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bahnhof.sicher © Polizei Hannover (Quelle)

bahnhof.sicher

Gemeinsames Vorgehen

Konzept "bahnhof.sicher" vorgestellt

Kooperativ, präventiv, konsequent – so wollen Polizeidirektion Hannover und Landeshauptstadt Hannover zusammen mit ihren Partnern Bundespolizeidirektion Hannover, Deutsche Bahn AG, ÜSTRA Hannoversche Verkehrsbetriebe AG, HRG Passerelle und protec service GmbH vorgehen, um der Situation rund um den Hauptbahnhof effektiver zu begegnen. Die Beteiligten haben sich im Rahmen des Projektes "bahnhof.sicher" auf das gemeinsame Vorgehen verständigt. Ein Kernpunkt ist die ausgedehnte Präsenz von Sicherheitskräften und Ordnungsdiensten sowie ein abgestimmter Katalog von Reaktionen auf einzelne Verhaltensweisen.

Drei Männer sitzen auf einem Podium © Polizei Hannover

Ordnungsdezernent Axel von der Ohe, Polizeipräsident Volker Kluwe und Bundespolizeipräsident Dr. Martin Kuhlmann (v.l.) bei der Pressekonferenz zu "bahnhof.sicher"

Seit geraumer Zeit steht die Situation an Hauptbahnhof, Raschplatz und Ernst-August-Platz mit der Trinker-, Obdachlosen- und Drogenszene und damit verbundenen Belästigungen und Delikten im Fokus von Polizei und Stadtverwaltung. Das Konzept "bahnhof.sicher" mit der ausdrücklichen Einbeziehung weiterer Partner ist die konsequente Fortentwicklung.

24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche

Durch intensivierte Vernetzung und Zusammenarbeit soll das Sicherheitsgefühl der Bürger*innen weiter gestärkt und gemeinsam noch mehr für Sicherheit, Ordnung und Sauberkeit im Bereich Raschplatz, Ernst-August-Platz und umliegenden Bereichen getan werden. Konkret wird garantiert, dass rund um die Uhr ein Sicherheits- oder Ordnungsdienst vor Ort ist, 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche – zusätzlich zu gemeinsamen Streifengängen zum Beispiel von Polizei und Ordnungsdienst. Den Sicherheitskräften und Mitarbeiter*innen unterschiedlicher Ordnungsdienste werden "Spielregeln" an die Hand gegeben, nach denen sie einheitlich auf Verhaltensweisen reagieren können – von freundlicher Ansprache über deutliche Ermahnung bis zu ordnungsrechtlichen Konsequenzen. Mit der Umsetzung der erweiterten Streifengänge wird kurzfristig begonnen.

Neben weiteren baulichen Optimierungen am Raschplatz sollen schrittweise alle Anlieger*innen und Nutzer*innen des Bahnhofsbereichs sowie die Hilfseinrichtungen vor Ort in das Konzept einbezogen werden. Die Landeshauptstadt bereitet überdies eine Verordnung zum Verbot gefährlicher Gegenstände vor, die dem Rat der Stadt zum Beschluss vorgelegt wird. Ein allgemeines Alkoholverbot wurde unter anderem mit Blick auf die Situation Suchtkranker und wegen des zu erwartenden, nicht zu steuernden Verdrängungseffektes verworfen.

Fokus auf das Sicherheitsempfinden

"Das Sicherheitsempfinden der Menschen in Hannover ist uns allen sehr wichtig. Sogenannte Angsträume, in denen sich Bürgerinnen und Bürger unsicher fühlen, auch wenn die Kriminalitätslage objektiv betrachtet dafür keinen Anlass gibt, müssen ernst genommen und abgebaut werden. Die Feststellungen in und um den Hauptbahnhof zeigen uns deutlich, dass es hier großen Bedarf gibt zu handeln, und genau das werden wir jetzt tun: Handeln. Die Projektpartner sind der Meinung, dass eine synergetische Vernetzung und Zusammenarbeit ganz wesentlich zur Zielerreichung beiträgt. Daher haben wir eine gemeinsame Vorgehensweise, bestehend aus Konzepten der Präsenz, Prävention und Öffentlichkeitsarbeit, zur vernetzten Schwerpunktsetzung im Bereich Hauptbahnhof entwickelt", sagt Polizeipräsident Volker Kluwe.

Die hohe Bedeutung des Themas "Sicherheit" zeigte bereits das Ergebnis des sechsten Bürger-Panels im vergangenen Jahr. Diese Befragung der Bürger*innen findet seit 2012 regelmäßig zu Themen der Stadtgesellschaft und -politik statt.

"Wir wissen, dass der Schlüssel für ein verbessertes subjektives Sicherheitsempfinden im Bahnhofsbereich vor allem in einer starken Präsenz der Ordnungsakteure liegt. Die bereits in der Vergangenheit initiierten Maßnahmen, beispielsweise gemeinsame Streifen vom Ordnungsdienst der Stadt und der Polizei, waren daher ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Diesen Weg gehen wir nun gemeinsam konsequent weiter und verankern die Sicherstellung einer durchgängigen Präsenz von Polizei, Bundespolizei, privaten Sicherheitsdiensten und städtischem Ordnungsdienst als ein zentrales Element von 'bahnhof.sicher'", so Hannovers Ordnungsdezernent Dr. Axel von der Ohe.

Enge Vernetzung

Da der Fokus des Projektes auf dem Hauptbahnhof liegt, sind auch die Bundespolizei und die Deutsche Bahn AG eng in die Planungen eingebunden. Wegen der Verantwortlichkeit für die Gestaltung des Raschplatzes und den Betrieb der Verkaufsmall nahm zudem die HRG Passerelle an den Gesprächen teil. Auch in Zukunft wird die HRG Passerelle weiterhin ihren Beitrag zur Sauberkeit und Sicherheit leisten. Die ÜSTRA Hannoversche Verkehrsbetriebe und ihre für die Sicherheit zuständige Tochterfirma protec service sind seit Jahren fester Bestandteil der Kooperationspartnerschaft und haben immer wieder mit den Zuständen rund um den Raschplatz zu tun. 

(Veröffentlicht am 7. Juni 2019)