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Kulturhauptstadt Europa 2025

Kulturhauptstadt-Team stellt Verstärkung vor

Mit Künstler*innen und Querdenker*innen - Das Team Kulturhauptstadtbewerbung 2025 wächst. Die Jury-Begründung ist ausgewertet und das Kulturhauptstadt-Team um die Teamleiterinnen Inga Samii und Melanie Botzki holt sich nun weitere Verstärkung. 

Das laut Jury "starke Team", das die Bewerbung erfolgreich durch die erste Runde geführt hat, wird ergänzt um zusätzliche Expertise. Zur Wissenschaftlerin, Kulturmanagerin, Historikerin, Künstlerin, Juristin, Verwaltungsfachfrau, Musikwissenschaftlerin, Pressesprecherin, zum Designer und Schriftsteller kommen jetzt acht neue Mitglieder aus den Bereichen Architektur, Literatur, Politikwissenschaft, Kunst, Performance, Musik und Dramaturgie. Damit wird die bewährte interdisziplinäre, kollektive Arbeit fortgesetzt.

"Mit unseren Neuzugängen erweitern wir unsere Bewerbung um neue Perspektiven. Wir freuen uns sehr auf die Zusammenarbeit und sind uns sicher, dass wir ein überzeugendes Bid Book abgeben werden", sagen Inga Samii und Melanie Botzki.

Intersektional und interdisziplinär wird das Team bis Ende April gemeinsam die künstlerischen Inhalte des zweiten Bid Books nach dem Agora-Prinzip vertiefen. Dabei wird es eng mit allen bisher Beteiligten, wie zum Beispiel den beratenden Gremien, Arbeitsgruppen innerhalb der Stadtverwaltung, den Think Tanks, den regionsübergreifenden Kommunen und der Kulturszene, zusammenarbeiten. Gemeinsam werden konkrete Projekte entwickelt, um ein lokales, nationales und europäisches Publikum anzusprechen.

Gemäß den Vorgaben der Jury werden für einige Projekte aus dem ersten Bid Book beispielhaft klare Konzepte zur Umsetzung vorgelegt. Das umfangreiche Programm für das Titeljahr mit circa 500 Projekten und zehn Großprojekten wird erst nach dem Titelgewinn entwickelt.

Abgabetermin für das zweite Bid Book ist der 31. Juli 2020 in Berlin. Zwischen dem 21. und 23. September 2020 entscheidet die Jury bei der Auswahlsitzung endgültig, welche Stadt Kulturhauptstadt Europas 2025 wird. Kurz zuvor wird eine Delegation der Jury die Bewerberstädte für jeweils einen Tag besuchen.

Die neuen Mitglieder im Team Kulturhauptstadtbewerbung 2025

Aljoscha Begrich studierte Kunstgeschichte, Philosophie und Kulturwissenschaft in Berlin, Buenos Aires und Mexiko City. Nach seiner Arbeit als Bühnenbildner war er ab 2009 als Dramaturg am Schauspiel Hannover sowie am Hebbel am Ufer in Berlin tätig und ist seit 2014 am Maxim Gorki Theater. Er entwickelte eine Vielzahl an Arbeiten, welche bereits in über 40 Städten realisiert und unter anderem zum Festival d‘Avignon und zur Bienale di Venezia eingeladen wurden. Begrich unterrichtete als Dozent an der Leibniz Universität Hannover, der Universität Hildesheim sowie der Bayrischen Theaterakademie Everding.

Genreübergreifend und interdisziplinär arbeitet das Kollektiv raumlaborberlin. Benjamin Förster-Baldenius ist einer von acht Architekten des Kollektivs und inzwischen seit mehr als 20 Jahren dabei. Zusammen entwickelt das raumlaborberlin weltweit interdisziplinäre Projekte im öffentlichen Raum und verbindet dabei Architektur, Kunst und Gesellschaft miteinander, wodurch es zu einem der bedeutendsten und innovativsten Architektenbüros Deutschlands geworden ist.

