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Skulpturenmeile

Reinigung der Nanas abgeschlossen

Die traditionelle Reinigungs- und Pflegekur der Nanas von Niki de Saint Phalle durch die Firma Hahlbrock aus Wunstorf ist für dieses Jahr abgeschlossen: Seit dem 25. September erstrahlen Caroline, Charlotte und Sophie wieder in neuem Glanz. Es war die erste professionelle Reinigung seit 2015.

Zwei Männer, die eine Skulptur reinigen. © LHH

Die aha-Straßenreiniger Joachim Bongartz und Omer Kirca verhalfen Nana Charlotte zu neuem Glanz. 

Die Nanas wurden gereinigt und gewachst. Alle zwei Jahre wird außerdem jeweils eine der drei Figuren farblich aufgefrischt und erhält eine Neubeschichtung. In diesem Jahr war die Nana Charlotte, mit ihrem französischen Namen Nana "Boule" (Kugelige), an der Reihe. Der Malerbetrieb Lovermann aus Hannover hat die Oberfläche der drei Sockel gespachtelt und geschliffen sowie gestrichen. Außerdem wurde die Abdichtung zwischen Sockel und Kunstwerk jeweils erneuert.

Reinigungs- und Pflegekur kostet 5.000 Euro

Die Reinigungs- und Pflegekur der Nanas ist alle zwei Jahre fällig und kostet 5.000 Euro.  

Über die Nanas

Die drei Nanas gehören zu den größten Kunstwerken, die Niki de Saint Phalle geschaffen hat. Die kleinste der drei puppenähnlichen Figuren weist eine Höhe von 3,75 Meter auf, die beiden anderen sind fünf Meter hoch und aus Polyester und Fiberglas gefertigt. Die Oberfläche ist aufgetragen und verankert auf einer soliden internen Edelstahlkonstruktion mit Gitterwerk. Die farbig angemalten Figuren fügen sich in einem Abstand von fünf bis 15 Metern zu einer Gruppe zusammen. Diese bunte, bewegt wirkende Gruppe kann Heiterkeit, Sinneslust und Vitalität vermitteln. Der Kaufpreis der Figuren betrug 150.000 DM, umgerechnet also 76.693,78 Euro. Der heutige Wert liegt bei geschätzten (mindestens) 3.500.000 Euro.

Niki de Saint Phalle © Hassan Mahramzadeh

Niki de Saint Phalle

Niki de Saint Phalle

Niki de Saint Phalle wurde 1930 in einem Pariser Vorort geboren. Ab 1965 entstanden die ersten Nanas – betont üppige, runde, bunte Frauenfiguren. Schon 1966 gelang der Künstlerin und Autodidaktin durch die Installierung einer Skulptur "Hon" (deutsch: "sie") in der Stockholmer Moderna Museet der Durchbruch. Schon 1968 folgte ihre erste Ausstellung im Museum of Modern Art in New York. Weitere Ausstellungen in München, Hannover, Paris, Amsterdam, Stockholm und Rom folgten. Sie war Gründungsausstellerin der Bundeskunsthalle in Bonn. In Deutschland wurde Niki de Saint Phalle hauptsächlich durch die Installierung der Nana-Figuren 1974 in Hannover am Leibnizufer auf der Skulpturenmeile bekannt. Die Aufstellung der Figuren waren Höhepunkt des Straßenkunstprogramms der Stadt Hannover. Große Proteste der Bürgerinnen und Bürger sollten die Installation verhindern. Inzwischen hat sich die Einstellung der Bevölkerung positiv verändert. Viele Einwohnerinnen und Einwohner Hannovers sind stolz auf ihre Nanas und sehen sie heute als ein Wahrzeichen Hannovers an. Als Niki de Saint Phalle im Jahr 2002 in San Diego starb, war sie weltberühmt. Sie vermachte der Stadt Hannover 400 Kunstwerke. Auf ihren Tod reagierte die Stadt Hannover mit der Umbenennung der Passarelle in die Niki-de-Saint-Phalle-Promenade. Bereits im Jahr 2000 war sie zur Ehrenbürgerin Hannovers ernannt worden.