Einwanderung

Festakt zum 60. Jahrestag des Anwerbeabkommens mit der Türkei

Die Einwanderung türkischer Migrant*innen nach Deutschland sei eine Erfolgsgeschichte.

Oberbürgermeister Belit Onay beim Festakt zum 60. Jahrestag des Anwerbeabkommens 

Gleichwohl bleibe es eine gesellschaftliche und politische Aufgabe, Chancengleichheit und Teilhabe zu fördern. Das betonte Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay an diesem Montag auf einem Festakt in Hannover anlässlich des 60. Jahrestags des deutsch-türkischen Anwerbeabkommens. Den Festakt, an dem zahlreiche Menschen mit türkischen Wurzeln teilnahmen, richteten die Landeshauptstadt und das Land Niedersachsen gemeinsam aus.

„Aus heutiger Sicht können wir sagen: Es war ein großes Glück, das es das Abkommen gegeben hat“, sagte Onay. „Heute prägen mehrere Generationen mit türkischer Zuwanderungsgeschichte unsere Gesellschaft.“

Onay hob die Verdienste der Einwander*innen hervor, die als Arbeitskräfte aus ihrer Heimat angeworben wurden. „Sie waren bereit, viel auf sich zu nehmen. Sie haben angepackt. Und sie haben den Wohlstand dieses Landes mit aufgebaut.“  In Hannover habe die Anwerbevereinbarung den Anstoß für eine Entwicklung gegeben, die die lokale Wirtschaft angetrieben und das Gesicht der Stadt verändert habe.
 

"Einsatz für Toleranz und Vielfalt"

Menschen mit türkischen Wurzeln, die in Deutschland geboren seien, fühlten sich als selbstverständlicher Teil der Gesellschaft.  Nach wie vor seien sie jedoch mit Ressentiments und Diskriminierung konfrontiert, erklärte der Oberbürgermeister. Er erinnerte an rechtsextremistisch motivierte Gewalttaten wie etwa die Morde des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) oder die Anschläge von Solingen und Hanau. „Deshalb mahnt uns der 60. Jahrestag an die Verantwortung, dass wir uns für eine humane Gesellschaft einsetzen – für Toleranz und Vielfalt“, so Onay.

An Menschen mit Migrationsgeschichte richtete Hannovers Stadtoberhaupt den Appell, sich noch stärker in Politik und Gesellschaft einzubringen und das Land mitzugestalten. „Mein Plädoyer ist, dass wir den Blick dafür schärfen, dass Zuwanderung ein integraler Bestandteil unserer Realität ist. Die Vielfalt der Kulturen und Lebensstile ist wesentlicher Aspekt unserer Gemeinschaft.“

Am 30. Oktober 1961 wurde das Anwerbeabkommen zwischen der Türkei und Deutschland unterzeichnet. Mehrere Hunderttausend Menschen kamen in der Folge nach Deutschland, um hier zu arbeiten und zu leben. Sie und ihre Familien bilden heute die größte Einwander*innengruppe in Deutschland.