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25- jähriges Bestehen

Landeshauptstadt Hannover würdigt Verdienste von amfn e.V.

Seit 25 Jahre setzt sich die Arbeitsgemeinschaft Migrantinnen, Migranten und Flüchtlinge in Niedersachsen (amfn e.V.) bereits dafür ein, dass Menschen mit internationaler Geschichte in Niedersachsen ein zu Hause finden. Aus diesem Anlass würdigte die Landeshauptstadt Hannover das große Engagement der Organisation im Rahmen eines Empfangs im Beisein von amfn-Geschäftsführer Dr. Anwar Hadeed, Stephan Manke, Staatssekretär im Niedersächsischen Ministerium für Inneres und Sport, und weiteren Gästen.

Drei Männer auf einer Treppe. © LHH

Staatssekretär Stephan Manke (Staatssekretär im Niedersächsischen Ministerium für Inneres und Sport), amfn-Geschäftsführer Dr. Anwar Hadeed und Oberbürgermeister Belit Onay. 

Oberbürgermeister Belit Onay betonte im Rahmen der Feierstunde, dass die Arbeit an der Neuauflage des Lokalen Integrationsplans (Arbeitstitel: LIP 2.0) auch durch die Werte und Prinzipien des amfn e.V. geprägt sei. Viele Menschen hätten durch den Zuspruch der Organisation den Mut gefunden, die Gesellschaft aktiv mitzugestalten und sich in den LIP-Prozess einzubringen. Amfn e.V. stelle die aktive Teilhabe, die Möglichkeit der Einmischung und des Mitbestimmens, als grundlegendes menschliches Bedürfnis in den Fokus. "Seit 25 Jahren bauen und nutzen Sie Brücken in Politik und Verwaltungen um für Menschen zu sprechen, denen die Zugänge in unsere gesellschaftlichen Institutionen fehlen. In dieser Zeit sind Sie und Ihre Mitglieder Expert*innen für den Brückenbau geworden", sagte Onay im Rahmen der Veranstaltung. "Eine aufgeklärte, eine vielfältige, eine offene und nach vorn blickende Gesellschaft braucht Menschen, die sich engagieren und die dieses Engagement auch in anderen wecken können. So verstehe ich die Arbeit von amfn. Die Einwanderungsstadt Hannover profitiert immens von Ihrer herausragenden Arbeit für eine offene und diverse Gesellschaft. Dafür bedanke ich mich im Namen der Landeshauptstadt Hannover ganz herzlich", so Onay weiter.

Vereine legen den Finger in die Wunde

Im Rückblick benannte Onay auch neue gesellschaftliche Gräben, die in den letzten Jahrzehnten sichtbar geworden seien, wie rechtsradikale Gruppierungen und Parteien, die offensiver und lauter geworden seien und den politischen und gesellschaftlichen Diskurs nach rechts gerückt hätten. Jedoch könne die Gesellschaft Rassismus und Diskriminierungen erkennen und gezielt bekämpfen. Auch dies sei unter anderem ein Verdienst der Vereine, die amfn e.V. vertritt. Diese legten immer wieder den Finger in die Wunde, würden Rassismus benennen und mit konsequenter politischer Bildung dazu beitragen, ihn zu bekämpfen.

Über amfn e.V.

amfn e.V. ist ein Dachverband von 56 Migrantenorganisationen und -vereinen. Teilhabe und Anerkennung auf allen Eben zu stärken, ist das zentrale Anliegen. Amfn e.V. versteht sich als Vorreiter im Bereich der interkulturellen politischen Bildung. Hierbei wird nach eigener Aussage das politische Bildungsangebot auf die Bedürfnisse der Eingewanderten zugeschnitten, mit dem Ziel, Partizipation zu ermöglichen und Chancengerechtigkeit zu erhöhen. Die Erfahrungen, Werte und Kompetenzen der Teilnehmenden würden in die Seminarinhalte einfließen und reflektiert. Interkulturelle politische Bildung solle einen Beitrag zur gegenseitigen Anerkennung leisten und den Teilnehmenden Wege aufzeigen, die eigenen Teilhabeoptionen zu erkennen und zu nutzen. Interkulturelle politische Bildung biete durch Wissensvermittlung und den gleichberechtigten dialogischen Ansatz den Teilnehmenden die Möglichkeit, sich ehrenamtlich zu engagieren und ihre Selbstwirksamkeit zu stärken.