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Der doppelstöckige Eingang zum vierstöckigen Gebäude der Leonore-Goldschmidt-Schule (ehemals IGS Mühlenberg) © Leonore-Goldschmidt-Schule

Die Leonore-Goldschmidt-Schule wurde in Passivhausbauweise errichtet.

Bauen für Hannover

Landeshauptstadt investiert Millionen in städtische Gebäude

Allein in den Jahren 2016 und 2017 hat die Landeshauptstadt Hannover mehr als 150 Millionen Euro in bauliche Maßnahmen investiert. Ein Drittel davon machten Projekte in Form von öffentlich-privaten Partnerschaften aus. Darüber hinaus wurden in Maßnahmen zur Bauunterhaltung jährlich weitere rund 15 Millionen Euro eingesetzt. Diese Bilanz hat das städtische Gebäudemanagement in der Broschüre „Bauen für Hannover“ veröffentlicht.

„Investitionen in diesem Umfang in den städtischen Gebäudebestand sind auch in Zeiten einer guten Haushaltslage nicht selbstverständlich“, betont Hannovers Erste Stadträtin und Wirtschafts- und Umweltdezernentin Sabine Tegtmeyer-Dette. „Das umfangreiche Investitionsvolumen unterstreicht die städtische Zielsetzung, die kindliche Bildung und weiterführende Qualifizierung zu fördern, auszubauen und damit weiter in die Zukunft der Stadtgesellschaft zu investieren. Die bestehende Gebäudesubstanz wird nach und nach umfassend saniert“, so die Dezernentin weiter.

Schwerpunkt Kitas und Schulen

Die Sanierung und der Neubau von Schulen und Kindertagesstätten gehören zu den Schwerpunkten der Investitionstätigkeit. Herausragende Neubau-Projekte waren in 2016/2017 die Leonore-Goldschmidt-Schule (ehemals IGS Mühlenberg) sowie das Bildungszentrum „kiss Birkenstraße – Kita Schule Sport“ mit der Kita-Südstadt, der Otfried-Preußler-Grundschule und einer großen Sporthalle. Aber auch andere Objekte wie das unter Denkmalschutz stehende Arne-Jacobsen-Foyer in den Herrenhäuser Gärten, das Theater am Aegi, der Hase-Brunnen und das Stadtteilzentrum Mühlenberg im Gebäude der Leonore-Goldschmidt-Schule sind in den vergangenen zwei Jahren neu errichtet oder saniert worden. Einen weiteren Schwerpunkt bildeten der Ausbau von Ganztagsschulen sowie die Entwicklung und Bereitstellung von Flüchtlingsunterkünften. „Allein diese unterschiedlichen Projekte unterstreichen die Vielfalt der abwechslungsreichen Aufgaben im Fachbereich Gebäudemanagement“, sagt Sabine Tegtmeyer-Dette.

Insgesamt werden im Fachbereich Gebäudemanagement rund 840 Gebäude mit einem Bilanzwert von circa einer Milliarde Euro und einer Nutzfläche von 1,2 Millionen Quadratmeter betrieben und optimiert, instandgehalten, modernisiert und durch An- und Neubauten erweitert. Hinzu kommen umfängliche Anmietflächen überwiegend für die Verwaltungsstandorte der städtischen Fachbereiche, aber auch für Kindertagesstätten und sonstige Nutzungen im Stadtgebiet.

Zusätzliche Investitionen durch „500 plus“

Ende 2016 wurde von der Landeshauptstadt Hannover das richtungsweisende Investitionsprogramm „500 plus“ als Bestandteil des Stadtentwicklungskonzeptes „Mein Hannover 2030“ beschlossen. Durch die Umsetzung dieses Programmes werden in den kommenden zehn Jahren über die „normale“ Investitionstätigkeit hinaus zusätzlich 480 Millionen Euro in städtische Gebäude investiert, um den Anforderungen einer wachsenden Stadt gerecht zu werden. Obwohl die Schulsanierung bereits in den vergangenen Jahren Investitionsschwerpunkt war und zwischen 2007 und 2014 bereits über 320 Millionen Euro allein dafür investiert wurde, ist in diesem Bereich der Bedarf nach wie vor am größten. Gründe hierfür liegen in der vom Land beschlossenen Rückkehr zum Abitur nach neun Jahren, den sich fortlaufend ändernden und wachsenden Anforderungen an die räumliche Gestaltung der Schulen wie zum Beispiel Inklusion und Ausbau des Ganztagsbetriebes sowie im Alter des Gebäudebestands.

Bestand auf Standard bringen

Die meisten Schulgebäude sind während der vergangenen 120 Jahre errichtet worden und zeigen Stärken und Schwächen ihrer jeweiligen „Bauepoche“. Das Bauen von Schulen steht in engem Bezug zur Zeitgeschichte, etwa der Gründerzeit, dem Wiederaufbau nach dem zweiten Weltkrieg oder von geburtenstarken Jahrgängen der 1960/70er Jahre. Aufgrund des fortgeschrittenen Alters zahlreicher Schulgebäude ist die Stadt motiviert, Schritt für Schritt ihre Gebäude auf einen zeitgemäßen Baustandard zu bringen. Gleichzeitig wird mit der Sanierung der Nutzerkomfort erhöht oder die räumliche Flexibilität verbessert sowie die Institution „Schule“ soziokulturell aufgewertet. „Schulen sind längst mehr als nur Orte, an denen lediglich von acht bis 13 Uhr gelernt wird. Damit verändern sich auch die Ansprüche an die Räumlichkeiten“, erläutert Sabine Tegtmeyer-Dette.

„Bauen für Hannover 2017“

Die aktuelle Publikation „Bauen für Hannover 2017“ gibt Einblicke in die neuen Lebens- und Wirkräume der Kinder und Jugendlichen, Erzieher/innen, Lehrkräfte und städtischen Beschäftigten. Sie beinhaltet einerseits klassische Sanierungsmaßnahmen und Projekte, die den veränderten Anforderungen an die energetischen Standards und an die Sicherheits- und Gebäudetechnik Rechnung tragen, andererseits aber auch den benötigten Ganztagsausbau von Schulen sowie Beispiele für erstellte Modulbauten zur Unterbringung von Flüchtlingen. Vielfältige Mensaneubauten werden ebenso behandelt wie die preisgekrönten Holzmodule in der Flüchtlingsunterkunft Steigertahlstraße.

Die sich ständig verändernden Anforderungen an Bau und Betrieb der Gebäude stellen auch die PlanerInnen vor immer neue Herausforderungen an die gelebten Prozesse und bestehenden Strukturen. Im zweiten Teil der Broschüre wird neben einer detaillierten Darstellung der Aufgaben des Fachbereiches daher auch der bisherige sowie der zukünftige Aufbau des Fachbereiches Gebäudemanagement vorgestellt. Das Programm „500 plus“ und die damit steigende Zahl von Aufgaben haben dazu geführt, dass die Zahl der Beschäftigten im Fachbereich Gebäudemanagement auf rund 400 angestiegen ist.

Die Broschüre „Bauen für Hannover“ wird alle zwei Jahre veröffentlicht.

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