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ecovillage Nord-Kronsberg

Gestaltungswettbewerb für Wohnquartier entschieden

Nach einem internationalen Bewerbungsverfahren haben in den letzten Monaten sieben Teams aus vier Ländern Vorschläge für den Quartiersplan des "Tinyliving"-Wohngebietes "ecovillage kronsberg" erarbeitet. Damit kann ein deutschlandweit beispielhaftes selbstgenügsames Stadtquartier in Hannover entstehen. Eine Fachjury, in der die Landeshauptstadt Hannover mit Wirtschafts- und Umweltdezernentin Sabine Tegtmeyer-Dette und Stadtbaurat Uwe Bodemann (zum 1. Oktober in den Ruhestand gegangen) vertreten war, wählte drei Wettbewerbsbeiträge zur Schlussentscheidung aus.

Drei Personen stehen am oberen Ende einer Treppe © LHH

Niklas Staack (Büro studiomauer), Oliver Seidel (Büro cityförster) und Wirtschafts- und Umweltdezernentin Sabine Tegtmeyer-Dette (v. l.)

Mehr als 260 zukünftige Bewohner*innen haben in der am 15. Oktober zu Ende gegangenen Abstimmung das aus ihrer Sicht beste Konzept ausgewählt: Gewonnen hat mit ca. 70% der Stimmen ein Team der beiden hannoverschen Planungsbüros Studiomauer und Cityförster. Das Konzept sieht vor, dass das Quartier vollständig klimaneutral werden soll, zudem sind u. a. Dach- und teilweise Wandbegrünung sowie Grauwasserrecycling geplant. 40% der Wohnungen werden gefördert ("Sozialwohnungen") und über entsprechende Mietobergrenzen verfügen, für 60 Wohnungen gibt es ein Belegungsrecht durch die Landeshauptstadt Hannover. Durch eine spezielle Modulbauweise sollen die Baukosten gesenkt werden und die zukünftigen Bewohner*innen können ihre Mitgliedseinlage teilweise beim Bau "abarbeiten".

Insgesamt wird die für das Quartier verantwortliche Genossenschaft ecovillage hannover e. G. in den nächsten fünf Jahren mehr als 100 Mio. € für den Bau von ca. 500 kleinen kostengünstigen Wohnungen und ca. 70 Stellplätzen für mobile Tiny-Häuser für insgesamt etwa 900 Menschen investieren.

"Optimale Kombination"

Der Vorstandssprecher der Genossenschaft, Gerd Nord, freut sich über das Ergebnis: "Der Siegerentwurf ist eine optimale Kombination aus verdichtetem Bauen in einer Großstadt und hochwertigen gemeinschaftlichen Freiflächen. Außerdem wird die Vorgabe sehr gut gelöst, dass das Quartier im Innern weitgehend autofrei sein soll. Die Quartiersplanung ist ein unseres Wissens in Europa so noch nicht da gewesener Beteiligungsprozess der zukünftigen Bewohner*innen. Das Stadtviertel wurde seit unserer Genossenschaftsgründung vor einem Jahr von den zukünftigen Bewohner*innen von Grund auf mitentwickelt und hebt die Beteiligung der Bevölkerung auf ein neues Level: Die zukünftigen Bewohner*innen planen und beteiligen die Fachleuten und lassen sich beraten."

Im Wohnquartier wird es eine Vielzahl von Gemeinschaftseinrichtungen geben – vom gemeinschaftlich betriebenen Dorfladen über ein Leih- und Tauschsystem bis hin zu einem Gästehaus und Co-Working-Arbeitsbereichen. Alle Wohnformen sollen möglich sein: kleine Wohnungen für Alleinlebende, Wohnungen für Familien, die sich bestimmte Einrichtungen teilen, oder Wohngemeinschaften. 

"Vorbildlicher Stadtteil" entsteht

"Die Landeshauptstadt Hannover verkauft die Grundstücke am Kronsberg-Nord an die Initiative ecovillage, die hier über 500 Wohneinheiten bauen möchte. Mit einem enormen ehrenamtlichen Engagement entwickelt sich an dieser Stelle ein in jeder Hinsicht vorbildlicher Stadtteil, sowohl was die sozialen als auch die ökologischen Anforderungen betrifft. Hier entsteht dringend benötigter Wohnraum in einer Rekordzeit und erfüllt gleichzeitig durch gut überlegte Konzepte sehr hohe Anforderungen. Wir freuen uns sehr über dieses neue Wohnquartier und bedanken uns für das Engagement der Genossenschaft ecovillage", lobt die Erste Stadträtin sowie Wirtschafts- und Umweltdezernentin Sabine Tegtmeyer-Dette. "Wir wurden als Stadt in den städtebaulichen Wettbewerb eingebunden und sind uns sicher, dass wir gemeinsam ein überzeugendes Konzept ausgewählt haben."

Der Aufsichtsratsvorsitzende der Genossenschaft ecovillage hannover e. G. Hans Mönninghoff ergänzt: "Ziel ist es, gleichzeitig nachhaltigen und bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. In dem 'Tiny-Living'-Quartier werden die Vorteile einer Großstadt mit denen eines Dorfes miteinander verbunden – ein Ökodorf im urbanen Umfeld. Bei dem Projekt werden in der Kombination von sehr hohem Umweltstandard, günstigen Mieten und sozialen Aspekten in Hannover neue Maßstäbe gesetzt."