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Programm 2019

MALEREI! 31 Positionen

Zeitgenössische Malerei aus Hannover und der Region zeigt die Galerie vom Zufall und vom Glück. Wegen der großen Nachfrage ist die Ausstellung "Malerei! 31 Positionen" noch bis zum 24. März in der Städtischen Galerie KUBUS zu sehen.

Die Malerei ist ein wandlungsfähiges Medium – oftmals totgesagt, vielfach "revolutioniert" und neu erfunden, ist sie nach wie vor von zentraler Bedeutung als zeitgenössische Ausdrucksform. Künstlerinnen und Künstler loten das Potential und die Grenzen der Malerei in immer neuen Varianten aus. Dies gilt auch für die in Hannover und der Region ansässigen Kunstschaffenden. Innerhalb des Spektrums der Kunst, die von großen Institutionen vorgestellt und vertreten wird, erscheint die Malerei allerdings verhältnismäßig randständig.

31 Positionen aus Hannover und der Region an verschiedenen Orten

Dies ist Anlass für die Städtische Galerie Hannover (Kubus), die Gesellschaft für Kunstförderung in Niedersachsen (Galerie Vom Zufall und vom Glück), die Region Hannover (Schloss Landestrost) und die Städtische Galerie Lehrte eine gemeinsame Präsentation zeitgenössischer Malerei zu initiieren. 31 Positionen aus Hannover und der Region werden gezeigt, die unterschiedliche Tendenzen und Themen behandeln, ohne dass die Ausstellung den Anspruch auf Vollständigkeit erhebt.

Künstler*innengespräch am 13. Februar um 18 Uhr

Am Mittwoch, 13. Februar, lädt die Städtische Galerie KUBUS um 18 Uhr ein, mit einer ganzen Reihe der Künstler*innen der Ausstellung über ihre Arbeiten ins Gespräch zu kommen.

Zur Ausstellung in der Städtischen Galerie KUBUS

Die Ausstellung "Malerei!"“ behauptet keine große These, vielmehr bietet sie viele kleine Entdeckungen und Erkenntnisse, die aus der Malerei selbst heraus argumentieren und die sichtbar werden im Aufeinandertreffen der unterschiedlichen Positionen. In der Städtischen Galerie KUBUS spielt beispielsweise die Thematik der Landschaft und der Natur eine zentrale Rolle, die mit zwei großen Waldbildern von Burkhard Kern und Ralf Kull zwei sehr verschiedene malerische Umsetzungen findet. Bei Burkhard Kern ist es die in den Himmel gekippte, extreme Perspektive, die den Aspekt der Erhabenheit berührt. Ralph Kulls „Romantiker“ hingegen, eine romantische Rückenfigur, präsentiert sich als ironisch gewendet nackter Jüngling, der an einen Baum uriniert, in einem Wald, der nur aus Farben zu bestehen scheint und aus sehr viel Schwarz – aus der Dunkelheit heraus gemalt.

Dann gibt es in der Ausstellung Positionen, die den Blick bewusst aufs Detail lenken und mit starken Vergrößerungen arbeiten, malerisch ausgesprochen virtuos und mit einer erstaunlich ähnlichen Farbpalette bei einem sehr unterschiedlichen inhaltlichen Fokus bei Maria Trezinksi, mit 24 Jahren die jüngste Teilnehmerin der Ausstellung, und bei Margitta Abels.

Auch auf das Detail, aber mit einem ganz anderen Strategie schaut Julia Schmid: Ihre Samen, Blüten und Pflanzenteile scheinen eher auf einem Seziertisch zu liegen und in der Tat ist ihre Herangehensweise streng analytisch motiviert. So untersucht die Arbeit  „Hof 33 / Hauptstraße 45“ die Vegetation eines Geländes in der direkten Umgebung von Schloss Agathenburg. Auch der Arbeit von Anette Ziss liegt eine konzeptuelle Herangehensweise zugrunde. Ihre Zeichnungen nach einer Landschaftsserie von Jakob Philipp Hackert, einem Maler des Klassizismus, übersetzen Malerei in Linien, deren Farbigkeit ganz eigenen Gesetzen folgt und die auf einer kleinen Leinwand wiederum rückübersetzt werden in Malerei, in einen Berg, der aus sorgsam gesetzten farbigen Flächen konstruiert ist.

