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Lernort für Demokratie

Neues Erscheinungsbild für das ZeitZentrum Zivilcourage

Ab sofort repräsentiert ein [Z], eine erkennbare und – im direkten und übertragenen Sinne – vielschichtige Wort-Bild-Marke das hannoversche "ZeitZentrum Zivilcourage". Sie steht für Demokratiebildung, historische und aktuelle Fragen – und es steht für uns als gesamte hannoversche Stadtgesellschaft.

Der Eingang des ZeitZentrums Zivilcourage © LHH

Der Eingang des ZeitZentrums Zivilcourage

Ein neues Gesicht für einen neuartigen Lernort

Das ZeitZentrum ist kein Museum, keine Gedenkstätte, sondern ein Lernort für Demokratie. Um dieses besondere Profil herauszustellen, entschied sich die Landeshauptstadt Hannover, dem ZeitZentrum Zivilcourage eine eigene visuelle Identität zu geben. In Zusammenarbeit mit der hannoverschen Agentur "Identitätsstiftung" entstand ein mutiges und spannendes Corporate Design.

"Von Anfang an hat die städtische Erinnerungskultur mit der Kommunikationsagentur eng zusammengearbeitet. Denn das Design sollte nicht nur ansprechend sein, sondern auch unser Lernkonzept widerspiegeln. Das ZeitZentrum Zivilcourage setzt auf entdeckendes Lernen und auf die Neugier der Besucher*innen. Der Idee folgt auch das neue Erscheinungsbild: Das Team der ‚Identitätsstiftung‘ spielte bei der Gestaltung mit den Gegensätzen von Heute und Gestern, mit Bekanntem und Unbekanntem und kreierte so ein Spannungsverhältnis, das überall im ZeitZentrum zu spüren ist", betont die hannoversche Kulturdezernentin Konstanze Beckedorf.

ZeitZentrum in Wort und vor allem Schrift

Die neue Wort-Bild-Marke [Z], eine angedeutete Sanduhr, verbindet den Namen des ZeitZentrums mit Aspekten wie Zeit, Perspektive und Begegnung. Sie klingt zeitgemäß, direkt und verständlich – nicht zuletzt wegen der eigens für den Lernort entwickelten Schrift "Courage". Diese vereint eine geometrische serifenlose Schrift, die wie ein Bauhaus- oder Grotesk-Schrifttyp anmutet, mit einer Frakturschrift.

Auch das ist ein bewusstes Zusammenspiel von Heute und Gestern. Mit der Frakturschrift legte der Schriftdesigner Sascha Bente eine historische Spur: 1941 hatte der nationalsozialistische Staat die sogenannten Schwabacher Lettern als "Judenlettern" bezeichnet und verboten. Die Verwendung einzelner Frakturbuchstaben in den Headlines setzt nun ein deutliches Zeichen gegen das NS-Regime und ist ein sichtbares Beispiel für die Wirkungskraft visueller Kommunikation. "Durch schrifthistorische Recherche und gestalterischen Optimismus baut die ‚Courage‘ eine Brücke zwischen zwei Welten, die sich sonst nur selten begegnen", erklärt Bente seine Herangehensweise.

"Wir von der 'Identitätsstiftung' haben uns zur Aufgabe gemacht, die Identität einer Organisation im Kern zu verstehen und in einen merkenswürdigen visuellen Ausdruck zu bringen. Beim [Z] war das Grundkonzept, Spuren zu legen und die Besucher*innen zu einer eigenen Position anzuregen. Das Anspruchsvolle an der Gestaltung war die Ansprache unterschiedlicher Zielgruppen: Wie man würdevoll über die Vergangenheit berichtet und gleichzeitig eine zeitgemäße Bildsprache für Jugendliche entwickelt. In der von uns konzipierten Bildsprache begegnen sich Menschen aus verschiedenen Zeiten – das unterstreicht nochmals den Gedanken und den Wert des ZeitZentrums", erklärt Miriam Kraus aus dem Kreativteam der „Identitätsstiftung“.

Das Konzept des ZeitZentrums Zivilcourage

"Mitmachen oder widerstehen?" - auf der Suche nach Antworten auf diese Frage stehen den Besucher*innen des ZeitZentrums 45 Menschen zur Seite. Sie stehen stellvertretend für die rund 450.000 Einwohner*innen Hannovers um 1939. Opfer und Verfolgte des Nationalsozialismus ebenso wie überzeugte Nationalsozialist*innen, Mitläufer*innen und Helfer*innen. Alle Besucher*innen nähern sich anhand der ihnen zufällig zugeordneten Lebensgeschichte einer dieser Personen im Laufe des Besuchs an.

Die Ausstellung im ZeitZentrum Zivilcourage ermöglicht einen anderen Blick auf Hannover und setzt auf entdeckendes Lernen, auf Neugier und Forscherdrang.