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Studie

Hannovers City ist überdurchschnittlich attraktiv

Warum besuchen Menschen im digitalen Zeitalter noch die Innenstadt und welche Aspekte sind ihnen bei ihrem Shopping-Besuch in der City besonders wichtig? Dieser Frage ist das Institut für Handelsforschung (IFH) Köln mit der Untersuchung "Vitale Innenstädte" nun zum dritten Mal nachgegangen und hat bundesweit an 116 Standorten insgesamt über 59.000 Interviews mit Innenstadtbesucher*innen geführt. Niedersachsens Landeshauptstadt war zum zweiten Mal beteiligt. Das Ergebnis: Hannover schneidet mit einer Schulnote von 2,4 überdurchschnittlich gut ab.

Eine Innenstadt. © HMTG

Hannovers Innenstadt schneidet im deutschlandweiten Vergleich gut ab. 

Boris Hedde, Geschäftsführer des IFH Köln, stellte die Studie am 18. Februar exklusiv im Handelshaus Hannover vor. Eingeladen hatten die Wirtschaftsförderung der Landeshauptstadt und der Handelsverband Hannover, die die Teilnahme der Stadt an der Studie ermöglicht hatten. Zusammen mit rund 40 Gästen diskutierten Hannovers Erste Stadträtin und Wirtschafts- und Umweltdezernentin Sabine Tegtmeyer-Dette und Monika Dürrer, Hauptgeschäftsführerin des Handelsverbands, wie sich Hannover vor dem Hintergrund von Urbanisierung und Digitalisierung zukunftsfähig aufstellen muss.

Hannovers Innenstadt schneidet überdurchschnittlich gut ab

Ende September haben die Kölner Forscher*innen mehr als 1.500 Passant*innen unter anderem nach Erreichbarkeit, Ambiente, Gastronomie, Einzelhandels-, Freizeit- und Dienstleistungsangebot befragt. Die Hälfte der Befragten bewertet die Gesamtattraktivität der hannoverschen Innenstadt mit der Schulnote 2, ein Zehntel sogar mit einer 1. Nur 8,6 Prozent geben eine schlechtere Note als 3. Dies sei kein Grund, sich zurückzulehnen, meint Boris Hedde: "Um dem Strukturwandel adäquat zu begegnen und auch für die Besucher*innen von morgen weiterhin attraktiv zu sein, müssen Städte nicht nur beim Einzelhandelsangebot, sondern insbesondere auch bei Ambiente und Flair punkten."

Tegtmeyer-Dette: "Hannovers Innenstadt bleibt ein starker Einzelhandelsstandort"

Die Verbesserung von Sicherheit und Sauberkeit hat die Stadt mit Aufstockung des Ordnungsdienstes intensiviert. Bei anderen Faktoren sei das Zusammenspiel aller Beteiligter erforderlich, etwa wenn es um den Zustand von Gebäuden und Fassaden gehe, betonte Tegmeyer-Dette. "Hannovers Innenstadt bleibt ein starker Einzelhandelsstandort. Das zeigt die aktuelle Befragung. Wir arbeiten weiter mit allen Akteur*innen in der City intensiv zusammen, um die Innenstadt für alle Einwohner*innen und Gäste noch attraktiver zu machen. Der stationäre Handel hat gegenüber dem Online-Handel Vorzüge, die es zu stärken gilt." 

Befragte beurteilen Erreichbarkeit als gut

Überwiegend gut beurteilen die Befragten die Erreichbarkeit der Innenstadt mit dem ÖPNV und per Fahrrad, Dauerbrenner mit der schlechtesten Einzelbewertung bleibt das Thema Parkmöglichkeiten. Zwar haben rund 55 Prozent der Befragten die City mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreicht, eine abnehmende Bedeutung des Pkw lässt sich für Hannover aber nicht feststellen. Im Gegenteil, der Anteil stieg seit 2016 von 20 auf nun 27,7 Prozent. Monika Dürrer: "Hannover hat ein attraktives Einzelhandelsangebot und bietet zudem eine große Vielfalt im Bereich Gastronomie, Kultur und Freizeit. Die Kooperation aller Akteure ist daher wichtiger denn je. Kundenorientierung und Erreichbarkeit mit allen Verkehrsmitteln müssen im Fokus stehen, um den Aufenthalt für alle Kund*innen, Gäste und Besucher*innen abwechslungsreich und angenehm zu machen."

Rund 70 Prozent bescheinigen Hannover hohen Erlebnis- und Unterhaltungswert

Hauptbesuchsgrund bleibt mit 53,1 Prozent das Einkaufen. Dennoch verbinden vier Fünftel der Befragten ihren Aufenthalt in der City gern mit der Nutzung des gastronomischen Angebots, welches sie als überwiegend gut bewerten (Note 2,2). Optimierungsbedarf wird allerdings bei Außenbewirtschaftung und Biergärten gesehen. Rund 70 Prozent bescheinigen Hannover einen hohen Erlebnis- und Unterhaltungswert und verbringen im Schnitt ein bis zwei Stunden oder mehr in der City. Dieses Verhältnis spiegelt sich aber nur bedingt in der Anzahl der besuchten Geschäfte wider. So plant nur ein Zehntel der Innenstadtbesucher*innen einen Shoppingbummel durch mindestens sechs, ein knappes Drittel schaut in drei bis fünf Geschäfte. Bei der Besuchshäufigkeit kann Hannover wieder punkten. 57,3 Prozent der Innenstadtbesucher*innen kommen täglich oder wöchentlich in die City. Das sind fast 10 Prozentpunkte mehr als in vergleichbaren Großstädten.

Zur Untersuchung

Bereits zum dritten Mal nach 2014 und 2016 ist das IFH Köln im Herbst 2018 den Erfolgsfaktoren attraktiver Innenstädte auf den Grund gegangen. Für die Studie "Vitale Innenstädte 2018" wurden in 116 teilnehmenden deutschen Städten aller Größen und Regionen zeitgleich Innenstadtbesucher*innen zu ihren Einkaufsgewohnheiten und der Attraktivität der Innenstadt befragt. Die Datenerhebung erfolgte an zwei ausgewählten Tagen (Donnerstag und Sonnabend) im September 2018 anhand eines einheitlichen Fragebogens. Insgesamt sind so rund 59.500 Interviews zusammengekommen. Bei der Bewerbung der Umfrage auf Seiten der Städte und Gemeinden haben die Bundesvereinigung City- und Stadtmarketing Deutschland, der Deutsche Industrie- und Handelskammertag, der Deutsche Städte- und Gemeindebund, der Handelsverband Deutschland sowie weitere lokale Partner unterstützt. In Hannover hat die Wirtschaftsförderung der Landeshauptstadt nach 2016 die Untersuchung erneut gemeinsam mit dem Handelsverband umgesetzt, um über eine aussagekräftige Datenbasis zum Einkaufsverhalten und Vergleichsgrößen der Attraktivitätsfaktoren zu verfügen.