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Housing First

Ein Zuhause für Wohnungslose in Vahrenwald

Am 8. Mai wurde im Karl-Imhoff-Weg der Grundstein für fünfzehn Mietwohnungen für Wohnungslose gelegt. Die Stiftung EIN ZUHAUSE errichtet die Mietwohnungen nach dem "Housing First"-Prinzip. Im Dezember 2018 hatte der Rat der Landeshauptstadt Hannover beschlossen, ein "niedrigschwelliges Wohnangebot" für Wohnungslose zu ermöglichen. Die Stadt hat das Erbpachtgrundstück in Vahrenwald dafür zur Verfügung gestellt.  

Der Personen bei einer Grundsteinlegung. © Hans Schaper

Vlnr: Prof. Dr. Eckart Güldenberg (Stiftung EIN ZUHAUSE), Oberbürgermeister Belit Onay und Nadine Otto (Geschäftsführerin Gundlach Bau) bei der Grundsteinlegung am 8. Mai.

Für die Finanzierung werden Mittel der sozialen Wohnraumförderung von Land, Stadt und Region bereitgestellt. Entworfen wurde das Projekt von dem hannoverschen Büro MOSAIK Architekten BDA in Kooperation mit dem Freiraumplanungsbüro GrünPlan. Das Bauunternehmen Gundlach GmbH & Co KG errichtet das Gebäude als Generalübernehmer.

Stiftungsvorsitzender Güldenberg: "Mit dem 'Dach überm Kopf' soll eine stabile Basis geschaffen werden"

"Wir freuen uns sehr, dass wir der Stadt und der Region Hannover in diesem wichtigen sozialen Projekt als Partner zur Seite stehen können. Mit dem 'Dach überm Kopf' soll eine stabile Basis geschaffen werden, von der aus die unterschiedlichen Probleme der Bewohner*innen mithilfe individueller Betreuung angegangen werden können", sagte Professor Eckart Güldenberg, Vorsitzender der Stiftung EIN ZUHAUSE im Rahmen der Grundsteinlegung.

OB Onay: "Ein wichtiger Schritt zur Verbesserung der sozialen Infrastruktur in Hannover" 

"Mit dem Bau dieser Wohnungen gelingt  uns ein wichtiger Schritt zur Verbesserung der sozialen Infrastruktur in Hannover. Dieses neue Konzept zum Abbau von Wohnungslosigkeit setzt hier punktgenau an, denn es kombiniert zwei wichtige Bereiche - Wohnen und individuelle Betreuung. Ich freue mich sehr, dass die Stadt in der Stiftung EIN ZUHAUSE einen guten und kompetenten Partner für die Umsetzung des Ratsbeschlusses gefunden hat und dass wir hierbei von der Evangelischen Kirche, der Diakonie sowie zahlreichen Spender*innen unterstützt werden", sagte Oberbürgermeister Belit Onay während der Veranstaltung. 

Pastorin Kreisel-Liebermann: "Ein Zeichen für das Gebot der Nächstenliebe"

"Die heutige Grundsteinlegung setzt ein Zeichen dafür das Gebot der Nächstenliebe und das Menschenrecht, ein Dach überm Kopf zu haben. In der Zeit der Corona-Pandemie wird sichtbar, dass die Armen in Deutschland und weltweit am meisten leiden. Wohnungslose können ja gar nicht Zuhause bleiben!“,  sagte Marktkirchenpastorin Hanna Kreisel-Liebermann. "Ich danke allen Beteiligten für ihr großartiges Engagement und möchte in der Öffentlichkeit für dieses soziale Konzept und weitere finanzielle Unterstützung  werben", so Güldenberg weiter.

So funktioniert "Housing First"

Das "Housing First"-Konzept sieht in der Umsetzung wie folgt aus: Wohnungen werden von der Sozialen Wohnraumhilfe gGmbH an Wohnungslose mit üblichem Mietvertrag vermietet. Das "Housing First"-Konzept soll durch individuelle Betreuungsangebote eine beschleunigte Stabilisierung und nachhaltige Integration der ehemals Wohnungslosen ermöglichen und dadurch auch zu Kosteneinsparungen der öffentlichen Hand führen. "Von den Erfahrungen, die die Beteiligten mit dem Modellprojekt sammeln, erhoffen wir uns die Übertragung auf weitere Projekte", so Güldenberg.  Dafür wird eine Evaluierung durch wissenschaftliche Begleitung vorbereitet. 

Finanzierung durch Mittel der sozialen Wohnraumförderung von Land, Stadt, und Region 

Für die Finanzierung der 15 Mietwohnungen werden Mittel der sozialen Wohnraumförderung von Land, Stadt und Region in Anspruch genommen. Kleine und größere Spenden in Höhe von bisher etwa einer halben Million Euro sichern das notwendige Eigenkapital. Diese Finanzierung sowie die Beschränkung auf geringe Wohnflächen und geschickte Grundrisse ermöglichen langfristig niedrige Mieten. "Jeder andere Investor kann zu den gleichen Gemeinwohl orientierten Bedingungen bauen und vermieten", so Güldenberg. "Die Herausforderung bestand darin, auf einem kleinen, schmalen Grundstück Wohnungen mit geringer Wohnfläche und dennoch hoher Wohnqualität zu entwerfen", erläuterte Architekt Kay Marlow.

Vielfältige Unterstützung für das Modellprojekt

"Für Gundlach ist dies ein wichtiges Projekt. Unser Unternehmen setzt sich seit langem auch mit eigenen Projekten für die Bekämpfung von Wohnungslosigkeit ein und freut sich, seine Erfahrungen einbringen zu können", unterstrich Geschäftsführerin Nadine Otto. Das Modellprojekt, angemessene Wohnungen mit individueller Betreuung für Wohnungslose zu kombinieren, wird von der öffentlichen Hand, der Evangelischen Kirche, der Diakonie sowie zahlreichen Spender*innen unterstützt.