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Provenienzforschung

Erben sollen Aquarell zurückerhalten

Das Aquarell von Karl Schmidt-Rottluff "Marschlandschaft mit rotem Windrad" (1922) soll restituiert und damit an die Erben von Max Rüdenberg zurückgegeben werden. Die Stadt Hannover folgt damit einer Empfehlung der Limbach-Kommission.

Karl Schmidt-Rottluff; Marschlandschaft mit rotem Windrad (Das Windrad) 1922; Aquarellfarbe auf Papier; 49 x 65,1 cm © Sprengel Museum Hannover

Karl Schmidt-Rottluff; Marschlandschaft mit rotem Windrad (Das Windrad) 1922; Aquarellfarbe auf Papier; 49 x 65,1 cm

Der Restitutionsfall war nach längerem Kontakt der Landeshauptstadt Hannover und den Erben und Anspruchstellern auf Restitution im August 2015 der Limbach-Kommission vorgelegt worden, da beide Parteien unterschiedlicher Auffassung darüber waren, welche Belege als Nachweis der Eigentümerschaft an dem fraglichen Aquarell als beweiskräftig gelten können.

Das Aquarell war 1969 durch Schenkung von Dr. Bernhard Sprengel in das Eigentum der Landeshauptstadt Hannover gelangt und ist seit Ende der 1970er Jahre Bestandteil der "Sammlung Sprengel" im Sprengel Museum Hannover.

"Es war richtig, dass sich die Stadt Hannover gemeinsam mit dem Antragsteller geeinigt hat, die Entscheidung über die Provenienz des Aquarells 'Marschland mit rotem Windrad' der Expertise des Deutschen Zentrums Kulturgutverluste zu überlassen", erläutert Kulturdezernent Harald Härke. Härke wird nun der Empfehlung der Kommission folgen und dem Rat der Stadt Hannover vorschlagen, der Restitution des Aquarells von Karl Schmidt-Rottluff "Marschlandschaft mit rotem Windrad" (1922) an die Erben von Max Rüdenberg zuzustimmen.

Oberbürgermeister begrüßt Klarheit nach Kommissionsempfehlung

Die Beratende Kommission für die Rückgabe NS-verfolgungsbedingt entzogener Kulturgüter kommt in ihrer Empfehlung zu dem Schluss: "Vor diesem Hintergrund ist die Beratende Kommission zu der Überzeugung gelangt, dass Max Rüdenberg bzw. dem Ehepaar Rüdenberg das Aquarell 'Marschlandschaft mit rotem Windrad (Das Windrad)' von Karl Schmidt-Rottluff NS-verfolgungsbedingt entzogen worden ist. Sie empfiehlt deshalb der Stadt Hannover die Rückgabe an die Erben." Oberbürgermeister Stefan Schostok begrüßt die nun bestehende Klarheit: "Wir sind froh, dass die Provenienz des Aquarells 'Marschland mit rotem Windrad' von Karl Schmidt-Rottluff nun geklärt ist. Die Empfehlung der Beratenden Kommission für die Rückgabe NS-verfolgungsbedingt entzogener Kulturgüter ist für uns bindend – die Entscheidung des Rates vorausgesetzt."

Landeshauptstadt Hannover verarbeitet NS-Regime in der Erinnerungskultur

Die Verfolgung und das furchtbare Schicksal der Familie Rüdenberg durch das nationalsozialistische Regime hat die Landeshauptstadt Hannover stets anerkannt. Im Rahmen der städtischen Erinnerungskultur wurden zudem Stolpersteine verlegt und eine Ausstellung zu Kindertransporten realisiert. Nach der Zustimmung der Restitution durch den Rat in einer seiner nächsten Sitzungen wird das Aquarell "Marschlandschaft mit rotem Windrad" in angemessener Form an die Familie Reynolds übergeben. Der Antragsteller Vernon Reynolds überlebte den Krieg durch einen der Kindertransporte.

Zur Historie von der Anspruchstellung

Die offizielle Anspruchstellung an die Stadt Hannover erfolgte durch die RA-Kanzlei Markus Stötzel, Marburg, mit Datum vom 22.04.2013 im Auftrag der Erbenfamilie nach Max und Margarethe Rüdenberg, Prof. Vernon Reynolds in England. Seither stand die Stadt Hannover in schriftlichem Austausch mit den Erben. Zu einem persönlichen Austausch mit den Anspruch stellenden Nachfahren der Familie nach Max Rüdenberg und der sie vertretenden RA-Kanzlei kam es im Sommer 2014 anlässlich der Verlegung eines zweiten Stolpersteines für die Familie und eines Besuches der Familie in Hannover. In den folgenden Monaten stand die Landeshauptstadt Hannover im Austausch zwecks Beratung zu inhaltlichen Fragen und weiteren Vorgehen mit den Stellen des Bundes für Provenienzforschung, dem Referat für Provenienzforschung - Staatsministerin für Kultur und Medien sowie der Arbeitsstelle für Provenienzforschung, ehemals bei den Staatlichen Museen zu Berlin, heute Deutsches Zentrum Kulturgutverluste (DZK) Magdeburg. Infolge des fortgesetzten weiteren schriftlichen Austausches mit den Anspruchstellern und der sie vertretenden RA-Kanzlei von Anfang 2015 vereinbarte die Stadt Hannover in einem gemeinsamen Gespräch mit den Erben nach Max Rüdenberg im Juli 2015, die Limbach Kommission beim DZK anzurufen. Dies erfolgte offiziell von Seiten der Landeshauptstadt Hannover im August 2015. Die Empfehlung der Limbach-Kommission wurde am 10. Januar 2017 auf der Website des Deutschen Zentrums Kulturgutverluste veröffentlicht.