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Bildung

Sanierung der Goetheschule abgeschlossen

Die umfangreiche Sanierung und Erweiterung des Gymnasiums Goetheschule ist beendet. Am 28. August, am Geburtstag Johann Wolfgang von Goethes, wurde mit der Einschulung der fünften Klassen das neue Schulgebäude offiziell in Betrieb genommen.

Ein modernes Schulgebäude, rechts davor eine Statue. © LHH

Gebäude der Goetheschule

Damit sind die Schüler*innen und Lehrkräfte, die im Gymnasium Limmer ausgelagert waren, wieder an den Stammsitz zwischen Franziusweg und Haltenhoffstraße zurückgekehrt. Die Bauarbeiten für den zweiten und dritten Bauabschnitt hatten im März 2017 begonnen. Die Baumaßnahmen umfassen ein Volumen von rund 40 Millionen Euro. Ein erster Bauabschnitt wurde 2014 fertiggestellt.

„Auf diesen Moment haben alle Schüler*innen, Lehrkräfte und Eltern sehnlichst gewartet. Die Zeit der Auslagerung ist vorbei, nun beginnt die Unterrichtszeit in einem modernen Umfeld“, freute sich Hannovers Erste Stadträtin und Wirtschafts- und Umweltdezernentin Sabine Tegtmeyer-Dette bei der kleinen Einweihungsfeier. „Dies war eines der größten städtischen Projekte der vergangenen Jahre. Die weit verzweigten Schulflächen im Stil der 50er-Jahre wurden kompakter organisiert. Das Projekt steht als Beispiel dafür, dass die Stadt trotz angespannter Haushaltslage in die Bildung investiert.“

Übersicht der Maßnahmen

  • Sanierung und Erweiterung des alten Klassentrakts
  • Neubau und -organisation der Fachklassen und der Verwaltung
  • Abbruch von eingeschossigen Bauteilen (Naturwissenschaften, kleine Sporthallen)
  • Sanierung der Aula und des Musikbereichs
  • Integration einer Mensa
  • Anbau von Räumen für die Sekundarstufe II sowie die Errichtung einer Dreifeldsporthalle mit Tribüne
  • Im Zuge der Arbeiten wurde der Brandschutz verbessert und die Barrierefreiheit komplett hergestellt.
  • Die Bestandsgebäude wurden energetisch saniert (30 Prozent unter Energieeinsparverordnung), Neubauteile im Passivhausstandard errichtet.

Umfangreiche Sanierung

Ziel der Sanierung und Erweiterung war es, die Schule über alle Klassenstufen am Standort Franziusweg zusammenzuführen und fünfzügig auszubauen. Der zweite und dritte Bauabschnitt umfasste die gesamte Schulliegenschaft einschließlich der Außenanlagen am Franziusweg. Erhaltungsfähige Bausubstanz wie der Klassentrakt und die Aula wurden teilweise bis auf den Rohzustand zurückgebaut und bedarfsgerecht saniert. Andere Gebäudeteile wie die Naturwissenschaftstrakte und die kleinen Turnhallen wurden abgerissen und entsprechend dem aktuellen Raumbedarf neu gebaut. Darüber hinaus wurde der Stammsitz nach Planungen des Büros „ppp architekten + stadtplaner“ (Lübeck) von derzeit vierzügig auf fünfzügige Jahrgänge ausgebaut und auf das Abitur nach neun Jahren („G9“) erweitert.

Der Neubau an der Haltenhoffstraße mit Vorplatz und Eingangshalle schließt an das bestehende Schulgebäude mit dem signifikanten Mosaik an, welches saniert wurde. Dort befindet sich die Aula, die mit 357 Plätzen für Musikveranstaltungen und Theateraufführungen genutzt werden kann. Mit der zweigeschossigen Eingangshalle und der anschließenden Cafeteria wurde ein großzügiges Foyer geschaffen. Die Neubauteile an der Haltenhoffstraße nehmen zudem die Unterrichtsräume der Sekundarstufe II und Fachräume für Kunst und Informatik auf. In den sanierten und „aufgedoppelten“ Gebäuden aus den 50er-Jahren am Franziusweg sind die Unterrichtsräume der Sekundarstufe I sowie Verwaltung und naturwissenschaftliche Fachklassen untergebracht. Mensa und Eingangshalle am Franziusweg komplettieren das ganztägige Schulangebot.

