Online-Befragung

Großes Interesse an „City-Roofwalks“ in Hannover

Das Pilotprojekt zu den „City-Roofwalks“ beurteilen Hannoveraner*innen mehrheitlich positiv. Dies ist das Ergebnis einer Online-Befragung, an der vom 23. März bis zum 13. April 1.618 Personen teilgenommen haben. So bewerteten neun von zehn Teilnehmenden das Projekt mit mindestens sieben von zehn Punkten. Mehr als zwei Drittel (70,3 Prozent) vergaben die maximale Punktzahl. Eine Minderheit der Befragten lehnt das Vorhaben ab. In einigen kritischen Kommentaren wird ausgeführt, dass zu viele finanzielle Ressourcen in einem für die Stadt „eher unwichtigen“ Projekt gebunden würden.

Blick entlang der Schmiedestraße mit neuem Dachgarten auf dem Parkhaus.

„Die insgesamt überaus positive Resonanz freut uns sehr und stärkt uns bei dem Projekt. Zudem haben wir wertvolle Hinweise für die weitere Planung erhalten“, sagt Wirtschafts- und Umweltdezernentin Anja Ritschel.

Aufenthalt und Aussicht interessieren die meisten

Das geplante Pilotprojekt sieht vor, bis 2025 das das Deck des Parkhauses Schmiedestraße in der Altstadt zu begrünen und zu einem attraktiven Aufenthaltsort zu machen. Neun von zehn Befragten geben die Aussicht über die Stadt als wahrscheinlichen Grund für einen künftigen Besuch des künftigen Dachgartens an. Die Idee, „von einer Plattform von oben über die Stadt schauen zu können“, gefällt ebenfalls den Meisten (75 Prozent). Etwa die Hälfte der Teilnehmenden kann sich sehr gut vorstellen, den Dachgarten „für eine kurze Pause, zum Beispiel am Mittag, oder als Treffpunkt mit Freund*innen“ zu nutzen. Zeitlich ist nach Feierabend das Interesse an einer Nutzung am größten.

Ruhiger Erholungsraum mit möglichst großer Wirksamkeit für das Stadtklima

Die am häufigsten vertretenen Erwartungen an die Gestaltung sind die Aussagen „Der Dachgarten soll ein ruhiger Rückzugsort im hektischen Treiben der Innenstadt sein“ (67 Prozent) und „Der Dachgarten soll vor allem gut für das Klima in der Innenstadt sein und gegen negative Effekte des Klimawandels schützen“ (66 Prozent). Außerdem solle das Pilotprojekt Potenziale aufzeigen und eine Attraktion werden (57 Prozent). Eine offene Entwicklung und Mitmach-Angebote sind dabei nur für eine kleine Zielgruppe ein relevanter Aspekt (17 Prozent).

Bezüglich der Ästhetik spricht die Aussage „Der Dachgarten soll eine einzigartige Freifläche als Sehenswürdigkeit mit hohem Wiedererkennungswert sein“ die meisten Teilnehmenden an (43 Prozent). Auch dieses Stimmungsbild bestätigt den Anspruch der Landeshauptstadt, dass das Pilotprojekt ein beispielgebender und anregender Ort mit besonderer Signal- und Vorbildwirkung für weitere Dachgärten in der City werden soll.

Befragung nach Nutzungsmöglichkeiten

Bei der Online-Befragung standen die gewünschten Aktivitäten und Nutzungsmöglichkeiten auf dem Dachgarten im Fokus. In großer Zahl haben sich junge Erwachsene (zwischen 21 und 35 Jahren) beteiligt (40 Prozent). Mehr als die Hälfte (57,4 Prozent) Prozent der Befragten besuchen die Innenstadt mehrmals monatlich oder mehrmals in der Woche. Besonders hoch war die Teilnahme von Bewohner*innen der citynahen Stadtbezirke Vahrenwald-List, Linden-Limmer, Südstadt-Bult und Mitte. Nur vereinzelt (weniger als 1 Prozent) gaben Teilnehmende an, gleich in der Nähe des Parkhauses Schmiedestraße zu wohnen. Der vollständige Ergebnisbericht der Online-Befragung „City-Roofwalks“ steht ab sofort hier zur Einsicht: 

