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Dialog-Prozess

Für eine zukunftsfähige Innenstadt

Hannover geht in die Offensive, um die Innenstadt von morgen zu gestalten: Die Landeshauptstadt will auf der Grundlage eines breit angelegten Dialogs ein Konzept für ein zukunftsfähiges Stadtzentrum erarbeiten. Dazu holt die Stadt alle relevanten Interessengruppen sowie die Bürger*innen ins Boot, wie Oberbürgermeister Belit Onay und Erste Stadträtin und Wirtschafts- und Umweltdezernentin Sabine Tegtmeyer-Dette am 4. September auf einer Pressekonferenz erläuterten. Die Verwaltung legt dem Stadtbezirksrat Mitte und dem Rat zum Innenstadt-Dialog eine Drucksache zur Abstimmung vor.

Zwei Personen in einer Halle vor den Stadtmodellen. © LHH

Oberbürgermeister Belit Onay und Sabine Tegtmeyer-Dette, Erste Stadträtin und Wirtschafts- und Umweltdezernentin, stellen ihre Pläne für Hannovers Innenstadt im Neuen Rathaus vor. 

"Die Innenstadt befindet sich mitten in einem starken Strukturwandel, der durch die Folgen der Corona-Krise noch beschleunigt wird", sagte Onay. Es bestehe großer Handlungsbedarf. "Ziel muss es sein, das Stadtzentrum in seiner Gesamtheit aufzuwerten, es nachhaltig attraktiver und damit lebenswerter zu machen." Der Handel, die Gastronomie, Kulturangebote, die Aufenthaltsqualität sowie Wohnen und Arbeiten seien als Nutzungen in den Blick zu nehmen. Ebenso kommen dem Klimaschutz, der Mobilitätswende sowie der Teilhabe an allen Angeboten und Nutzungsmöglichkeiten für alle Menschen eine besondere Bedeutung zu.

Öffentlicher Diskurs

Der öffentliche Diskurs bildet die Basis für das zu erarbeitende Innenstadt-Konzept. "Mit diesem Konzept wollen wir die Weichen dafür stellen, dass die Innenstadt auch in Zukunft lebendig sein wird", erläuterte Wirtschaftsdezernentin Tegtmeyer-Dette. In einem ersten Schritt plant die Verwaltung ein Beteiligungsverfahren, das bis zum Sommer 2021 durchgeführt werden soll. Die Stadt möchte mit den unterschiedlichen Interessens- und Nutzer*innengruppen, mit den Menschen, die in der Innenstadt leben, hier arbeiten oder sie besuchen ins Gespräch kommen – über analoge und digitale Angebote. So will die Stadt die unterschiedlichen Erwartungen und verschiedenen Bedürfnisse ermitteln.

Umfrage für 2021 geplant

Die Ergebnisse werden den politischen Gremien vorgelegt und sollen als Grundlage für Gesamtkonzept zur Entwicklung der Innenstadt dienen. Auch das Meinungsbild der Stadtbevölkerung zur Entwicklung der Innenstadt ist gefragt. Dazu ist eine repräsentative Erhebung für den Sommer 2021 geplant.

200.000 € fürs Beteiligungsverfahren

Die Ergebnisse aus der öffentlichen Diskussion sollen im Herbst 2021 vorliegen und bis Ende 2021 bewertet sein. Sie sind die Grundlage, um die nächsten Schritte für eine zukunftsfähige Innenstadt einzuleiten. Für das Beteiligungsverfahren werden Haushaltsmittel von 200.000 Euro zur Verfügung gestellt.

Eines der Top-Einkaufsziele im Norden

Die Innenstadt Hannovers hat lokal, regional und überregional eine immense Bedeutung. Sie gehört zu den Top-Einkaufszielen im Norden. Sie ist der zentrale Versorgungsbereich für die Menschen in Hannover und weit über die Region hinaus. Seit jeher hat der Handel in der City eine "Leitfunktion" inne. Aktuelle Entwicklungen im Handel, ein sich änderndes Kaufverhalten und der wachsende Online-Handel setzen allerdings den Einzelhandel im Zentrum unter Druck. Corona hat die Lage noch verschärft. Einen hohen Stellenwert haben neben dem Handel die Gastronomie, vielfältige Kulturangebote und der Tourismus. Die Innenstadt ist auch lebendiger Arbeits-, Wohn- und Freizeitort. Der Stadtbezirk Mitte zählt mehr als 36.000 Einwohner*innen. Die Innenstadt muss auch vielfältige Konflikte aushalten, wenn es etwa um Drogenhandel oder Prostitution geht. 

OB Onay: "Nachhaltige Transformation muss gelingen"

"Es muss gelingen, die nachhaltige Transformation der Innenstadt zu sichern und den sich ändernden Anforderungen der Gesellschaft gerecht zu werden", erklärte der Oberbürgermeister.  Ein tragfähiges Konzept für die Innenstadt müsse noch stärker die künftigen ökonomischen, gesellschaftlichen, sozialen und kulturellen Anforderungen der Stadtgesellschaft und der einzelnen Nutzer*innengruppen bei allen Planungen berücksichtigen.