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Projekt "Städte wagen Wildnis"

Galloway-Rinder grasen in Badenstedt

Eine kleine Herde Galloways, bestehend aus zwei Mutterkühen mit zwei älteren Jungtieren, grast seit der ersten Maiwoche auf einer rund 11.000 Quadratmeter großen Weide im Stadtteil Badenstedt. Dies ist Teil von "Städte wagen Wildnis".

Die Galloways auf der Weide © LHH

Die Galloways auf der Weide

Die robusten schottischen Rinder kommen nun jedes Jahr für zwei bis drei Wochen auf die Fläche und sollen durch ihr Fressverhalten die Pflanzenzusammensetzung und -vielfalt und somit die Wildnisentwicklung steuern. Weil die Tiere bestimmte Pflanzen lieber fressen als andere, soll auf diese Weise eine abwechslungsreiche Gehölzstruktur mit artenreicher Krautschicht entstehen.

Projekt "Städte wagen Wildnis"

Die Galloways auf der Weide sind der sichtbare Startpunkt für das bundesweite Projekt "Städte wagen Wildnis", an dem sich die Landeshauptstadt Hannover (LHH) seit vergangenem Jahr beteiligt.

Bis zum Jahr 2021 soll auf verschiedenen Flächen mit einer Gesamtgröße von etwa 4o Hektar in Hannover Wildnis entstehen und beobachtet werden. Dazu gehören unter anderem drei Flächen in der Eilenriede, sowie Grünzüge am Lindener Berg, an der Kirchhorster Straße und am Messeschnellweg. Auch die sehr kleine, eng umbaute Fläche an der Haltestelle "Am Mittelfelde", an der bereits ein Blühstreifen entstand, ist Teil des Projekts.

Weitere geeignete Flächen werden zurzeit noch geprüft. Neben der Erhöhung der Artenvielfalt soll damit auch der Bevölkerung ermöglicht werden, wilde Natur direkt vor der Haustür in der Stadt erleben zu können.

"Angestrebt wird auf der Weide in Badenstedt eine Art Hutewald", sagt Ulrich Schmersow, städtischer Leiter des Projekts "Städte wagen Wildnis", und führt weiter aus: "Das bedeutet, dass sich vereinzelte Gehölze entwickeln sollen, die in eine artenreiche Krautschicht am Boden eingebettet sind. Der Unterschied zu einer herkömmlichen Weide ist hierbei die Anzahl der Tiere und die Verweildauer. So stehen auf der Fläche nur vier Rinder. Und diese bleiben dort auch nicht, wie sonst üblich, das ganze Jahr, sondern lediglich für wenige Wochen. Danach ziehen die Robust-Rinder wieder aus und die Entwicklung der Wildnis kann beginnen."

In Vorbereitung wurde im Herbst 2016 ein solider Weidezaun aus Eichenspalthölzern auf einer etwa 11.000 Quadratmeter großen ungenutzten Wiese errichtet. Bis zum Jahr 2021 werden die Kühe jährlich für eine kurze Zeitspanne auf der Weide grasen und dadurch neue Wildnisbereiche entstehen lassen. 

Bundesprogramm "Biologische Vielfalt"

"Städte wagen Wildnis" ist ein Projekt im Bundesprogramm "Biologische Vielfalt". Das Projekt in Hannover wird mit gut 964.000 Euro durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Bau- und Reaktorsicherheit gefördert. Weitere rund 384.000 Euro bringt die LHH ein. Zu den Projektpartnern gehören die Städte Frankfurt am Main und Dessau-Roßlau, in denen in den kommenden Jahren ebenfalls Wildnis fördernde Aktionen geplant sind. Auch das Institut für Umweltplanung der Leibniz Universität Hannover ist neben weiteren bundesweiten Institutionen beteiligt.

Das Projekt fügt sich in die kommunale Biodiversitätsstrategie ein, die die LHH seit Jahren erfolgreich verfolgt. Lebensräume sollen geschützt und Artenvielfalt in der Stadt gefördert werden. 2011 hat die Stadt im Rahmen eines Wettbewerbs die Auszeichnung "Bundeshauptstadt der Biodiversität" erhalten. Hannover ist seit 2012 zudem Mitglied im Bündnis "Kommunen für biologische Vielfalt".

Veranstaltungen im Rahmen von "Städte wagen Wildnis"

"Städte wagen Wildnis" wird auch in öffentlichen Veranstaltungen erlebbar. Am 15. Mai und 7. September wird in Kooperation mit der Ada-und-Theodor-Lessing-Volkshochschule Hannover (VHS) und der Musikschule Hannover ein "Wildnis-Konzert" gegeben.

Das erste Konzert am 15. Mai beginnt um 19 Uhr in der VHS, Burgweg 14. Am "Geo-Tag der Natur" am 18. Juni wird von 12 bis 17 Uhr unter dem Titel "Wie schmeckt Wildnis?" eine Verkostung von Wildnis-Häppchen in der Waldstation Eilenriede angeboten. Am 21. September um 15 Uhr startet eine Mitmachexkursion in der Eilenriede.