Planungsauftrag im Spätsommer

Die Ergebnisse der Öffentlichkeitsbeteiligung sollen ab Mitte 2022 in die weitere Planung und Realisierung des Dachgartens einfließen. Der Fachbereich Umwelt und Stadtgrün der Landeshauptstadt Hannover führt zurzeit ein europaweites Ausschreibungsverfahren durch, um geeignete Büros für die konkrete Planung des neuen Dachgartens zu finden. Voraussichtlich im Spätsommer 2022 wird ein entsprechender Planungsauftrag vergeben werden. Die Entwurfsplanung soll 2023 dem Rat der Landeshauptstadt Hannover zur Beschlussfassung vorgelegt werden. Dann könnte 2024 der Bau des ersten City-Dachgartens starten.

Hintergrund

Das Parkhaus Schmiedestraße als grüne Oase in luftigen Höhen.

Nur wenige Meter von der Marktkirche und der Altstadt entfernt soll auf dem Parkhausdach der hanova GmbH bis 2025 eine grüne Oase entstehen. Ziel ist, dass der Dachgarten als attraktiver Aufenthaltsort die Innenstadt bereichert und einen Beitrag zur Anpassung an den Klimawandel leistet. Die intensiv und artenreich begrünte Fläche soll Besucher*innen und Bewohner*innen der City einen besonderen Aufenthalts- und Erlebnisort bieten und eine Rundumsicht auf zahlreiche Sehenswürdigkeiten der Stadt ermöglichen.

Die Planung sieht neben Spiel- und Bewegungsmöglichkeiten auch die barrierefreie Erreichbarkeit des Dachgartens vor. Belange des Brandschutzes und der Sicherheit werden ebenfalls gewährleistet. Darüber hinaus berücksichtigt die Stadt bei der Planung des Umbaus, dass das Parkhaus Schmiedestraße, als ältestes Parkhaus Hannovers, unter Denkmalschutz steht. Die darunterliegenden Parkebenen und auch die Gewerbeflächen im Parkhaus sollen auch künftig wie bisher genutzt werden können.

Insgesamt 3 Millionen Euro stehen für die Realisierung des Pilotprojektes zur Verfügung. Davon kommen 2,7 Millionen Euro als Fördermittel vom Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen aus dem Programm „Anpassung urbaner Räume an den Klimawandel“. Weil die Fördergelder eine zeitliche Frist vorgeben, soll es nun zügig mit der Planung vorangehen. 2024 will die Stadt mit dem Bau des neuen Dachgartens beginnen, im Folgejahr die Umgestaltung fertigstellen.

Für die Projektsteuerung und die spätere Pflege ist der Fachbereich Umwelt und Stadtgrün der Landeshauptstadt Hannover verantwortlich. Die städtische Tochtergesellschaft hanova GmbH als Eigentümerin des Parkhauses stellt die Fläche zur Verfügung.

Der geplante Dachgarten wird der erste Baustein des Programms „City-Roofwalks“ sein. Das Pilotprojekt soll dazu anregen, weitere Dachflächen in der Innenstadt zu begrünen und nutzbar zu machen. Die Begrünung möglichst vieler weiterer Flächen soll für Abkühlung in der dicht bebauten City sorgen und Regenwasser speichern, um die Kanalisation bei starken Regenfällen vor Überlastung zu schützen. Gleichzeitig sollen die Dachflächen besondere Erlebnisqualitäten für Besucher*innen bieten.

Längerfristiges Ziel ist es, die begrünten Dächer in der City über Brücken und Stege miteinander zu verbinden. Die „Roofwalks“ könnten so zu einer besonderen Attraktion und einem Alleinstellungsmerkmal für die Hannoveraner Innenstadt werden und gleichzeitig bedeutsame Beiträge für die Klimawandelanpassung und das Stadtklima leisten. 

Hintergrund

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Visionär

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