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Erinnerungskultur

Gedenk- und Erinnerungsreise nach Riga

Am 3. Juli 2017 ist Hannovers Bürgermeister Thomas Hermann gemeinsam mit dem Leiter der städtischen Erinnerungskultur Dr. Karljosef Kreter zu einer Gedenk- und Erinnerungsreise der Delegationen der Mitgliedsstädte des Deutschen Riga-Komitees vom 3. bis 6. Juli nach Riga aufgebrochen. Auf Einladung der Verwaltung nahmen auch die in Hannover lebenden Michael Fürst, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Hannover, Ruth Gröne sowie Heinz Samuel an der Erinnerungsreise teil. Ihre Großeltern und weitere nahe Verwandte wurden am 15. Dezember 1941 aus Hannover in das besetzte Riga deportiert und sind dort im Ghetto oder in den Lagern in der Region umgekommen. Die Stadt Hannover ist Mitglied des Deutschen Riga-Komitees.

Sarkanā iela © LHH

Sarkanā iela – die Straße, in der die deportierten Jüdinnen und Juden aus Hannover lebten: im rechten Haus Elise und Max Fürst (Großeltern von Michael Fürst), im Haus hinten in der zweiten Etage Gerd Landsberg, der den Holocaust überlebte

Nach einem Empfang am Abend des 3. Juli durch seine Exzellenz Botschafter Rolf Schütte in der Residenz des Botschafters der Bundesrepublik Deutschland in Riga wurde die Reisedelegation am 4. Juli durch das ehemalige Ghetto und auf den alten jüdischen Friedhof geführt. Im Anschluss fand die offizielle Gedenkveranstaltung anlässlich des Holocaust-Gedenktages in Lettland an der Ruine der Großen Choral Synagoge Riga statt. Im weiteren Verlauf des Tages hat Bürgermeister Hermann auf der Gräber- und Gedenkstätte Riga-Bikernieki am Hannover-Stein der getöteten Jüdinnen und Juden gedacht. Am Nachmittag stand noch ein Besuch im Museum "Juden in Lettland" auf dem Programm.

Am 5. Juli überreichte Bürgermeister Thomas Hermann im Rahmen eines Empfangs dem stellvertretenden Oberbürgermeister der Stadt Riga, Andris Ameriks, einen Wimpel mit dem hannoverschen Stadtwappen sowie weitere Gastgeschenke. Hermann bedankte sich für die große Gastfreundschaft, die die hannoversche Delegation in Riga erfahren hat und sprach die Hoffnung aus, den Oberbürgermeister in nicht allzu weiter Ferne in der niedersächsischen Landeshauptstadt begrüßen zu können.

Anlass der Reise

Am 27. November 1941 begannen mit dem ersten Transport aus Berlin die Deportationen aus dem Deutschen Reich nach Riga. Aus Anlass der bereits erfolgten und noch anstehenden 75. Jahrestage der Deportationen nach Riga (November 2016 bis Oktober 2017) unternehmen Vertreterinnen und Vertreter der im Deutschen Riga-Komitee vereinten Mitgliedsstädte erneut eine gemeinsame Gedenk- und Erinnerungsreise nach Riga.

Bereits im Jahr 2010 trafen sich in Riga zahlreiche Repräsentantinnen und Repräsentanten der Mitgliedsstädte anlässlich des zehnjährigen Bestehens des Deutschen Riga-Komitees. All jene, die dabei waren, behalten dies als beeindruckende Begegnung mit einer gewaltsamen Zeit in der deutschen und europäischen Geschichte in Erinnerung. Die Teilnehmenden der weiteren darauf folgenden Treffen in Magdeburg (2012), Münster (2015) und Osnabrück (2016) machten deutlich, dass es eines regelmäßigen Austauschs der Mitgliedsstädte bedarf, um sich inhaltlich weiterzuentwickeln und die generationsübergreifende Gedenkarbeit fortzuführen. Das Deutsche Riga-Komitee ist das verbindende Element der beteiligten Städte, die sich mit der Geschichte ihrer Region und dem Schicksal der eigenen jüdischen Bevölkerung auseinandersetzen.

Das Deutsche Riga-Komitee

Am 23. Mai 2000 empfing der damalige Bundespräsident Johannes Rau, in diesem Amt zugleich Schirmherr des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V., Repräsentantinnen und Repräsentanten von 13 deutschen Großstädten. Gemeinsam mit dem Präsidenten des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge gründeten sie in Berlin das "Deutsche Riga-Komitee" im Beisein von Vertreterinnen und Vertretern der Städte Riga und Wien. Die "Initiative Riga" von Ing. Erich Herzl aus Wien gab hierzu einen starken Impuls.

Aufgabe dieses inzwischen auf 55 Städte angewachsenen Städtebundes ist es, an die mehr als 25.000 jüdischen Menschen zu erinnern, die in den Jahren 1941/42 aus ihren Städten nach Riga deportiert und in ihrer überwiegenden Zahl im Wald von Bikernieki ermordet wurden. Das Deutsche Riga-Komitee fühlt sich in seiner Arbeit auch den mehr als 26.000 lettischen jüdischen Opfern des Rigaer Ghettos verbunden, die am "Rigaer Blutsonntag" (30. November 1941) und in den Tagen danach in Rumbula ermordet wurden.