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Eilenriede

Förderung heimischer Frühblüher

Für die Ausbreitung hiesiger Frühblüher, gegen die Invasion von Neophyten: In einem Bereich der nördlichen Eilenriede parallel zur Kleestraße haben Mitarbeitende des städtischen Bereichs „Forsten, Landschaftsräume und Naturschutz“ im April auf kleineren Flächen den sogenannten "Wunderlauch" (Allium paradoxum) entfernt. Ziel der Maßnahme ist es, hiesigen Pflanzen wie Buschwindröschen, Lerchensporn und Aronstab mehr Platz zur Entfaltung zu geben.

Zwei Personen im Wald, die Pflanzen entfernen. © LHH

Die städtischen Mitarbeiterinnen Lena Grün und Carin Koska rupfen den Wunderlauch händisch aus dem Boden.

Heimische Frühblüher (Geophyten) werden im hannoverschen Stadtwald zum Teil erheblich durch nicht heimische, invasive Pflanzen (Neophyten) verdrängt. Insbesondere macht sich in der Eilenriede der aus dem Kaukasus stammende sogenannte "Wunderlauch" (Allium paradoxum) von Jahr zu Jahr stärker breit und lässt Lerchensporn, Buschwindröschen und Aronstab immer weniger Platz. Um Geophyten zu stärken, soll die Ausdehnung der Neophyten gebremst werden – insbesondere in Bereichen, in denen sie bislang nicht oder kaum vorkamen. 

Zusammenarbeit mit "Städte wagen Wildnis"

Mit am Start war auch das Team vom Projekt "Städte wagen Wildnis", das in enger Zusammenarbeit mit dem Forstbereich den Wildwuchs einheimischer Pflanzen auf mehreren Projektflächen in der Eilenriede fördert.

Projekt läuft seit 2016

Seit 2016 läuft das Projekt "Städte wagen Wildnis – Vielfalt erleben" in den drei Projektpartnerstädten Hannover, Frankfurt und Dessau. Ziel des Vorhabens ist, auf unterschiedlichen Projektflächen die Artenvielfalt im städtischen Raum zu erhöhen. In Hannover gehören zum Beispiel die Grünzüge Lindener Berg und Fösse zu den "Wildnisgebieten". Verschiedene Maßnahmen, wie extensive Beweidung mit Rindern und Schafen, ein spezialisiertes Mahdkonzept und Umweltbildungsaktionen werden auf den Flächen erprobt, um am Projektende im Jahr 2021 einen Leitfaden erstellen zu können, der anderen Kommunen bei der "Wildnisentwicklung" unterstützt. 

Förderung durch das Bundesamt für Naturschutz

Das Bundesamt für Naturschutz fördert das Projekt "Städte wagen Wildnis" mit 964.000 Euro, der Eigenanteil der Landeshauptstadt Hannover liegt bei 384.000 Euro. Die Veränderungen auf den Flächen werden regelmäßig durch die Leibniz Universität Hannover wissenschaftlich untersucht und ausgewertet.

Entwicklung mitverfolgen

Die Entwicklung der "Wildnisflächen" und die verschiedenen Aktionen in den drei Partnerstädten können auf der Projekthomepage (externer Link) mitverfolgt werden. 

Teil der kommunalen Biodiversitätsstrategie

Das Projekt fügt sich in die kommunale Biodiversitätsstrategie ein, die die Landeshauptstadt seit Jahren erfolgreich verfolgt. Schon im Jahr 2011 erhielt die Stadt im Rahmen eines Wettbewerbs die Auszeichnung "Bundeshauptstadt der Biodiversität" und ist zudem seit 2012 Mitglied im Bündnis "Kommunen für biologische Vielfalt".