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Kriminalitätsverteilung 2013-2017

Polizei und Stadt stellen Sicherheitsbericht vor

Wie hoch ist das Kriminalitätsaufkommen in den Stadtteilen? Aufschluss gibt der erste Sicherheitsbericht für die Landeshauptstadt Hannover, den Polizeipräsident Volker Kluwe am 7. November im Beisein von Oberbürgermeister Stefan Schostok und Ordnungsdezernent Dr. Axel von der Ohe der Öffentlichkeit präsentiert hat. 

Vier Männer präsentieren den Bericht "Kriminalitätsverteilung in Hannover 2013-2017" © LHH

Ordnungsdezernent Axel von der Ohe, Polizeipräsident Volker Kluwe, Oberbürgermeister Stefan Schostok und Ricklingens Beziksbürgermeister Andreas Markurth (v.l.)

Ziel der Veröffentlichung ist die größtmögliche Transparenz der polizeilichen Arbeit sowie die Darstellung des Kriminalitätsaufkommens bei gleichzeitiger Verhinderung von Stigmatisierungen einzelner Stadtteile. Oberbürgermeister Stefan Schostok äußerte sich zum Sicherheitsbericht mit folgenden Worten: "Polizei und Stadt arbeiten schon immer eng zusammen. Sowohl in Sachen Prävention als auch der Kriminalitätsbekämpfung sind wir noch deutlich enger zusammengerückt, unter anderem auch mit gemeinsamen Streifengängen. Ebenso wichtig ist aber auch die Einbeziehung der Einwohnerinnen und Einwohner und ihrer Bedürfnisse und Vorstellungen im Bereich Sicherheit. Der nun vorgelegte Bericht bietet größtmögliche Transparenz für die einzelnen Stadtbezirke und zeigt, wo wir unsere Anstrengungen noch intensivieren müssen."

Betrachtungszeitraum umfasst fünf Jahre

Seit mehreren Jahren wird von politischer Seite sowie der Presse eine Aufschlüsselung der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) auf die 51 hannoverschen Stadtteile - analog zu anderen Großstädten wie Berlin und Hamburg – diskutiert. Nachdem im Jahr 2012 die technischen Voraussetzungen für eine statistische Erfassung von Straftaten, heruntergebrochen auf die Stadtteile, im polizeilichen Vorgangsbearbeitungssystem "NIVADIS" geschaffen worden waren, hat sich die Polizei Hannover für eine Auswertung dieser Daten entschieden. Um Veränderungen und Trends in den Ortsteilen verlässlich festzustellen, ist der Polizeiführung schnell klargeworden, dass eine Veröffentlichung der Statistik nur zielführend und valide erfolgen kann, wenn eine längerfristige Betrachtung über einen Zeitraum von fünf Jahren erfolgt. 

Vergleich der Stadtteile nicht ohne weiteres möglich

Nach Ablauf des Betrachtungszeitraums hat im vergangenen Jahr ein Expertenaustausch mit Vertretern des Kriminologischen Forschungsinstituts sowie des Landeskriminalamtes Niedersachsen stattgefunden, in dem eine vorläufige Auswertung der Daten betrachtet und erörtert worden ist. Dabei haben die Beteiligten folgende Problemstellungen erkannt: Ein Vergleich der einzelnen Stadtteile miteinander ist aufgrund verschiedener Einflussfaktoren wie zum Beispiel Fläche, Einwohnerzahl, Infrastruktur oder unterschiedlicher Veranstaltungsdichte nicht ohne weiteres möglich. Zusätzlich können etwa zehn Prozent der in der Landeshauptstadt registrierten Straftaten keinem Ortsteil zugeordnet werden. Auch müssen zum Teil erhebliche Schwankungsbreiten in den kleinräumigen Bereichen - teilweise bewegen sich die veröffentlichten Zahlen im einstelligen Bereich - in Bezug auf Fallzahlen, Aufklärungsquoten und Steigerungsraten berücksichtigt werden. Diese Faktoren müssen bei einer aussagekräftigen Bewertung der veröffentlichten Zahlen ebenfalls Beachtung finden.

