Übereignung

Landeshauptstadt Hannover möchte Sammlung des Museums für Energiegeschichte(n) übernehmen

Der Energieversorger Avacon hat entschieden, den Betrieb des Museums für Energiegeschichte(n) einzustellen und der Landeshauptstadt Hannover angeboten, ihr die Sammlung dauerhaft im Wege einer Sachspende zu übereignen. Vorbehaltlich der Zustimmung der Ratsgremien möchten die städtischen Museen für Kulturgeschichte die Sammlung übernehmen.

v.l.n.r.: Dr. Andreas Fahl (Historisches Museum), Prof. Dr. Thomas Schwark (Direktor der Museen für Kulturgeschichte), Thorsten von Neubeck (Bereichsleiter Kommunikation, Politik und Marke, Avacon AG und Ralf Baumgarten, Avacon AG) 

Folgende Objekte sind auf dem Bild zu sehen: v.l.n.r. Telefunken Radio (1947); Telefunken Magnetophon (1970-1972); Morseapparat von Siemens-Halske (1891), im Vordergrund auf  dem Tisch: Reichstelegrafenkabel (1878)

 

Prof. Dr. Thomas Schwark, Direktor der Museen für Kulturgeschichte, hat am Freitag, 17. Dezember, gemeinsam mit Thorsten von Neubeck, Bereichsleiter Kommunikation, Politik und Marke, Avacon AG, über den Stand der Verhandlungen zur Übernahme der Sammlung informiert.

"Der ideelle Wert der Sammlung ist außerordentlich: In ihr spiegeln sich die Wirtschafts- und Technikgeschichte unserer Region in ganz besonderer Weise. Insbesondere die Entwicklung der Elektrotechnik und zugleich zahlreicher hannoverscher Unternehmen lassen sich damit veranschaulichen. Wir danken Avacon sehr für dieses großzügige Angebot", begrüßt Schwark die angebotene Sachspende.

"Es ist über Jahrzehnte viel Herzblut in die Sammlung des Museums für Energiegeschichte(n) geflossen. Wir würden uns freuen, wenn dieser hohe ideelle Wert eine Zukunft bei den Museen für Kulturgeschichte der Landeshauptstadt Hannover findet. Die Sammlung ist eng mit der Geschichte der Region verbunden.", bestärkt von Neubeck das Angebot an die Landeshauptstadt Hannover.

Für die Übernahme der Sammlung ist ein Ratsbeschluss erforderlich. Die Drucksache wurde am Freitag, 17.12., in die politischen Gremien gegeben und vom zuständigen Kulturausschuss einstimmig beschlossen.

Von der Elektrizitätsanwendung bis zur Stromversorgung

Der Objektbestand des Museums für Energiegeschichte(n) illustriert wichtige technische Entwicklungen und repräsentiert die Identität Hannovers als industrielles Zentrum des 19. und 20. Jahrhunderts. Viele der Objekte zeugen vom innovativen Potenzial hannoverscher Firmen und Technikerpersönlichkeiten (Entwicklung von PAL-Fernsehen, Schallplatte, Musikkassette, CD). Sie ist deshalb stadt- und regionalgeschichtlich von hoher Bedeutung.

Als kleiner Vorgeschmack aus der Sammlung wurde unter anderem der Radioapparat Telefunken T4347 GWK präsentiert. Das mittlerweile seltene Gerät stammt aus der frühen Nachkriegszeit und würde eine Lücke in der städtischen Sammlung schließen.

"Dank der guten Arbeitsbeziehungen zum Museum für Energiegeschichte(n) konnte das Historische Museum auf ein aktives Sammeln im Bereich der Elektrizitäts- und Energiegeschichte verzichten, denn das Ausleihen von Teilen der Sammlung war jederzeit möglich", so Schwark. "Die Übernahme der bei Besucher*innen wie beim Fachpublikum und auch Schulklassen gleichermaßen geschätzten Spezialsammlung würde daher nicht allein den städtischen Sammlungsbestand erweitern, sondern zugleich den Verlust einer Darstellung der Geschichte der Elektrizitätsanwendung und Stromversorgung in unserer Region verhindern."

Für die Entwicklung künftiger Sonder- und Dauerausstellungen in den Museen für Kulturgeschichte sind Exponate aus der Sammlung des Museums für Energiegeschichte(n) von besonderer Bedeutung. Zum einen können Aspekte des europäischen Industrie-Designs (Museum August Kestner) betont und zum anderen die sozial- und wirtschaftsgeschichtliche Bedeutung der Elektrizitäts- und Industrieentwicklung (Historisches Museum) veranschaulicht werden.

"Dabei ist der monetäre Wert der Sammlung kaum zu bestimmen: Vom schlichten ‚Schuko-Stecker‘ und der Nachtspeicherheizung bis zum begehrten Sammlerstück, der klassischen Juke-Box, finden sich darin höchst unterschiedliche Stücke, die in den kommenden Jahren einer Sichtung und Wertbestimmung unterzogen werden müssen", erläutert Schwark.

(Sonder-)Ausstellungen zu Themen von Technik und Elektrizität sind geplant

Die Museen für Kulturgeschichte beabsichtigen, künftige (Sonder-)Ausstellungen zu Themen von Technik und Elektrizität erlebnisorientiert auszurichten, so dass sich junge Menschen aller Geschlechter gleichermaßen für MINT-Themen interessieren und begeistern können. Die Objekte der Sammlung sollen im Rahmen des üblichen Leihverkehrs auch anderen Museen zur Verfügung gestellt werden.

Vorbehaltlich der Zustimmung der Ratsgremien kann die Sammlung übereignet werden, sobald das künftige Sammlungszentrum der Landeshauptstadt Hannover in der Vahrenwalder Straße zur Verfügung steht. Dies wird voraussichtlich Mitte 2024 der Fall sein.

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