Urbane Logistik – Lieferverkehr der Zukunft

Klimaschutz im Lieferverkehr von Relevanz

Zum Schutz des Klimas müssen Prozesse der urbanen Logistik nachhaltig verändert werden. Dies ist eine Erkenntnis der Online-Befragung der Forschungsgruppe USEfUL (Untersuchung, Simulation und Evaluation für Urbane Logistik). Unter Leitung der Hochschule Hannover wurde im Zeitraum von Juli bis September 2020 eine Online-Befragung zur urbanen Logistik durchgeführt, deren Ergebnisse nun vorliegen.

78 Prozent der Befragten gaben an, dass ihnen eine umweltfreundliche Logistik wichtig oder eher wichtig ist. Fast die Hälfte (47 Prozent der Teilnehmenden) hat das Bedürfnis, mit ihrem Bestellverhalten die Reduzierung von Emmissionen im logistischen Prozess zu beeinflussen und ist bereit, hierfür einen Beitrag zu zahlen. Circa 25 Prozent der Befragten erhalten mindestens wöchentlich eine Warenlieferung. Mehr als die Hälfte kann sich vorstellen, ihre bestellten Waren nicht mehr an die Haustür liefern zu lassen. Bereits jetzt werden alternative Optionen genutzt wie die Zustellung an fußläufig erreichbaren Abholstationen, Filialen oder Paket-Shops. Die kompletten Ergebnisse der Befragung können hier abgerufen werden.

Über die Befragung

Für die Analyse des logistikrelevanten Akzeptanzverhaltens wurden Bürger*innen deutscher Städte mittels einer Online-Befragung eingebunden. Der Fokus der Erhebung lag auf dem Erkenntnisgewinn über moderne Logistikangebote und dem Bestellverhalten der Bürger*innen. Ziel war es, Erkenntnisse darüber zu gewinnen, inwiefern neuartige Lieferkonzepte - wie Auslieferungen mit Lastenrädern oder Lieferungen zu Abholstationen - akzeptiert und Einkäufe zur täglichen Versorgung durchgeführt werden. An der Umfrage nahmen 1.200 Personen teil.

Das Forschungsprojekt USEfUL

Im Rahmen des Forschungsprojekts USEfUL (gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung-Förderung, FKZ 03SF0547) wird eine Web-Applikation entwickelt, mit der Logistikkonzepte bewertet sowie deren Auswirkungen auf das Leben in der Stadt und den Gesamtverkehr aufgezeigt werden können. Projektpartner*innen sind die Leibniz Universität Hannover, die Hochschule Hannover, die TU Braunschweig und Volkswagen Nutzfahrzeuge. Insbesondere Politiker*innen und Verwaltungen von Kommunen sollen künftig die zu entwickelnde App verwenden, um entsprechend ihrer Nachhaltigkeitsziele effektive Maßnahmen zu identifizieren. Indem Verkehrs- und Warenströme modelliert und simuliert werden, können sich Entscheidungsträger*innen über innovative urbane Logistikkonzepte informieren und einen Einblick über die zu erwartenden Auswirkungen gewinnen, bevor die Konzepte in der Realität umgesetzt werden.