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Vier Männer und eine Frau auf einem Platz. © LHH

Roland Tunsch (GUVH/LUKN), Marion Leonhard (Geschäftsführerin Verkehrswacht Hannover Stadt), Wolfgang Müller (ADAC Niedersachsen/Sachsen-Anhalt), Stadtbaurat Uwe Bodemann und Uwe Lange (Dezernatsleiter für Einsatz und Verkehr Polizei Hannover) (v.l.).

Verkehrssicherheit

Gib mir Acht – im Radverkehr

Unter dem Motto "Gib mir Acht" läuft vom 12. bis 14. Juni die Kampagne zur Verkehrssicherheit auf dem Trammplatz. Die Landeshauptstadt Hannover (LHH) wirbt gemeinsam mit der Polizeidirektion Hannover, dem ADAC, der Verkehrswacht Hannover-Stadt e.V., der üstra und dem Gemeinde-Unfallversicherungsverband (GUVH) / Landesunfallkasse Niedersachsen (LUKN) für mehr Sicherheit im Straßenverkehr. Das Aktionsprogramm richtet sich an Dritt-, Viert- und Fünftklässlerinnen und -klässler.

Ein Mädchen fährt mit einem Fahrrad durch einen Parcours © LHH

Im Rahmen des Aktionsprogramms können auf zwei Parcours Geschicklichkeit und Koordinationsvermögen auf dem Fahrrad geübt werden

Der Schwerpunkt der Aktionstage liegt auf dem Radfahren. Ein Simulator hilft beim Trainieren des richtigen Verhaltens auf zwei Rädern. Auch die Bedeutung des "toten Winkels" wird theoretisch und praktisch thematisiert. Die Schülerinnen und Schüler können sich in diesem Fall selbst ans Steuer eines stehenden LKW setzen und im Spiegel sehen, was aufgrund des toten Winkels für den Fahrer nicht zu erkennen ist. Auf zwei Fahrradparcours können Geschicklichkeit und Koordinationsvermögen auf dem Fahrrad geübt werden. Zudem wird mit der ADAC-Aktion "Achtung Auto" aufgezeigt, welche Gefahren es für Fußgängerinnen und Fußgänger gibt, wie lang Bremswege für Autos sind und was es heißt, Geschwindigkeiten einzuschätzen.

Über die Kampagne

Die Kampagne "Gib mir Acht" läuft seit 2011. Mit ihr sollen Kinder für das Thema Verkehrssicherheit sensibilisiert sowie alle Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer zu rücksichtsvollem Miteinander bewegt werden. Die Kampagne setzt dazu zahlreiche Medien ein, um auf möglichst breite Resonanz zu stoßen. Bekannte Bausteine wie die Kinderstadtpläne erfreuen sich großer Beliebtheit und werden weiterhin jährlich aktualisiert und jeweils zu Schuljahresbeginn verteilt. 

Enge Zusammenarbeit der Kooperationspartner

"Eine weitere Verringerung von Unfallrisiken für Kinder und verbesserte Mobilitätsbedingungen für diese Altersgruppe können nur dann erzielt werden, wenn alle Institutionen, die für die Verkehrssicherheit von Kindern verantwortlich sind, beispielsweise im Rahmen von Kampagnen wie 'Gib mir Acht', eng zusammenarbeiten", betont Stadtbaurat Uwe Bodemann. Volker Kluwe, Präsident der Polizeidirektion Hannover ergänzt: "Kinder sind aus einer Vielzahl von Gründen besonderen Gefahren im Straßenverkehr ausgesetzt. Deswegen engagiert sich auch die Polizei in diesem Themenfeld mit einer gezielten Verkehrssicherheitsarbeit. Es ist besonders wichtig, dass wir alle dem Straßenverkehr die nötige Aufmerksamkeit schenken und uns nicht ablenken lassen."

Kluwe betrachtet daher insbesondere die Entwicklung der Nutzung von elektronischen Geräten, z.B. Smartphones, während der Fahrt mit großer Sorge. "Hier werden wir unsere Kontrolltätigkeiten intensivieren. Auch Fußgänger und Radfahrer sollten diese Geräte nicht in Bewegung nutzen. Das Risiko, Gefahrensituationen zu übersehen, ist einfach zu groß. Daneben setze ich auch große Hoffnungen und Erwartungen in die technische Weiterentwicklung von Fahrer-Assistenzsystemen und deren verpflichtenden Einsatz. Erste Erfahrungen machen bereits deutlich, dass technische Innovationen in der Fahrzeugtechnik wesentlich zur Verringerung von Unfällen beitragen können. Davon unbenommen wird die Polizei bereits bewährte Konzepte in Kooperation mit Kindertagesstätten und Schulen fortführen und weiter ausbauen."

Das Thema "Elterntaxi" steht erneut auf der Agenda

Alle Kooperationspartner widmen sich gemeinsam auch dem Problem "Elterntaxi". Dies ist ein Dauerthema – vor allem an Grundschulen. Nach dem Erfolg des Pilotprojektes an der Albert-Schweitzer-Schule in Limmer soll das Thema an allen Schulen im Stadtgebiet betrachtet werden. Das Konzept zur Bearbeitung für ca. 60 Grundschulen wird zurzeit vorbereitet. Die Sensibilisierung für das Thema Elterntaxi erfolgt parallel auch im Rahmen von "Gib mir Acht" über Flyer und eine entsprechende Plakatkampagne, die zu Schuljahresbeginn startet.

Hintergrund

Die Woche der Verkehrssicherheit ist ein wichtiger Baustein im Konzept zur Verbesserung der Verkehrssicherheit von Kindern. Es werden aber auch bauliche Maßnahmen ergriffen. Die Umbauten dienen vor allem dem Ziel, das Überqueren von Straßen noch sicherer zu machen.

Verunglückten in der Stadt Hannover im Jahr 2016 noch 187 Kinder, so stieg die Zahl im vergangenen Jahr auf 207. Die Betrachtung der Unfälle nach Art der Verkehrsteilnahme zeigt für 2017, dass die Zahl der verunglückten Kinder als Mitfahrerinnen und Mitfahrer leicht abgenommen hat: Waren es 2016 noch 69 Kinder, so verunglückten im letzten Jahr 62. Das entspricht einem Anteil von rund 30 Prozent. Eine deutliche Zunahme (von 55 auf 76 Personen) ist 2017 bei der Unfallzahl mit Kindern, die mit dem Rad verunglückten, zu verzeichnen. Das sind rund 37 Prozent. Eine leichte Zunahme (von 63 auf 69 Personen) ist auch bei den Unfällen mit zu Fuß gehenden Kindern zu verzeichnen. Dies entspricht einem Anteil von rund 33 Prozent.