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Atelier- und Projektraumförderung

Investitionen in die Entwicklung des Kunststandortes Hannover

Mit insgesamt 85.000 Euro will die Stadt die positive Weiterentwicklung des jungen Kunststandortes in 2018 fortführen. "Mit einem relativ bescheidenen Etat, an den richtigen Stellen eingesetzt, konnten wir wichtige Impulse für die hannoversche Galerie- und Projektraumszene setzen", so die für den Kunststandort Hannover verantwortliche Anne Prenzler aus dem städtischen Kulturbüro.

Lange Papierrollen mit Bleistiftzeichnungen darauf © LHH

Objekt der Ausstellung Freispiel im KUBUS. Die Künstler: Ole Blank (*1990), Sven-Julien Kanclerski (*1988), Fides Müller(*1986), Sabine Müller(*1985), Maximilian Neumann (*1986), Paloma Riewe (*1988) und David Schomberg (*1988)

Mit der Einführung der Atelier- und Projektraumförderung in 2016 (20.000 Euro für ein halbes Jahr), der Erhöhung auf 50.000 Euro in 2017 und nun den 85.000 Euro in 2018 schafft die Stadt die Voraussetzung, die positive Entwicklung des Kunststandortes Hannover fortzusetzen.

Der Aufschwung des Kunststandortes hat sich weit über Hannovers Grenzen hinaus herumgesprochen: An der Kunsthochschule in Braunschweig gilt Hannover nach Aussagen von Studierenden und ProfessorInnen seit der Einführung der neuen Förderung mittlerweile als attraktiver Standort für die Zeit nach dem Studium.
Auch die Studierenden des neuen Studienganges "Szenografie-Kostüm-Experimentelle Gestaltung" der Hochschule Hannover nehmen die Förderung wahr. Hier hat sich eine erste Ateliergemeinschaft von Thorben Fritsche unter anderem im Ihmezentrum gegründet, die gefördert wird.

"Die Zahl, die Qualität und das Volumen der Anträge – vor allem die Tatsache, dass jeweils zahlreiche Erstanträge dabei sind – zeigen, dass sich die Erwartung eines positiven Effektes für den Kunststandort Hannover erfüllt", so Prenzler. Der Hintergrund ist, dass Hannover zwar mit der Kestner Gesellschaft, dem Sprengel Museum Hannover und dem Kunstverein Hannover international ausgesprochen gut aufgestellt ist. Im mittleren Segment aber – bei der Atelierförderung, den Galerien oder neuen, jungen Ausstellungsräumen – bestand Handlungsbedarf.

Zur Atelier- und Projektraumförderung 2018

Für 2018 stehen insgesamt 85.000 Euro (2017 50.000 Euro) zur Verfügung. 70.000 Euro stellt das Kulturbüro der Stadt bereit, weitere 10.000 Euro kommen von der STIFTUNG Sparda-Bank Hannover und mit 5.000 Euro unterstützt die Dr. Christiane Hackerodt Kunst- und Kulturstiftung die Atelier- und Projektraumförderung 2018.
Für die Atelier- und Projektraumförderung 2018 gingen zum Bewerbungsschluss am 13. Dezember 2017 insgesamt 56 förderfähige Anträge in Höhe von 176.423,32 Euro ein. Davon waren 29 Erstanträge, das heißt Anträge von KünstlerInnen, die 2016 oder 2017 keine Förderung beantragt haben. 30 der 56 Anträge beziehen sich auf eine Förderung von Ateliers, zwölf Anträge auf die Förderung von Ateliergemeinschaften und 14 Anträge auf eine Projektraumförderung.

1) Zur Atelierförderung:

Von den 42 (2017: 31) eingereichten Anträgen mit einer Gesamt-Antragssumme von 92.664,08 Euro (2017: 77.540 Euro) wurden 17 Ateliers und elf Ateliergemeinschaften (2017: insgesamt 25) für eine Förderung mit einer Gesamt-Fördersumme von 35.000 Euro (2017: 20.600 Euro) ausgewählt.

2) Zur Projektraumförderung:

Für die Projektraumförderung haben sich insgesamt 14 Projekträume (2017: 14) mit einem Antragsvolumen von 83.759,24 Euro (2017: 91.100 Euro) beworben. Gefördert werden elf Projekträume (2017: sieben) mit insgesamt 50.000 Euro (2017: 29.400 Euro).