Sicherheitsbericht betrachtet 13 Stadtbezirke

Auch aus diesem Grund betrachtet der gemeinsame Sicherheitsbericht von Stadt und Polizei die 51 hannoverschen Stadtteile zusammengefasst in folgende 13 Stadtbezirke:

  • Vahrenwald-List
  • Kirchrode-Bemerode-Wülferode
  • Bothfeld-Vahrenheide
  • Südstadt-Bult
  • Buchholz-Kleefeld
  • Döhren-Wülfel
  • Misburg-Anderten
  • Ricklingen
  • Linden-Limmer
  • Ahlem-Badenstedt-Davenstedt
  • Herrenhausen-Stöcken
  • Nord
  • Mitte

77.886 erfasste Straftaten

Im Jahr 2017 sind im Stadtgebiet laut veröffentlichter PKS 77.886 Straftaten erfasst worden, wovon 68.048 den jeweiligen Bezirken zugeordnet werden konnten. Da der Sicherheitsbericht ausschließlich Delikte beleuchten soll, die einen Bezug zum öffentlichen Raum haben und/oder das Sicherheitsempfinden der Bürgerinnen und Bürger vor Ort im besonderen Maße beeinflussen, werden folgende Straftaten in der Statistik veröffentlicht:

  • Gesamtzahl aller Straftaten des jeweiligen Stadtbezirks ohne Staatsschutzdelikte und Verkehrsdelikte
  • Raubdelikte gesamt, davon Straßenraub
  • Körperverletzungen
  • Diebstahlsdelikte gesamt, davon Wohnungseinbruchdiebstahl, Diebstahl von Kraftfahrzeugen (ohne Motorräder) und Diebstahl an/aus Kraftfahrzeugen
  • Sachbeschädigungen
  • Rauschgiftdelikte

Bei den zuletzt erwähnten Rauschgiftdelikten ist zu beachten, dass diese im starken Maße von der Kontrollintensität der Polizei abhängig sind. Bei etwa 80 Prozent der erfassten Straftaten handelt es sich um allgemeine Verstöße, dem sogenannten Rauschgiftbesitz. Die restlichen 20 Prozent beziehen sich auf Handelsdelikte. Diese Zahlen lassen jedoch keine Rückschlüsse auf die räumliche Verteilung der Taten zu, sondern dokumentieren vielmehr die Örtlichkeiten der polizeilichen Feststellungen.

Polizeipräsident Kluwe kündigt individuelle Präventionskonzepte an 

Am Ende der Präsentation zog Polizeipräsident Volker Kluwe folgendes Fazit: "Mit der Veröffentlichung des gemeinsamen Sicherheitsberichts verbinden wir insbesondere die Begriffe Transparenz, Kommunikation, Kooperation und Sicherheit. Die Sicherheit im öffentlichen Raum und das subjektive Sicherheitsgefühl der Bürgerinnen und Bürger sind uns sehr wichtig und deshalb wollen wir auf der Grundlage der uns bekannten Zahlen, Daten und Fakten in einen öffentlichen Dialog eintreten. Wir verfolgen damit das Ziel, auf lokaler Ebene individuelle Präventionskonzepte zu entwickeln und umzusetzen – beispielsweise durch kommunale Präventionsräte in den Stadtbezirken." Und Ordnungsdezernent Dr. Axel von der Ohe ergänzte: "Fragen der Sicherheit und Ordnung im öffentlichen Raum werden aktuell breit diskutiert - nicht zuletzt in den einzelnen Stadtbezirksräten. Gerade weil mit dem gemeinsamen Sicherheitsbericht von Polizei und Stadt nicht allein Zahlenreihen vorgelegt werden, sondern wichtige Erläuterungen gegeben werden, kann der Bericht einen wichtigen Beitrag zur sachlichen Einordnung dieser Diskussionen leisten."