Gymnasium Tellkampfschule

Rohbau des Erweiterungsbaus der Tellkampfschule ist fertig

"Halbzeit" in der Südstadt: Der Rohbau für die Erweiterung des Gymnasiums Tellkampfschule steht. Baustart war im November 2020. Im Sommer 2022 sollen die Arbeiten mit dem Kostenvolumen von etwa elf Millionen Euro abgeschlossen werden.

Oberbürgermeister Belit Onay (links) mit Architekt Martin Bockelmann (Mitte) und Schulleiterin der Tellkampfschule Katharina Badenhop (rechts)

"Die Erweiterung ist aufgrund der vom Land beschlossenen Rückkehr zum Abitur nach neun Jahren (G9) sowie der fortlaufend ändernden und wachsenden Anforderungen an die räumliche Gestaltung der Schulen erforderlich. Deshalb wird derzeit an vielen hannoverschen Schulen gebaut", erläuterte Oberbürgermeister Belit Onay am 12. Oktober bei einem Termin vor Ort und betonte: "Investitionen in Schulen sind Investition in die Zukunft. Die Schüler*innen benötigen zeitgemäße Lernbedingungen. Daran arbeiten wir mit aller Intensität."

Viergeschossiger Baukörper

Der Erweiterungsbau entsteht im südlichen Grundstücksbereich der Schule. Der kompakte viergeschossige Baukörper fügt sich als Solitär zwischen Aula-Gebäude und "Schulwäldchen" am Geländeübergang zu den Sport- und Spielflächen harmonisch in das Ensemble der Tellkampfschule ein. Er beherbergt künftig im Erdgeschoss die Biologie, in den beiden Obergeschossen insgesamt acht allgemeine Unterrichtsräume, die zugehörigen Differenzierungsräume, die Schulbibliothek und eine Lehrküche für Kinder mit besonderem Förderbedarf. Im Untergeschoss sind Archiv- und Lagerflächen, die Sanitäranlagen sowie die Gebäudetechnik untergebracht.

 

So soll der Erweiterungsbau nach seiner Fertigstellung aussehen

Offene Lernlandschaft

Der Neubau wird innen über eine offene Lernlandschaft erschlossen, die sich vom Foyer im Erdgeschoss über großzügige Treppen bis in das zweite Obergeschoss erstreckt. Die Unterrichtsräume sind jeweils um eine Lernzone angeordnet, die als Erweiterung der Haupterschließung im Zentrum jeder Etage liegt. Sonderfenster im räumlichen Bezug zu den Treppen bieten in diesen Bereichen großzügige Blicke nach außen in die "Tellkampf-Landschaft", die dadurch mit der Lern- Landschaft im Innenraum verschmilzt.

Barrierefrei und ökologisch

Der Neubau wird unter Berücksichtigung der verschiedenen Belange der Barrierefreiheit und Inklusion (Erschließung, WC-Anlagen, Raumakustik, Beleuchtungsstärke) errichtet. Die Fassade wird in Anlehnung an den Bestand ein helles Sichtmauerwerk erhalten und eine klare Ordnungsstruktur mit großen quadratischen Fenstern besitzen. Ökologische Belange werden in Form des extensiv begrünten Flachdachs, einer Solarstromanlage und fassadenintegrierten Nisthilfen für Fledermäuse und Mauersegler umgesetzt.

Neuordnung der Freiflächen

Im Zuge der Errichtung des Neubaus werden auch die angrenzenden Freiflächen neu geordnet und gestaltet. Im Bereich des Haupteingangs zum Neubau und als Bindeglied zu den angrenzenden Gebäudetrakten wird eine platzähnliche Fläche mit Sitzgelegenheiten um die vorhandenen Bäume hergestellt. Südöstlich des Neubaus werden ein neuer Schulgarten und eine Freiluftklasse angelegt. Im südlichen Grundstücksbereich entstehen zudem neue Außensportanlagen – etwa mit Beachvolleyballfeld, Weitsprunganlage und 100-Meter-Laufbahn. Diese Anlagen werden künftig auch von der benachbarten Gymnasium Bismarckschule genutzt.

Zur Sanierung der Tellkampfschule

Die ersten Arbeiten begannen 2019, als zu Auslagerungszwecken vor dem Haupteingang am Altenbekener Damm eine Modulanlage errichtet wurde, die bis zum Abschluss der Baumaßnahmen die zusätzlichen Raumbedarfe abdeckt. Von August 2019 bis April 2021 wurde der Verwaltungstrakt am Rudolf-von-Bennigsen-Ufer grundsaniert. Das beinhaltete eine Schadstoffsanierung und Entkernung, Verbesserungen des Brandschutzes und des Wärmeschutzes, die Erneuerung der gesamten Haustechnik und reichte bis zu einer Neugestaltung der drei Innenhöfe.

Machbarkeitsstudie

Auch in den weiteren Bestands-Gebäudetrakten (unter anderem Klassentrakte, Sporthallen, WC-Anlagen, Umkleiden) des Gymnasiums Tellkampfschule besteht erheblicher Sanierungsbedarf hinsichtlich Barrierefreiheit, Brandschutz, Wärmeschutz, Erneuerung der Haustechnik und Umsetzung des G9-Raumprogramms. Zurzeit wird hierzu eine Machbarkeitsstudie mit Zielplanung erarbeitet, um den zusätzlichen Finanzmittelbedarf und die möglichen baulich-zeitlichen Umsetzungsschritte zu klären.

Denkmalgeschütztes Bauensemble

Das Gymnasium Tellkampfschule wurde 1956 auf dem Eckgrundstück Altenbekener Damm / Rudolf-von-Bennigsen-Ufer errichtet und steht mittlerweile unter Denkmalschutz. Das bauliche Ensemble ist geprägt von Einzelbaukörpern, die als Solitäre oder Gebäuderiegel frei in der Landschaft stehen und durch eingeschossige Verbindungsgänge miteinander verbunden sind. Der besondere Charakter der Anlage liegt in dem weitläufigen Grundstück mit intensivem Baumbestand. Auf das Gymnasium gehen derzeit 850 Schüler*innen.

 

Daten/Fakten kompakt:

  • Bauherrin: Landeshauptstadt Hannover, Fachbereich Gebäudemanagement
  • Projektsteuerung: Fachbereich Gebäudemanagement
  • Planung und Bauleitung: SEP Architekten, Hannover
  • Baubeginn: November 2020
  • geplante Fertigstellung: Sommer 2022
  • Flächen: 2.414 Quadratmeter Bruttogeschossfläche / 2.019 Quadratmeter Nettoraumfläche
  • Kosten: rund 11 Millionen Euro (aktuell prognostizierte Gesamtsumme)