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Notprogramm für Obdachlose

Besondere Vorkehrungen für den Winter

Angesichts der Temperaturen um den Gefrierpunkt gilt in Hannover derzeit die sogenannte "Winterregelung" für Obdachlose. In diesem Rahmen wurden zudem kurzfristig Schlafplätze im ehemaligen Möbelmarkt an der Straße Alter Flughafen geschaffen – hierbei handelt es sich um eine als Reserve vorgehaltene, aktuell leer stehende Flüchtlingsunterkunft.

Im Normalfall stehen für männliche Einzelpersonen etwa 40 bis 50 Notschlafplätze in der Wörthstraße und vier in der Schulenburger Landstraße zur Verfügung. Für weibliche Einzelpersonen gibt es am Vinnhorster Weg bis zu 10 Notschlafplätze. Darüber hinaus gibt es über das Stadtgebiet verteilt über 200 reguläre Einrichtungen, vor allem Wohnungen sowie einige Gemeinschaftsunterkünfte.

Stand Anfang 2017 leben rund 1.120 obdachlose Personen in städtischen Unterkünften. Diese Zahl ist im Laufe der vergangenen Jahre im Durchschnitt um ca. 10 Prozent pro Jahr angestiegen.

Gesetzliche Grundlage

Die gesetzliche Grundlage für die Unterbringung von Obdachlosen ist das "Niedersächsisches Gesetz über die öffentliche Sicherheit und Ordnung (Nds. SOG)". Demnach ist die Verwaltung dazu verpflichtet, Menschen unterzubringen, die Obdachlosigkeit geltend machen.

Wer aus eigenen Kräften keine Unterkunft finden kann, sollte sich umgehend an den städtischen Bereich Stadterneuerung und Wohnen wenden. Hier versucht man in jedem Fall zu helfen und eine Wohnmöglichkeit zu finden. Je nach Situation können verschiedene Möglichkeiten in Betracht kommen, z.B. eine Vermittlung auf dem allgemeinen Wohnungsmarkt, eine vorübergehende Wiedereinweisung in die bisherige Wohnung oder auch die vorläufige Zuweisung einer städtischen Notunterkunft.

In der Stadt gibt außerdem ein Netzwerk tagestrukturierender Hilfsangebote (bspw. der Kontaktladen Mecki), das von der Verwaltung unterstützt wird. Die Stadt fördert dieses sogenannte "Notprogramm Obdachlosigkeit" mit derzeit 45.000 Euro, zu dem u.a. im Winter der Kältebus der Johanniter gehört.

Was ist im Notfall zu beachten?

Ungeachtet dessen, dass es keine festgelegten Regeln zum Umgang mit obdachlosen Menschen gibt, ist es natürlich angebracht, aufmerksam zu sein und diese Personen im Notfall anzusprechen und gegebenenfalls den Rettungsdienst zu alarmieren.

Gemäß Verordnung über die öffentliche Sicherheit und Ordnung in der Landeshauptstadt Hannover ist es verboten, im öffentlichen Straßenraum zu übernachten. Darauf achtet die Stadtverwaltung bei regelmäßigen Kontrollgängen. Das Vorgehen ist allerdings behutsam. Es werden nicht in jedem Fall Platzverweise erteilt, dies erfolgt nur dann, wenn beispielsweise der Fußweg blockiert wird oder sonstige Probleme wie Vermüllung festgestellt werden.

Obdachlose Menschen, die aus persönlichen Gründen keine Hilfs- oder Unterbringungsangebote annehmen möchten, können grundsätzlich nicht dazu verpflichtet werden.

(Veröffentlicht am 17. Januar 2017)