Robin Höning hat Architektur und Stadtplanung studiert und ist Geschäftsführer von endboss. Seit mittlerweile sieben Jahren entwickelt endboss von Hannover aus nicht nur Objekte, Architekturen und urbane Parallelwelten für unterschiedliche Stadträume in der ganzen Welt, sondern auch nachhaltige Gemeinschaften und Bewegungen. Dabei sind sie weder auf ein Themenfeld, noch auf eine bestimmte Zielgruppe festgelegt und haben sich bisher mit Kindern, Skater*innen, Rentner*innen, Geflüchteten, Politiker*innen, Studierenden und Bürokrat*innen gemeinsam die Hände schmutzig gemacht.

Çagla Ilk ist Kuratorin und Dramaturgin. Von 2013 bis 2020 war die studierte Architektin am Maxim Gorki Theater, unter anderem für die interdisziplinäre Kunstausstellung Berliner Herbstsalon zuständig, bei der sie mit zahlreichen internationalen Künstler*innen und Regisseur*innen zusammengearbeitet hat. Ihre Arbeiten verbinden Kunst, Urbanistik und Architektur miteinander. Ilk beschäftigt sich insbesondere mit der Interdisziplinarität zwischen den Darstellenden und Bildenden Künsten, Diversity-Themen, sowie der transkulturellen Öffnung von Kulturinstitutionen und der Förderung dieser.

Das Künstlerpaar Lotte Lindner & Till Steinbrenner lebt und arbeitet seit 2002 in Hannover. Studiert haben sie bei der Performancekünstlerin Marina Abramoviç, ausgestellt schon weltweit: im New Yorker MoMa PS 1, in der Londoner Tate Modern und vielen europäischen Metropolen. Für ihre Arbeit wurden sie unter anderem mit dem Kunstpreis der Sparkasse Hannover, dem Zeitsicht-Preis Augsburg und mit dem New York Stipendium der Niedersächsischen Sparkassenstiftung und des Landes Niedersachsen ausgezeichnet und lehrten als Gastprofessor*innen an der Akademie der Bildenden Künste München. In Hannover bespielten sie den Holländischen Pavillon auf dem Expogelände, den Hodlersaal und für Made in Germany Räume der Kestnergesellschaft. Damit sind sie laut HAZ "Hannovers aufregendstes Künstlerpaar".

Jean Peters ist Politikwissenschaftler und Aktionskünstler und gründete 2013 das Peng!-Kollektiv. In seiner Arbeit verbindet er Mittel der Performance-Kunst und Medien-Inszenierung mit klassischer Kampagnenarbeit sowie investigativer Recherche. Mit Peng infiltrierte er etwa die Medienarbeit von Konzernen wie Shell, Google oder Vattenfall, rief zur innereuropäischen Fluchthilfe auf und gründete einen temporären Aussteiger*innenverein für Geheimdienstmitarbeiter*innen. Sollten irgendwann Faschist*innen an die Macht kommen, will er zumindest damit prahlen können, dass er alles dagegen tat, was ihm einfiel. Deshalb arbeitet er mittlerweile auch für das Neo Magazin Royale mit Jan Böhmermann.

Thomas Posth ist freiberuflicher Dirigent, Cellist und Konzertdesigner. 2006 gründete er das in Hannover beheimatete Orchester im Treppenhaus. Mit seinen Konzertprojekten hat sich das Orchester in den letzten Jahren zu einem der führenden Vertreter der innovativen Klassikszene in Deutschland und Europa entwickelt. Posth hat zudem eine nebenberufliche Professur als Akademischer Musikdirektor der Universität Hamburg inne, bekleidet einen Lehrauftrag an der Musikhochschule in Hannover und ist künstlerischer Leiter der Académie de Musique de Chambre de Bardou in Südfrankreich.