Zu den Richtlinien der Atelier- und Projektraumförderung:

Möglich ist ein monatlicher Mietkostenzuschuss in Höhe von

a. im Falle einer Atelierförderung: bis zu maximal 50 Prozent der Miete inklusive Nebenkosten und

b. im Falle einer Projektraumförderung: bis zu 100 Prozent der Miete inklusive Nebenkosten.

Rückblick:

Erfahrungen seit der Einführung der Atelier- und Projektraumförderung

Eine besondere Rolle bei der Atelier- und Projektraumförderung kommt den Ateliergemeinschaften zu, die gegenüber den Einzelateliers ein deutlich höheres Potential haben öffentlich sichtbar zu werden, unter anderem zu ZINNOBER, aber auch mit Atelierfesten und anderen Aktionen.

Beispiele für erfolgreiche Förderungen von Ateliergemeinschaften sind:

  • das Goethe Exil, eine Ateliergemeinschaft von sechs jungen FotografenInnen, alle AbsolventInnen der Hochschule Hannover;
  • das Atoll an der Schulenburger Landstraße, eine Gruppe, die aus Mediendesign-Studierenden und -AbsolventInnen der Hochschule Hannover und KunststudentInnen der HBK Braunschweig besteht;
  • der projektKLUB e.V., eine Gruppe von sechs MeisterschülerInnen und AbsolventInnen der HBK Braunschweig, die unlängst nach Hannover übergesiedelt sind.

Beispiele für die Neugründungen und Erhaltung von Ausstellungsmöglichkeiten:

Die Atelier- und Projektraumförderung hat zu Neugründungen geführt und für eine Reihe von Projekträumen die Fortsetzung ihrer erfolgreichen Arbeit gesichert.

Neugründungen im Bereich der Projekträume:

  • Keller drei, geleitet von einem interdisziplinären Team: unter anderem Pit Noack (Klangkünstler „sound – art – programming“) und Sophia Sanner (Künstlerin und Modedesignerin);
  • ad/ad – Project Space, ein Projektraum von Alumni der HBK Braunschweig: Samuel Henne, Leona Alina Boltes und Arno Auer, die sich bereits mit zahlreichen KünstlerInnen in Hannover vernetzt haben und zugleich die Brücke zur HBK Braunschweig schlagen;
  • Ruine hq, ein Projektraum von Sebastian Stein, der unlängst aus Hamburg nach Hannover umgesiedelt ist, hat bereits als Publizist und Kurator gearbeitet, unter anderem für das Programm M.1 der Arthur Boskamp-Stiftung;
  • Forum S 15, ein in Gründung befindlicher Projektraum von KünstlerInnen aus den Ateliers in der Seestraße 15;
  • TURBA GALLERY mit dem Schwerpunkt auf internationalen Austauschprojekten von Marlene Bart (HBK Braunschweig/Udk Berlin) Jean Sikiaridis (HBK Braunschweig) und Christoph H. Winter (UdK Berlin/HU Berlin);
  • Studio Ilka Theurich, ein Projektraum mit dem Schwerpunkt Performance innerhalb des atelier:bettfedernfabrik auf dem Faustgelände.
  • Ein weiterer vielversprechender Projektraum aus der Ateliergemeinschaft projektKLUB ist ebenfalls in Planung.

Zwei bereits bestehende Projekträume hätten ohne die Einführung der Förderung im Sommer 2016 nicht weiterbestanden:

  • der Konnektor - Forum für Künste e.V., Gründung 2011, insgesamt rund 60 durchgeführten Ausstellungen;
  • die Galerie BOHAI e.V., ein Ausstellungsraum für zeitgenössische Fotografie von AbsolventenInnen der Hochschule Hannover mit Potenzial zur Entwicklung einer Produzentengalerie.
  • Einigen Projekträumen gelingt durch die Förderung eine Professionalisierung wie SCOPE e.V. in der Calenberger Neustadt, die mit SCOPE Hannover ein Festival für die zeitgenössische, künstlerische Fotografie ins Leben gerufen haben, das überregional und international für Aufmerksamkeit sorgt und in diesem Jahr zum zweiten Mal stattfindet. Mit der Einbeziehung weiterer, kooperierender Projekträume erzielt SCOPE Hannover außerdem eine Vernetzung zwischen internationaler und lokaler Szene.