Grabpflege

Pflanzzeit auf den städtischen Friedhöfen beginnt

Naturerwachen auf den städtischen Friedhöfen: Die letzten Schneefelder sind geschmolzen, die ersten Krokusse, Schneeglöckchen, Winterlinge und Scillablüten brechen an die Oberfläche– die Friedhöfe erwachen aus ihrem Winterschlaf. In den Wochen vor Ostern sind die städtischen Friedhofsgärtner*innen nun intensiv im Einsatz: Sie pflanzen insgesamt rund 46.500 Stiefmütterchen. Diese sind besonders beliebt für Grabbepflanzungen, denn sie gelten als Symbol des Andenkens und der Erinnerung. Mit dem unbeständigen Frühlingswetter kommt das Stiefmütterchen optimal zurecht.

Im März wurden die Schmuckbeete in den Eingangsbereichen der städtischen Friedhöfe mit bunten Stiefmütterchen bepflanzt. 

Darüber hinaus werden weitere 5.690 Hornveilchen auf Ehrengräbern und privaten Gräbern gepflanzt: Wer keinen grünen Daumen hat, beauftragt eine zugelassene private Friedhofsgärtnerei oder die städtischen Friedhöfe mit der professionellen Bepflanzung und Pflege der Grabstätte. So ziehen zahlreiche Pflanzteams mit vollbeladenen Anhängern über die Wege und sind emsig beschäftigt. Die Arbeiten haben am 15. März begonnen und dauern circa zwei Wochen. In diesen Tagen wird nach und nach auch das Gießwasser auf den Friedhöfen wieder angestellt.

Grabpflege als Teil der Trauerbewältigung

"Grabpflege ist in unserem Kulturkreis eine besondere Art der Trauerbewältigung und wirkt heilsam auf Geist und Körper. An der Grabstätte hat die Trauer ihren festen Platz", sagt Cordula Wächtler, Leiterin der städtischen Friedhöfe, und führt weiter aus: "Das Ritual der Grabpflege hilft, den Tod zu begreifen und die Trauer zu verarbeiten. Bei der Pflege kommen die Hinterbliebenen mit den Verstorbenen ins Zwiegespräch und haben zudem Kontakt zu anderen Betroffenen. Die Beschäftigung mit Pflanzen und die Bewegung unter blauem Himmel macht die Menschen aufgeschlossen für Begegnungen. Schon so manche Freundschaft wurde über das Gespräch verschiedener Gewächsarten geschlossen."