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Sicherheit & Ordnung im öffentl. Raum

Ergebnisse des sechsten Bürger-Panels vorgestellt

Stadtkämmerer und Ordnungsdezernent Dr. Axel von der Ohe hat am 29. August die Ergebnisse des Bürger-Panels zum Thema "Sicherheit und Ordnung im öffentlichen Raum" vorgestellt.

Dr. Axel von der Ohe © LHH

Dr. Axel von der Ohe

"Die Ergebnisse der Befragung belegen die hohe Bedeutung der Themen Ordnung, Sicherheit und Sauberkeit und bestätigen damit den mit dem Konzept für Ordnung und Sicherheit im öffentlichen Raum eingeschlagenen Kurs. Zugleich erhalten wir aus dem Panel wichtige Vorschläge und Anregungen, die bei der weiteren Umsetzung berücksichtigt werden sollen", so von der Ohe.

Mit der sechsten Befragung waren die Teilnehmenden des Bürger-Panels gebeten worden, ihre Meinungen zum Thema Sicherheit und Ordnung im öffentlichen Raum mitzuteilen. Anlass für die Befragung war, dass auch in Hannover ein zunehmendes Bedürfnis nach Sicherheit und Ordnung im öffentlichen Raum vorhanden ist. Für die Stadtverwaltung war dies der Grund, das bisherige Handeln in diesem Bereich zu hinterfragen und den Veränderungsbedarf zu klären. Dies sollte und soll weiterhin im Dialog mit den Hannoveranerinnen und Hannoveranern geschehen. Das Bürger-Panel stellt dabei ein wichtiges Instrument dar, die Meinungen von Einwohnerinnen und Einwohnern in den Veränderungsprozess einfließen zu lassen.

Hoher Stellenwert von Sicherheit, Sauberkeit und Ordnung

Die Ergebnisse des sechsten Bürger-Panels bestätigen die hohe Bedeutung des Themas "Sicherheit" für die Hannoveranerinnen und Hannoveraner. 96,6 Prozent der Befragten entschieden sich dafür, "Sicherheit" als "sehr wichtig" oder "wichtig" zu bewerten (81,2 Prozent wählten "sehr wichtig"). Aber auch "Sauberkeit" (92,7 Prozent, davon 53,4 "sehr wichtig") und "Ordnung" (88,3 Prozent, davon 48,3 "sehr wichtig") wird ein hoher Stellenwert eingeräumt.

Hohes Sicherheitsempfinden tagsüber

Das Sicherheitsgefühl steht in einem starken Zusammenhang mit der Tageszeit. So fühlen sich tagsüber 84,9 Prozent der Befragten in ihrem eigenen Stadtteil "sehr sicher" oder "sicher". Für ganz Hannover geben 79,5 Prozent an, sich tagsüber "sehr sicher" oder "sicher" zu fühlen und in der Innenstadt sind es 66,1 Prozent.

Abends und nachts stellt sich die Situation anders dar, insbesondere hinsichtlich bestimmter Orte (z.B. Parks- und Grünanlagen, Parkhäuser/Tiefgaragen, U-Bahn-Haltestellen unterirdisch): Der eigene Stadtteil wird mit 57,7 Prozent noch von einer Mehrheit auch abends und nachts als "sehr sicher" oder "sicher" empfunden. Für "Hannover allgemein" (41,5 Prozent) ist es weniger als die Hälfte und für die "Innenstadt" (29,6 Prozent) weniger als ein Drittel der Teilnehmenden, die diese Einschätzung teilt. Für diese beiden Stadtbereiche wählt auch mehr als ein Drittel die Bewertung "teils-teils".

Besonders starkes Unsicherheitsgefühl von Frauen abends und nachts an konkreten Orten

Der Anteil der Frauen, der bestimmte Orte meidet, ist sowohl tagsüber als auch nachts höher als bei den befragten Männern: So meiden tagsüber 28,1 Prozent der Frauen "Tunnel/Unterführungen", bei den Männern sind es 10,6 Prozent. "Bestimmte Orte in der Innenstadt" meiden 29,1 Prozent Prozent der Frauen (Männer: 21,1 Prozent), den Raschplatz 31,4 Prozent (Männer: 25,0 Prozent).

