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Überarbeitungsprozess gestartet

Neuauflage des Lokalen Integrationsplans

Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay und Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil haben am 17. Januar 2020 den Startschuss für den Überarbeitungsprozess des Lokalen Integrationsplans (LIP) der Landeshauptstadt Hannover gegeben.

Zwei Männer und eineFrauen auf einer Bühne. © LHH

Oberbürgermeister Belit Onay, Ministerpräsident Stephan Weil und Dr. Koralia Sekler (Kuratorin Gesellschaftsfond Zusammenleben) bei der LIP 2.0-Vorstellung. 

"Wir wollen mit dem neuen LIP die Stadt fit machen für die aktuellen und künftigen Herausforderungen einer Einwanderungsstadt und zeitgemäße Weichen für die Zukunft stellen", sagte Onay in seiner Eröffnungsrede im Haus der Jugend. Im Rahmen der Auftaktveranstaltung wurde der Integrationspreis des Gesellschaftsfonds Zusammenleben (GFZ) an Ministerpräsident Weil verliehen, der den Lokalen Integrationsplan in seiner Amtszeit als Oberbürgermeister Hannovers auf den Weg gebracht hatte.

Onay sieht den LIP als Gewährleistung von Teilhabe: "Diese wollen wir fördern, indem wir uns in der Stadtverwaltung mit unseren Dienstleistungen für alle Menschen gleich gut aufstellen – unabhängig von ihrer kulturellen oder ethnischen Herkunft, ungeachtet sprachlicher oder anderer Barrieren."

Die Arbeit an der Neuauflage des LIP, dem sogenannten "LIP 2.0", wird als breiter Beteiligungsprozess organisiert, an dem nicht nur die Stadtverwaltung, sondern auch zivilgesellschaftliche Vertreter*innen aus Vereinen und Verbänden mitwirken können.

Rückblick und konkrete Zukunftsarbeit

Die zweitägige Auftaktveranstaltung im Haus der Jugend bietet Platz für Rückblicke und Analysen, aber insbesondere am Sonnabend (18. Januar) geht es auch um konkrete Zukunftsarbeit. Sechs Dialogrunden machen die Handlungsfelder des "LIP 2.0" zum Thema: Bildung, Soziales, Demokratie, Stadtleben, Wirtschaft und Stadtverwaltung. Hier werden grundsätzliche Fragen diskutiert – dabei stehen die Sprecher*innen der für die Überarbeitung des LIP eigens eingesetzten Expert*innengruppen für Auskünfte zur Verfügung.

Die Überarbeitung des mittlerweile zwölf Jahre alten Lokalen Integrationsplans wurde notwendig und durch die Ratspolitik im Jahr 2018 beschlossen. Denn nicht nur die Ausgangssituation hat sich gravierend verändert, zum Beispiel durch die verstärkte Einwanderung ab 2015. Ebenso wurden viele Teilziele des LIP in der Zwischenzeit erreicht. Die veränderten Rahmenbedingungen erfordern Neu-Definitionen von Zielen und zeitgemäße Lösungen.

Auszeichnung für Stephan Weil

Im Rahmen der "LIP 2.0"-Auftaktveranstaltung wurde der Initiator des LIP, Ministerpräsident Stephan Weil, mit dem Integrationspreis des Gesellschaftsfonds Zusammenleben ausgezeichnet. Der GFZ ist unter anderem auf der Grundlage des LIP entstanden. "Sie haben den Geist und das Gefühl einer Verantwortungsgemeinschaft für Integration in unserer Stadt geweckt und durch Ihre Haltung noch bekräftigt. Dafür gilt Ihnen ein besonderer Dank!", sagte die GFZ-Kuratorin Dr. Koralia Sekler in ihrer Laudatio. 

In seiner Dankesrede wies Ministerpräsident Weil auf die große Internationalität Hannovers hin, die das Stadtleben präge. In der Landeshauptstadt lebten Menschen aus 180 Nationen, die über 70 unterschiedliche Sprachen sprechen. Der Anteil der Bevölkerung mit Migrationshintergrund liege bei mehr als 30 Prozent. "Damals wie heute geht es darum, dass die Stadt alle Menschen im Blick hat und dass alle die gleichen Chancen haben. Und noch etwas ist entscheidend: Wir brauchen mehr Respekt untereinander. Das ist dann auch die beste Grundlage für gelungene Integration", so der Ministerpräsident. Das Preisgeld in Höhe von 1.000 Euro wird dem "Unterstützerkreis Flüchtlingsunterkünfte Hannover e.V." gespendet.

"Ein Zuhause für alle hier lebenden Menschen"

Anschließend präsentierte das Forschungsinstitut IMAP die Ergebnisse aus einer wissenschaftlichen Befragung der Stadtverwaltung mit einem Rückblick auf die Umsetzung der Ziele aus dem LIP. Aus der Analyse wurde deutlich, dass Themen wie Integration und Interkulturalität im Arbeitsalltag stark an Bedeutung gewonnen haben.

Kultur-, Sport- und Sozialdezernentin Konstanze Beckedorf nahm diese Punkte auf, insbesondere mit Blick auf den zweiten Veranstaltungstag: "Im LIP 2.0-Prozess möchten wir gemeinsam Wege suchen und konkrete Umsetzungsschritte planen, wie Hannover als Einwanderungsstadt ein Zuhause für alle hier lebenden Menschen sein kann. Ein Zuhause, in dem die unterschiedlichsten Lebensentwürfe Platz haben, ein Zuhause, in dem niemand aufgrund welcher Zuschreibungen auch immer diskriminiert wird und ein Zuhause, das ein Gefühl von Zugehörigkeit vermittelt."

GFZ-Projekte präsentiert

Darüber hinaus wurden gemeinsam mit dem Dachverband der Migrant*innenorganisationen, dem MiSO-Netzwerk e.V., die Ergebnisse aus elf Projekten des GFZ präsentiert, die sich ebenfalls der Umsetzung des ersten LIP gewidmet und ihre Empfehlungen aus der Perspektive der Migrant*innen formuliert haben. Gefordert wird unter anderem eine stärkere Förderung kreativer Projekte, die die politische Teilhabe zum Ziel haben.

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