Klärwerk Herrenhausen

Einweihung einer neuen Energiezentrale für rund 42 Millionen Euro

Die Stadtentwässerung Hannover hat am 20. Juli eine neue, rund 42 Millionen Euro kostende Energiezentrale für das Klärwerk Hannover-Herrenhausen in Betrieb genommen. Jährlich können die vier darin untergebrachten Blockheizkraftwerk-Module (BHKW) etwa zehn Gigawattstunden Strom erzeugen, es trägt damit erheblich zu Verbesserung der Energieeffizienz bei. Im Rahmen des Projektes wurden die Energiezentrale der Kläranlage und ein 4.000 Kubikmeter fassender Gasspeicher einschließlich aller Nebenanlagen errichtet. Die Anlagen reinigen das gewonnene Gas und die Blockheizkraftwerke wandeln es in elektrische Energie um. Die gleichzeitig entstehende Abwärme wird später auch die neuen Faultürme beheizen. Damit können künftig bis zu 85 Prozent des Strombedarfs und 100 Prozent des Wärmebedarfs des gesamten Großklärwerks gedeckt werden. Die neue Energiezentrale ist in rund fünfjähriger Bauzeit entstanden.

Ratsmitglied Wilfried Engelke, Erste Stadträtin und Wirtschafts- und Umweltdezernentin Sabine Tegtmeyer-Dette und Matthias Görn, Betriebsleiter der Stadtentwässerung Hannover. 

"Wir wollen Hannover als Stadt mit hoher Lebensqualität in die Zukunft führen. Dazu gehören Investitionen in moderne Technologien, Projekte zur Förderung der Energiewende und Stärkung der kommunalen Infrastruktur. Die neue und moderne Energiezentrale der Stadtentwässerung ist ein wichtiger Schritt auf diesem Weg", betonte Sabine Tegtmeyer-Dette, Erste Stadträtin und Wirtschafts- und Umweltdezernentin der Landeshauptstadt Hannover.

Stadtentwässerungs-Leiter Görn: "Die neue Anlage könnte 2.500 Haushalte im Jahr mit Strom versorgen"

"Wir investieren in moderne Technik, um möglichst viel Strom selbst zu produzieren. Mit der neuen Technik können wir einen wesentlichen Teil unseres Strombedarfes selbst decken und die Energieeffizienz deutlich steigern. Klärwerke der Zukunft müssen einen spürbaren Beitrag zur Energiewende leisten. Die neue Anlage könnte 2.500 Haushalte im Jahr mit Strom versorgen", unterstrich Matthias Görn, Leiter der Stadtentwässerung Hannover.

Fertigstellung des Gesamtprojektes endet 2027

Auf dem Gelände des Klärwerks Herrenhausen entsteht in mehreren Bauabschnitten ein neues Energie- und Steuerungszentrum. Künftig werden die Schlammbehandlung, der Prozess der Gasgewinnung und Energieproduktion, die zentrale Leitwarte und die Steuerung zusammengeführt sein. Der nun abgeschlossene erste Bauabschnitt ist Bestandteil dieses Projektes. Die Fertigstellung des etwa 189 Millionen Euro umfassenden Gesamtprojektes endet mit dem Rückbau der Altanlage spätestens 2027. Symbolisch und zugleich eindrucksvoll war zuletzt die Errichtung der beiden neuen Faultürme sowie des Treppenturms in besonderer Schalungsbauweise.

Moderne Technik hält Energieverluste gering

Die Technik erfüllt neueste Anforderungen, hält Energieverluste gering und verfügt über modernste Einrichtungen zur Abgasreinigung sowie Energierückgewinnung. Zugleich kennzeichnen Zuverlässigkeit, Robustheit und die Kombination aus Strom- und Wärmeerzeugung die neue Anlage. Voraussichtlich ab 2024 wird sich nach Inbetriebnahme der neuen Faulanlage auch die Gasproduktion erhöhen, wodurch noch mehr elektrische Energie bereitgestellt werden kann.

Innovative Energiekonzepte als Beitrag zur Klimaneutralität

Das Gesamtprojekt ist Bestandteil der langfristigen Ausrichtung der Stadtentwässerung Hannover. Bis 2035 sollen rund zwei Milliarden Euro in den Ausbau und die Modernisierung des Kanalnetzes, Erneuerungen der Pumpwerke sowie umfassende Baumaßnahmen an den Klärwerksstandorten Herrenhausen und Gümmerwald umgesetzt werden. Diese Investitionen sind notwendig, um die langfristige Entsorgungssicherheit zu gewährleisten und die Wasserqualität und Aufbereitung der Abwässer von derzeit rund 750.000 Menschen im Stadtgebiet und Umlandgemeinden sicherzustellen. Darüber hinaus beschäftigte sich die Stadtentwässerung mit innovativen Energiekonzepten, die einen Beitrag zur Klimaneutralität der Landeshauptstadt Hannover leisten können.