Abends und nachts ist es dann sogar die überwiegende Mehrheit der Frauen, die bestimmte im Fragebogen abgefragte Orte meidet. Sehr hohe Werte für Orte, die von Frauen abends und nachts gemieden werden, beziehen sich auf: "Parks- und Grünanlagen" (82,9 Prozent), "Tunnel/Unterführungen" (82,2 Prozent), den Raschplatz (72,7 Prozent) und "bestimmte Orte in der Innenstadt" (58,0 Prozent).

Raschplatz und Steintorviertel

Der Raschplatz stellt nach Ansicht der Befragten einen deutlich unsicheren, stärker zu vermeidenden und unsaubereren Ort in Hannover dar als andere. Bei den ergänzenden Textangaben zur Konkretisierung der "bestimmten Orte in der Innenstadt" ist neben dem Raschplatz der am häufigsten gemiedene Ort, sowohl tagsüber als auch abends, für Männer und Frauen, das Steintorviertel (mehr als 50 Prozent der Textangaben zu dieser Frage beziehen sich darauf).

Bedeutung des eigenen Stadtteils – je vertrauter, desto positiver die Bewertung

Der eigene Stadtteil schneidet sowohl bei der Frage nach dem Sicherheitsgefühl als auch nach der Zufriedenheit mit der Sauberkeit besser ab als die Innenstadt und Hannover allgemein (Skala von 1 bis 5, wobei 1 "sehr sicher" und 5 "sehr unsicher" bedeutet). Im eigenen Stadtteil fühlt sich ein höherer Anteil der Befragten sicherer als in allen anderen Stadtgebieten (tagsüber: Mittelwert 1,8 für den eigenen Stadtteil gegenüber 2,2 in der Innenstadt und 2,0 in Hannover allgemein / abends und nachts: 2,4 gegenüber 3,1 und 2,8). So meiden "nur" 28,1 Prozent der Frauen abends und nachts "bestimmte Plätze im eigenen Stadtteil", aber 58 Prozent "bestimmte Plätze in der Innenstadt". Eine Mehrheit aller Befragten bewertet den eigenen Stadtteil auch sauberer als die Innenstadt oder Hannover allgemein (53,5 Prozent gegenüber 40,3 Prozent und 43,3 Prozent).

Mehrheit befürwortet eine Erhöhung der Präsenz von Polizei und städtischem Ordnungsdienst

Fast 60 Prozent der Befragten befürwortet eine Erhöhung der Präsenz der Polizei im Stadtgebiet (etwas mehr Männer als Frauen, deutlich mehr Ältere als Jüngere). Mehr als die Hälfte der Befragungsteilnehmenden spricht sich auch für eine Ausweitung der Präsenz der städtischen Ordnungsdienste (ohne Politessen) aus.

Die wichtigste Rolle spielt der Wunsch nach gesteigerter Präsenz der Polizei im öffentlichen Raum auch bei den textlichen Vorschlägen der Befragten zur Erhöhung der Sicherheit. Über 500 Personen machten Vorschläge hierzu, davon nannten fast 50 Prozent "mehr Polizei", gefolgt von der Forderung nach "mehr Sicherheitspersonal und städtischem Ordnungsdienst" (22,7 Prozent).

Große Zustimmung zu den Maßnahmen des Rates für Sicherheit und Ordnung

Die Meinung zur Präsenz von Polizei und städtischen Ordnungskräften deckt sich auch mit der Beurteilung der Maßnahmen des Rates durch die Befragten: Mit Ausnahme der "Neuregelung der Straßenmusik" (37,4 Prozent) erhalten alle Maßnahmen sehr hohe Zustimmungswerte. Der "Ausbau der Sicherheitspartnerschaft" und das "Untersagen des aggressiven Bettelns" werden von 85 Prozent befürwortet, der neue "städtische Ordnungsdienst" von 75 Prozent. Der Beauftragung eines "privaten Sicherheitsunternehmens" und der "Einrichtung eines Trinkraums" stimmen 59 und 58 Prozent zu. Die "Neuregelung der Straßenmusik" wird umso weniger befürwortet, je jünger die Befragten sind.

