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Ein Messfahrzeug auf einem Platz. © LHH

Das DWD-Messfahrzeug untersucht das Klima im Stadtgebiet. 

Umwelt

Messfahrzeug des DWD untersucht Stadtklima

Der Deutsche Wetterdienst ist am 3. und 4. Juli mit einem Messfahrzeug unterwegs, um die Temperaturen im hannoverschen Stadtgebiet zu untersuchen. 

Eine Frau und ein Mann vor einem Messfahrzeug auf einem Platz. © LHH

Hannovers Wirtschafts- und Umweltdezernentin Sabine Tegtmeyer-Dette ließ sich auf dem Trammplatz von Peter Stanislawsky über die Messungen informieren. 

Die Messrouten führen durch die hitzebelastete Innenstadt und eng bebaute Wohnquartiere, entlang des Georgengartens, des Maschsees und der Eilenriede bis hinaus zum Kronsberg. Jeweils dreimal fährt das Messfahrzeug die Route ab: Vor Sonnenaufgang, nachmittags und noch einmal am späteren Abend.

Sechs Grad Temperaturunterschied im Stadtgebiet

Die Messfahrten finden im Rahmen des Kooperationsprojektes "Untersuchungen zum Stadtklima der Landeshauptstadt Hannover mit dem besonderen Aspekt der unterirdischen Tunnelsysteme" statt, das vom DWD, der Üstra und der Stadt Hannover mit Unterstützung des Niedersächsischen Ministeriums für Umwelt, Energie und Klimaschutz initiiert wurde. "Durch die Messfahrten während der derzeitigen sommerlicher Hochdruckwetterlage können wir die aufheizende Wirkung der Bebauung, die kühlenden Effekte der innerstädtischen Grünflächen und die nächtlichen Kaltluftflüsse erfassen", erläutert Wirtschafts- und Umweltdezernentin Sabine Tegtmeyer-Dette, die sich vor Beginn der Fahrt auf dem Trammplatz das Messfahrzeug erklären ließ. "Während unserer ersten Messfahrt heute vor Sonnenaufgang konnten wir Temperaturunterschiede von mehr als sechs Grad Celsius messen", so Peter Stanislawsky vom DWD.

Hintergrund

Das Klima wandelt sich – auch in Hannover. Heißere und trockenere Sommer, wärmere und feuchtere Winter sowie häufigere Extremwetterereignisse sind in Norddeutschland bereits deutlich spürbar. Innerhalb der dicht bebauten Stadt bildet sich im Vergleich zum freien Umland ein verändertes lokales Klima, die so genannte Wärmeinsel, die durch den Klimawandel zusätzlich verstärkt wird. Für drei Jahre (2017-2020) wird der Einfluss des Klimawandels auf das hannoversche Stadtklima untersucht, um Erkenntnisse für die Gesundheitsvorsorge im Zuge des Klimawandels, eine nachhaltige, klimaangepasste Stadtentwicklung sowie den vorbeugenden Katastrophenschutz zu erhalten. Dazu liefern für die Projektdauer aufgestellte DWD-Messstationen auf dem Kronsberg und im Gewerbegebiet Linden-Süd kontinuierlich aktuelle Daten zu Temperatur, Luftfeuchte, Wind und Sonnenstrahlung, die jetzt während der sommerlichen Hochdruckwetterlage durch Fahrten mit dem Messfahrzeug des DWD ergänzt werden. Zudem wird die thermische Belastung in den U-Bahn-Stationen sowie innerhalb der Stadtbahnen bei verschiedenen Wetterlagen untersucht. Dazu wurde eine temporäre Messstation im Tunnel der U-Bahn-Station am Kröpcke aufgestellt sowie zwei Stadtbahnen der Üstra mit meteorologischen Messgeräten im Außenbereich und eine Bahn zusätzlich im Innenbereich ausgestattet. Sie messen auf ihrer Fahrt durch die Stadt entlang der Bahntrassen sowie in den Tunneln und U-Bahn-Stationen die Lufttemperatur und relative Luftfeuchte, im Innenbereich der Bahn wird zusätzlich die Wärmestrahlung ermittelt. Darüber hinaus hat Hannover im Rahmen des bundesweiten DWD-Sondermessnetzes "Stadtklima" eine dauerhafte Stadtklimastation am Weidendamm erhalten. Sie ergänzt die langjährig auf dem Flughafen Hannover-Langenhagen bestehende, eher ein ländliches Umfeld repräsentierende, DWD-Messstation und wird ebenfalls in die Untersuchung des hannoverschen Stadtklimas einbezogen.