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Stadt arbeitet Beißvorfall lückenlos auf

Finanz- und Ordnungsdezernent Dr. Axel von Ohe hat am 9. April im Rahmen eines Pressegespräches die Hintergründe zu dem tragischen Vorfall erläutert, bei dem in der vergangenen Woche in Hannover zwei Menschen durch eine Hundeattacke getötet worden sind.

Die Stadt hatte mit Blick auf die unmittelbare Vergangenheit der zurückliegenden fünf Jahre zunächst Grund zu der Annahme, dass keinerlei Hinweise von Dritten auf Auffälligkeiten bezüglich des Hundes vorlagen. Es gab weder Beißvorfälle, noch Beschwerden, sei es Hund/Hund oder Hund/Mensch. Auch die Ergebnisse der Begutachtungen des Tierheimes aus den Jahren 2014 und 2016 sind der Stadt nicht gemeldet worden. 

Hinweis kam vom Amtsgericht Hannover

Das Prüffenster wurde in einem zweiten Schritt erweitert und es wurden auch weiter in der Vergangenheit liegende Zeiträume erfasst. Dabei ist deutlich geworden, dass die Veterinärbehörde der Landeshauptstadt am 4. März 2011 einen Hinweis auf eine mögliche Gefährlichkeit des Tieres und darüber hinaus auch auf Zweifel an der artgerechten Haltung des Hundes erhalten hat. Der Hinweis kam vom Amtsgericht Hannover, der originäre Hinweis von der für den Halter zuständigen Familienbetreuerin. Dem Hinweis des Amtsgerichtes beigefügt waren eine Stellungnahme der Familienbetreuerin, die Stellungnahme einer Hundetrainerin sowie ein psychiatrisches Gutachten über den Hundehalter. In Reaktion auf diesen Hinweis ist der Halter des Hundes am 15. März 2011 durch die Veterinärbehörde zur Vorstellung des Hundes aufgefordert worden. Er ist dieser Aufforderung allerdings nicht nachgekommen. Der Sachverhalt ist dann ohne konkrete Begutachtung des Hundes weiter geprüft worden.

Besitzer hätte Hund nicht halten dürfen

Eine Umsetzung von Maßnahmen ist indes nicht erfolgt. Wären sie umgesetzt worden, kann mit Sicherheit davon ausgegangen werden, dass dem Halter das Halten des Hundes untersagt worden und ihm dieser entzogen worden wäre. Warum die Umsetzung der Maßnahmen unterblieb, ist heute – sieben Jahre nach dem Vorgang – kaum erklärlich. Festzuhalten bleibt zweifelsfrei, dass darin ein gravierendes Versäumnis gelegen hat. Die sich aus dem Sachverhalt ergebenden rechtlichen Konsequenzen müssen nun geprüft werden. Diese Prüfung wird sehr sorgfältig vorgenommen werden.

Weitere Altfälle in Prüfung

Darüber hinaus gibt es aktuell keinerlei Hinweise darauf, dass vergleichbare Fälle bei der Veterinärbehörde vorgekommen sind.  Gleichwohl werden Altfälle aus der Vergangenheit nochmalig überprüft. Diese Prüfungen erfolgen umgehend.

Unterbringung des Hundes wird geprüft

Zum weiteren Vorgehen bezüglich des sich derzeit in einem Tierheim befindlichen Hundes führte Dr. von der Ohe aus, dass die oberste Priorität darin besteht, eine Gefährdung Dritter durch den Hund auszuschließen. Ob die nun vom Tierheim ins Gespräch gebrachte Variante der Verbringung des Tieres in eine Spezialeinrichtung hierfür ein geeignetes Mittel sein kann, wird geprüft. Hierfür wurden erste Gespräche mit dem Tierheim geführt. Darüber hinaus werden Experten und insbesondere die Veterinärbehörde, in deren Zuständigkeit die Spezialeinrichtung liegt, einbezogen. Auch die hierfür erforderlichen Prüfschritte werden zeitnah vorgenommen. Wann ein Ergebnis vorliegen wird, ist heute noch nicht genau zu sagen. Bis zu einer Entscheidung und abschließenden Beurteilung verbleibt der Hund im Tierheim.