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ADFC

Fahrradklimatest: Hannover auf Platz 2

Die Landeshauptstadt Hannover und Bremen sind die fahrradfreundlichsten Großstädte in Deutschland – zu diesem Ergebnis kommt der "Fahrradklima-Test" des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC), der am 9. April in Berlin vorgestellt wurde.

Mann, der eine Auszeichnung trägt. © LHH

Hannover ist auf Platz 2 im Fahrradklima-Test.

Bundesminister Andreas Scheuer zeichnete am 9. April im Bundesverkehrsministerium die fahrradfreundlichste Städte und Gemeinden aus. In der Klasse "Städte über 500.000 Einwohner*innen" konnte sich Bremen mit der Note 3,5 an die Spitze setzen. Hannover landete mit einer Note von 3,8 auf dem zweiten Platz. Leipzig belegt mit einer Note von 3,9 Platz 3. 

Städtische Bauverwaltung erfreut über Ergebnisse 

"Wir freuen uns über den zweiten Platz im ADFC-Fahrradklima-Test 2018 in der Kategorie 'Spitzenreiter' unter 14 deutschen Großstädten. Die Auszeichnung ist für uns einerseits Bestätigung, dass unsere Aktivitäten zur Förderung des Radverkehrs in der Stadt und der Stadtgesellschaft ankommen und gewürdigt werden, andererseits aber auch eine Aufforderung, die Aktivitäten gerade auch im Hinblick auf die von den Teilnehmenden der Befragung unterdurchschnittlich bewerteten Aspekte noch zu intensivieren", heißt es von Seiten der hannoverschen Bauverwaltung. 

Zügiger Radverkehr und geöffnete Einbahnstraßen werden gelobt

Am besten werden von den bundesweit Befragten die gute Erreichbarkeit des Stadtzentrums (Note 2,8), die Möglichkeit zum zügigen Radfahren (Note 3,0) und die Öffnung von Einbahnstraßen in Gegenrichtung für Radfahrende (Note 3,2) bewertet. Die Zusatzfragen haben ergeben, dass es den Befragten am wichtigsten ist, auf dem Rad als Verkehrsteilnehmer akzeptiert zu werden, sich sicher zu fühlen, hindernisfreie Radwege vorzufinden, wenig Konflikte mit Fußgängern zu haben und auf breiten Wegen für den Radverkehr unterwegs zu sein. 81 Prozent der Befragten ist es wichtig, vom Autoverkehr getrennt Rad zu fahren, unter den Frauen sind es sogar 86 Prozent.

Falschparker*innen und zu schmale Radwege machen Probleme

Der zu lasche Umgang mit Falschparker*innen ist bundesweit mittlerweile das von Radfahrerinnen und Radfahrern am meisten bemängelte Thema (Note 4,5). Besonders unzufrieden sind die Radfahrenden auch mit der schlechte Führung des Radverkehrs an Baustellen (Note 4,5). Ebenfalls schlecht bewertet werden ungünstige Ampelschaltungen für Radfahrer (Note 4,4) und die fehlende Breite der Radwege (Note 4,4).

Zufriedenheit der Radfahrer*innen hat sich insgesamt verschlechtert

Das Fahrradklima, also die Zufriedenheit der Befragten beim Radfahren, hat sich nach Einschätzung von 170.000 Teilnehmer*innen der ADFC-Umfrage weiter verschlechtert. 2014 wurde das Fahrradklima noch mit 3,7 bewertet, 2016 mit 3,8 – 2018 mit 3,9. Besonders bedenklich ist der Trend, dass die Menschen sich immer unsicherer beim Radfahren fühlen (Note 4,2 gegenüber 3,9 in 2016).

Hintergrund

Der ADFC-Fahrradklima-Test ist die größte nicht-repräsentative Umfrage zur Zufriedenheit der Radfahrenden weltweit. Im Herbst 2018 wurden bundesweit per Online-Umfrage 32 Fragen zur Fahrradfreundlichkeit gestellt – beispielsweise, ob das Radfahren Spaß oder Stress bedeutet, ob Radwege von Falschparker*innen freigehalten werden und ob sich das Radfahren auch für Familien mit Kindern sicher anfühlt. Mehr als 170.000 Bürger*innen haben sich an der Umfrage beteiligt und die Situation in 683 Städten und Gemeinden beurteilt. Nur 15 Prozent der Teilnehmenden sind ADFC-Mitglieder. Am 9. April 2019 wurde die Rangliste der fahrradfreundlichsten Städte in sechs Größenklassen vorgestellt. Städte haben durch die Einzelbewertungen die Möglichkeit, gezielt zu erfahren, wo es gut läuft und wo es Verbesserungspotenzial bei der Fahrradfreundlichkeit gibt.