Sowohl die Klassen der Sekundarstufe I als auch die der Sekundarstufe II gruppieren sich um die Innenhöfe. Entspannung und freies Lernen werden damit zukünftig auch außerhalb der Klassenzimmer in den dezentral den Jahrgangsstufen zugeordneten „Freilernzonen“ rund um die Innenhöfe möglich sein. Die öffentlichen Bereiche der Eingangshalle und der Flure wurden mit Sichtbeton und Mauerwerk sowie Steinzeugfliesen gestaltet. Betonwände mit dazwischenliegenden Türnischen mit Glasseitenteilen schaffen Orientierung und Transparenz. Raumseitig sind die Nischen der Betonwände mit Einbauschränken ausgebaut. Neben Stauraum beinhalten sie dezentrale Lüftungsgeräte im Passivhausstandard. Zu- und Abluft werden direkt vom Lüftungsgerät aus im Raum verteilt. Die sommerliche Nachtauskühlung der schweren Bauteile wird über Fensterflügel mit Wetterschutzgitter erreicht, sodass die Lüftungsanlage außerhalb der Heizperiode dafür nicht benötigt wird.

Freiflächen mit Musik als Grundmotiv

Mit der Erweiterung und Sanierung der Schule hat sich auch die Gebäudeanordnung auf dem Grundstück verändert. Daraus ergab sich ein neuer Zuschnitt der Freiflächen, die nun nach der umfangreichen Inanspruchnahme durch die Hochbauarbeiten wiederhergestellt werden mussten. Gleichzeitig bot sich dadurch die Chance, den Außenbereich – unter Beteiligung der Schule – neu zu ordnen und zu gestalten. Das vom Fachbereich Umwelt und Stadtgrün mit dem Büro Adam+Adam Landschaftsarchitekten erstellte Planungskonzept sah vor, multifunktionale Flächennutzung mit Ästhetik und Raumerlebnismöglichkeiten zu vereinen.

Die Entwurfsidee für den Schulhofbereich basiert auf dem Thema Musik, einem Schwerpunkt der Goetheschule: Der Gesamtkomposition liegt ein Notenblatt zugrunde. Mit Material, Form-und Farbgestaltung wird dabei einfühlsam auf das Schulgebäude eingegangen, wodurch ein harmonisches Ganzes entsteht: ruhige Sportanlagen, teils beschwingte Rasenflächen, stiller Schulgarten, Kletterspielanlagen, Streifräume im Grünen, ergänzt durch drei Container für Sport, Garten und Spiel. In Gebäudenähe befinden sich befestigte Lauf- und Tobebereiche. Eine schattige Terrasse bietet Sitznischen und ein Podest für Feste und Konzerte. Zwei Innenhöfe ermöglichen einerseits Kunstunterricht, dienen andererseits den Jüngeren als Freiluftraum.

Der Eingangsbereich und die Vorfläche entlang des Franziuswegs sind als Auftakt zum Gebäude bewusst ruhig, offen und grün gestaltet. Goethe schaut von seinem neuen Dirigenten-Ehrenplatz den Ankommenden vom Schulhof her durch das offene Foyer entgegen.

Im September 2014 war im ersten Bauabschnitt der Neubau eines Klassentrakts eingeweiht worden. Neben allgemeinen Unterrichtsräumen waren eine neue Eingangs- und Pausenhalle, eine Cafeteria, ein Musikraum und ein Sammlungsraum für den Musikunterricht entstanden. Der L-förmige Anbau bildet zusammen mit der vorhandenen Aula einen neuen Eingangshof an der Haltenhoffstraße.

Musikzweig als Schwerpunkt

Die Goetheschule, derzeit mit rund 1.200 Schüler*innen das größte hannoversche Gymnasium, wurde 1955 gegründet und ist nach Unterbringung in verschiedenen Gebäuden der Stadt 1957 in den damaligen Neubau am Franziusweg eingezogen. Die Schule im Norden der Stadt verfügt als besonderes Profil über einen musischen Bildungsgang. Schwerpunkte liegen auch in Theater- und Kunstprojekten, Fremdsprachen, internationalem Schüler*innen-Austausch, aber auch Robotikkursen und der Förderung besonderer Begabungen.

Eckdaten

  • Bauherrin: Landeshauptstadt Hannover
  • Planung: PPP Architekten + stadtplaner gmbh
  • Projektsteuerung: Fachbereich Gebäudemanagement
  • Baubeginn: März 2017
  • Fertigstellung: August 2020
  • Fläche: 16.100 Quadratmeter Bruttogeschossfläche 
  • Kosten: rund 40 Millionen Euro