Daneben Thomas Dillmann, dessen Malweise in ihrem Hyperrealismus ebenfalls einen zeichnerischen Duktus hat. Das Thema der romantischen Naturbetrachtung – also der Darstellung von Natur als Übersetzung einer subjektiv tief empfundenen Innerlichkeit – kann auch hier als Reflexionspunkt gesehen werden, weniger in einer ironischen Brechung wie bei Kull, vielmehr als zeitgenössische Weiterentwicklung, die uns ermöglicht so etwas wie die Poesie in der Krümmung einer Autobahnbrücke zu erkennen.

Drei Positionen, die sich nicht mit dem Zugriff auf Natur befassen, vervollständigen das Bild, indem sie es kontrastieren. Ingo Lie und Norbert Fleischer, die eher aus einer neo-expressiven Tradition kommen, in deren Arbeiten die Unmittelbarkeit des Ausdrucks wichtig ist und die sehr heterogene Bildwelten zusammenbringen, als Clash verschiedener Wirklichkeitsebenen und die eine große Ausdruckskraft entwickeln. Bei Ingo Lie besitzen nicht nur die Bildwelten, sondern auch schon die Bildgründe – Stern-Magazine – einen in sich heterogenen Charakter. Auch Rui Zhang passt in diese Reihe. Ihre großformatigen Tafelbilder argumentieren mit disparaten Bildwelten, allerdings kombiniert sie das direkte, gestische Arbeiten mit einem digital gestützten Prozess des Probierens, Experimentierens und Verwerfens, neo-expressive Malerei 2.0 sozusagen.

Weitere Künstler*innengespräche

Mittwoch, 27. Februar, um 18 Uhr, Galerie Vom Zufall und vom Glück, Theodor-Lessing-Platz 2, 30159 Hannover, Pressekontakt: giso.westing@gmail.com

Sonntag,24. März, um 15:30 Uhr, Städtische Galerie Lehrte, Alte Schlosserei 1, 31275 Lehrte, Öffnungszeiten: Di–Fr und So 14–18 Uhr, Presse-Kontakt: julienne.franke@lehrte.de

Die Künstlerinnen und Künstler 

Gezeigt werden Werke von Margitta Abels, Degenhard Andrulat, Rolf Bier, Thomas Dillmann, Astrid Eggert, Norbert Fleischer, Ute Heuer, Markus Hutter, Burkhard Kern, Bernhard Kock, Walter Kreuzer, Ralph Kull, Ingo Lie, Hannes Malte Mahler, Karl Möllers, Asmus Petersen, Christian Riebe, Asta Rode, Frank Rosenthal, Zhang Rui, Ricardo Saro, Julia Schmid, Rüdiger Stanko, Maria Trezinski, Pepa Salas Vilar, Anette Walz, Jochen Weise, Giso Westing, Anette Ziss und Meike Zopf. Gespräche mit den Kunstschaffenden finden am 13. und 27. Februar, jeweils um 18 Uhr, statt. 

Hintergrund

Gemeinsam kuratiert von Christine Engelmann (Region Hannover), Julienne Franke (Städtische Galerie Lehrte), Anne Prenzler (Städtische Galerie KUBUS) und Giso Westing (Galerie vom Zufall und vom Glück).

Weitere Orte 

Die Ausstellung ist außerdem vom 19. Januar bis zum 24. März in der Städtischen Galerie Lehrte (dienstags bis freitags und sonntags von 14 bis 18 Uhr) sowie auf Schloss Landestrost zu sehen (siehe unten).

  

Termin(e): 18.01.2019 bis 24.03.2019
dienstags  mittwochs  donnerstags  freitags 
von 11:00 bis 18:00 Uhr
19.01.2019 bis 24.03.2019
samstags  sonntags 
von 11:00 bis 16:00 Uhr
17.01.2019 bis 24.01.2019
von 19:00 bis 00:00 Uhr
Ort

Städtische Galerie KUBUS

  • Theodor-Lessing-Platz 2
  • 30159 Hannover

Eröffnung: Donnerstag, 17. Januar 2019, 19 Uhr