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Corona

Onay spendet Blut für Therapie von COVID-19

Zur Unterstützung eines MHH-Projekts hat sich Oberbürgermeister Belit Onay am 4. Juni Blut abnehmen lassen. Das Forschungsteam der Medizinischen Hochschule Hannover arbeitet mit Antikörpern gegen das Coronavirus. 

Mann mit Mundschutz, dem von einer Frau mit Mundschutz Blut abgenommen wird. © Karin Kaiser / MHH

Oberbürgermeister Belit Onay beim Blutspendetermin in der MHH.

Bei einem wissenschaftlichen Projekt im Kampf gegen die weltweite Corona-Pandemie bekommt die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) prominente Unterstützung. Der Oberbürgermeister der Stadt Hannover, Belit Onay, ließ sich am 4. Juni im MHH-Institut für Transfusionsmedizin und Transplantat Engineering Blut abnehmen. Eine anschließende Untersuchung des Blutes soll zeigen, ob es sich zur Gewinnung hochpotenter Antikörper gegen das Coronavirus eignet. Solche Antikörper wollen die am Projekt beteiligten Forscher*innen im Labor gentechnisch selbst produzieren und dann zum Schutz vor der Corona-Infektion und zur Therapie der COVID-19-Erkrankung einsetzbar machen. Solche begehrten Antikörper werden im Blut von Menschen gesucht, die eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 erfolgreich überstanden haben – so wie Oberbürgermeister Onay. Er war Ende März dieses Jahres an COVID-19 erkrankt.

OB Onay möchte zur Entwicklung einer Therapie beitragen

"Die Stadt und das Land durchleben wegen der Pandemie einen unglaublichen Ausnahmezustand. Da möchte ich mit meiner Blutspende gerne einen Beitrag zu einer Therapie leisten", erklärt Belit Onay. Für die Wissenschaftler sind besonders Blutproben von Genesenen interessant, die während ihrer Erkrankung besonders viele schützende Antikörper hervorgebracht haben sollen. Das sei bei etwa zehn Prozent der Fälle so. "Wir freuen uns über das großartige Engagement unseres Oberbürgermeisters und hoffen, dass die heutige Blutuntersuchung einen hohen Antikörper-Titer gegen das Coronavirus ergibt. Denn dann könnte Herr Onay jede Woche Plasma spenden und aktiv mithelfen, COVID-19-Patienten zu retten", sagt Rainer Blasczyk, Leiter des Instituts für Transfusionsmedizin und Transplantat Engineering. Die gesuchten Antikörper verhindern, dass sich die Viren an die menschlichen Zellen binden und wirken so neutralisierend.

Über das Projekt 

Das Projekt ist bei dem Exzellenzcluster RESIST, das von der MHH geleitet wird, angesiedelt. Mit einem Medikament aus gentechnisch hergestellten Antikörpern rechnen die Experten frühestens im nächsten Jahr. "Die Suche nach einem Medikament oder einem Impfstoff gegen SARS-CoV-2, den Erreger der COVID-19 Erkrankung, ist eine globale Aufgabe", ist MHH-Präsident Professor Dr. Michael Manns überzeugt. "Da die MHH auf dem Gebiet der Infektiologie sehr gut aufgestellt ist, wird sie mit ihrer Forschung sicher einen wesentlichen Mosaikstein dazu beitragen." Professor Manns hatte Oberbürgermeister Onay gemeinsam mit seinen Präsidiumskollegen Professor Dr. Tobias Welte und Andrea Aulkemeyer begrüßt.

MHH hat Corona-Krise bisher gut bewältigt 

Bisher hat die Hochschule die Corona-Krise gut bewältigt. "Es gab keine Überforderung des Medizinbetriebs, und wir können gute Behandlungsergebnisse vorweisen", bilanziert Vizepräsident Professor Welte. "Das Virus wird uns aber in den nächsten Jahren leider weiter begleiten." Es komme jetzt darauf an, neue Forschungserkenntnisse in innovative Behandlungsmethoden zu transferieren. "Dafür ist die MHH die richtige Institution."