Sauberkeit in "öffentlichen Verkehrsmitteln allgemein" und im Hauptbahnhof am besten bewertet

Bei einem Vergleich der drei Stadtbereiche (Hannover allgemein, Innenstadt, eigener Stadtteil) schneidet der eigene Stadtteil bei der Zufriedenheit mit der Sauberkeit am besten ab. Nach konkreten Orten gefragt, fällt die Bewertung der Sauberkeit von "Straßen und Gehwege im eigenen Stadtteil" (Mittelwert 2,6) aber schlechter aus als die von "öffentlichen Verkehrsmitteln allgemein" und dem Hauptbahnhof (jeweils Mittelwert 2,4).

Es wurden auch viele Textvorschläge seitens der Panelteilnehmenden für die Erhöhung von Sauberkeit und Ordnung in Hannover gemacht. Am zahlreichsten genannt wurden: "Häufigere Reinigung im öffentlichen Raum", "mehr und bessere Mülleimer" sowie "mehr Kontrollen von Sauberkeit und Ordnung".

Störende Sachverhalte oder Personen – Häufigkeit des Vorkommens

Von 17 vorgegebenen Sachverhalten und Personengruppen sind die fünf von den Panelteilnehmenden als am stärksten störend benannten, die folgenden: "Hundekot auf Gehwegen", "Drogenabhängige oder Drogendealer", "Streitereien oder Schlägereien in der Öffentlichkeit", "Demolierte Haltestellen, Briefkästen, Papierkörbe etc." sowie "Unerlaubt abgestellter Sperrmüll".

Von diesen Sachverhalten wird nur der "Hundekot auf Gehwegen" auch "oft" im eigenen Umfeld genannt (64,2 Prozent, davon 34,0 Prozent "sehr oft"). Andere besonders störende Sachverhalte (z.B. "Drogendealer/Drogenabhängige" und "Schlägereien in der Öffentlichkeit") werden im Vergleich dazu deutlich seltener aufgeführt (21,4 Prozent und 13,9 Prozent "sehr oft" oder "oft".

Alle Ergebnisse samt Auswertung

Die Ergebnisse des Bürger-Panels sind auf der folgenden Seite abrufbar. Der Bericht enthält die Ergebnisse hauptsächlich in Form von Tabellen und Grafiken, allerdings sind auch mehrere Kapitel enthalten, die sich mit der Auswertung der Daten befassen:

Über das Bürger-Panel

Das Bürger-Panel Hannover besteht seit 2012. Es hatten sich auf Einladung des Oberbürgermeisters 2.850 Einwohnerinnen und Einwohner bereit erklärt, daran teilzunehmen. Von 2012 bis 2016 haben fünf Befragungen über das Bürger-Panel stattgefunden. Dabei wurden folgende Themen behandelt: Mobilität, außerschulische Bildung, Sport, Hannover 2030 sowie freiwilliges und ehrenamtliches Engagement.

Die letzte Neueinladung von Hannoveranerinnen und Hannoveraner erfolgte nach einer Zufallsauswahl aus dem Einwohnermelderegister im Oktober 2017. Es wurden 5.100 Menschen eingeladen und um Mitwirkung am Bürger-Panel gebeten. 900 Personen sind der Einladung gefolgt. Damit umfasst das Bürger-Panel derzeit 3.045 Teilnehmende.

Für die aktuelle Befragung über das Bürger-Panel, die am 9. März 2018 startete, wurden 2.962 Personen angeschrieben. Der Befragungszeitraum endete am 25. März 2018. 1.739 Befragte haben die Fragen beantwortet, deren Ergebnisse nun vorliegen. Dies entspricht einem Rücklauf von 58,7 Prozent. 85 Prozent der Befragten haben online und 15 Prozent per Post teilgenommen.