sind laktose- und zuckerfrei sowie für Veganerinnen und Veganer geeignet. Allergikerinnen und Allergiker finden im Geschäft individuelle Ernährungsberatung.

Bei Backwerk erobern sich Frauen einen Platz

Zu den 16 Angestellten gehören zehn Frauen. Als Ausbildungsbetrieb konnten unter anderem auch Frauen im Backwerk das Handwerk erlernen. Zwei weibliche Auszubildende waren bei Beginn der Ausbildung bereits 35 Jahre alt oder älter. "Das ist Zukunftsorientierung und ein echtes Vorbild in der Wirtschaft. Die ausgezeichnete Unternehmerin fördert mit neuen Arbeitsmodellen Frauen in der Ausbildung des Bäckerhandwerks", betonte Cornelia Klaus, Bereichsleiterin Gründerinnen-Consult Hannover (hannoverimpuls) als Sprecherin der Jury.

Neuer Produktionsstandort für 2020 geplant

Das Preisgeld von 10.000 Euro will Ruth Scharwies für den Aufbau einer neuen Website verwenden. Durch die professionelle Umgestaltung des Logos und des Internet-Auftrittes sollen junge Menschen für das Bäckerhandwerk begeistert und gewonnen werden. Die Ausweitung der Produktion und ein neuer Produktionsstandort ist für 2020 in den Hannover Docks in Limmer geplant. Dort ensteht auf einer alten Industriebrache ein ökologisches Gewerbehaus. Geplant ist der Umzug und die Erweiterung der Produktion, der Laden in der Südstadt bleibt als Standort erhalten.

Ehrung beim Wirtschaftsempfang

Der Preis wird Scharwies im Rahmen des Wirtschaftsempfangs am Abend des 29. Oktober verliehen. "Der Wirtschaftsempfang ist ein guter Rahmen für die Verleihung des Stadt-Hannover-Preises und vor allem für die Vorstellung der Gewinnerin. Mit diesem Preis werden erfolgreiche Unternehmerinnen ausgezeichnet, die zudem anderen Frauen die Möglichkeit zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie geben. Hier hat sich mittlerweile viel getan, aber immer noch sind Frauen zögerlicher, sich selbständig zu machen und ein Unternehmen zu gründen. Mit dem Preis wollen wir Frauen Mut zur Selbständigkeit machen", sagt Sabine Tegtmeyer-Dette, Hannovers Erste Stadträtin und Wirtschafts- und Umweltdezernentin. Der Wirtschaftsempfang 2018 steht unter dem Titel "Internationalisierung als Wachstumsmotor für den Standort Hannover". Zu diesem Thema wird es auch eine Podiumsdiskussion geben.

Über den Stadt-Hannover-Preis 

Der Stadt-Hannover-Preis "Frauen machen Standort" (SHP) zeichnet Frauen aus, die einen wertvollen Beitrag zur hannoverschen Wirtschaft leisten. Bewerben konnten sich Unternehmerinnen, Freiberuflerinnen, Geschäftsführerinnen und Frauen in Führungspositionen, die sich seit mindestens drei Jahren in der Landeshauptstadt Hannover erfolgreich am Markt behaupten, Bedingungen für eine geschlechtergerechte Unternehmenskultur und Arbeitsteilung schaffen und so die Vereinbarkeit von Familie und Beruf fördern, beispielsweise durch geeignete Arbeitszeitmodelle. Weitere Kriterien bei der Bewertung waren, inwiefern das Unternehmen zur Imagepflege der Landeshauptstadt Hannover beiträgt, Nachhaltigkeitsgrundsätze berücksichtigt sowie der Verwendungszweck des Preisgeldes. In diesem Jahr gab es 34 Bewerbungen aus den nachfolgenden Bereichen: Unternehmensberatung, Marketing, IT,  Einzelhandel, Onlinehandel, Architektur, Bauwesen, Landschaftspflege, Handwerk, Gesundheitswirtschaft, Pflege,Kunst, Kultur, Kommunikation, Bildung, Design (Mode/Grafik), Versicherungen, Recht.