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Sechs Personen auf einer Pressekonferenz © LHH

Dr. Rebecca Seidler (Liberale Jüdische Gemeinde), Alina Fejgin (Jüdische Gemeinde Hannover), Dr. Felix Klein, Oberbürgermeister Stefan Schostok, Ulrike Serbent (Pressesprecherin LHH) und Dr. Bettina Doering (Bereichsleiterin Migration und Integration LHH) (v.l.)

Auftakt

Stadt startet Offensive gegen Antisemitismus

Mit der zweitägigen Tagung zum Thema "Antisemitismus in der Gesellschaft" hat die Stelle für Demokratiestärkung und gegen Rechtsextremismus (SDR) der Landeshauptstadt Hannover am 29. Januar eine Offensive gegen Judenfeindlichkeit gestartet. 

Innenraum des Gedenkorts Neue Synagoge Hannover in der Roten Reihe © LHH (Erinnerungskultur)

Innenraum des Gedenkorts Neue Synagoge Hannover in der Roten Reihe

Jüdische Menschen sind immer noch Opfer von antisemitischen Übergriffen. Dagegen vorzugehen ist eine Aufgabe, der sich auch die Landeshauptstadt Hannover verpflichtet sieht. Im November 2017 wurde die Verwaltung durch den Rat beauftragt, eine Offensive gegen Antisemitismus zu entwickeln. Die Stelle für Demokratiestärkung und gegen Rechtsextremismus (SDR) der Landeshauptstadt startete die Offensive am 29. Januar mit einer zweitägigen Tagung zum Thema "Antisemitismus in der Gesellschaft". Sie findet im Neuen Rathaus statt und richtet sich an Fachkräfte und Multiplikatorinnen und Multiplikatoren.

Schostok: "Hannover setzt ein Zeichen gegen Hass, Verfolgung und Diskriminierung"

"Weder in Hannover noch anderswo in Deutschland darf es Platz für Antisemitismus geben! Hannover setzt mit der Offensive gegen Antidiskriminierung ein deutliches Zeichen gegen Hass, Verfolgung und Diskriminierung jedweder Art. Wir streben eine diskriminierungsfreie und weltoffene Stadt an, eine Stadt, in der Menschen aller Religionen und unabhängig von religiöser, kultureller oder ethnischer Herkunft als gute Nachbarn miteinander leben", erklärte Oberbürgermeister Stefan Schostok.

Meldestelle für antisemitische Vorfälle in Planung

Hintergrund für die Offensive der Landeshauptstadt ist der nach wie vor in allen Bevölkerungsgruppen verbreitete Antisemitismus. Die Referentinnen und Referenten beleuchten im Rahmen der Tagung den Antisemitismus in seinen Erscheinungsformen - in Schulen, im Alltag, in Kirche und Medien - und geben Anregungen, wie man ihm zum Beispiel mit gezielter Jugendarbeit und Erinnerungskultur entgegentreten kann. Daneben plant die Landeshauptstadt, eine Meldestelle für antisemitische Vorfälle nach dem Vorbild der Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus Berlin (RIAS) einzurichten.

Beauftragter der Bundesregierung begrüßt Initiative der Stadt Hannover

Dr. Felix Klein, Beauftragter der Bundesregierung für jüdisches Leben in Deutschland und den Kampf gegen Antisemitismus, der an der Pressekonferenz teilnahm und bei der Tagung spricht, verdeutlichte: "Die Initiative der Stadt Hannover zu einer 'Offensive gegen Antisemitismus' begrüße ich sehr. Eine eigene Meldestelle für antisemitische Vorfälle ist ein wichtiger Baustein für unser Ziel, bundesweit ein dezentrales Netzwerk für Opferberatung zu schaffen. Auf Bundesebene fördere ich dazu als Schirmherr den Bundesverband RIAS/ Recherche- und Informationsstellen Antisemitismus, der im Februar seine Arbeit aufnehmen wird. Es freut mich sehr, dass die Stadt Hannover heute ein starkes Zeichen gegen Antisemitismus setzt!"

Beckedorf: "Meldestelle ein bewusstes Zeichen für Menschenrechte"

Als verantwortliche Dezernentin sagte Konstanze Beckedorf: "Ich freue mich, dass wir mit dem Kreis aus Expertinnen und Experten so viele verschiedene Menschen aus der Stadtgesellschaft zusammenbringen können, die alle eines unterstreichen wollen: Hannover ist ein Ort der Vielfalt und der Freiheit. Wir möchten aus der Verwaltung heraus unseren Beitrag dazu leisten und mit der Tagung und der Meldestelle ein bewusstes Zeichen für Menschenrechte setzen."

Für ein offenes Miteinander in Hannover

Die Expertinnen und Experten der Offensive gegen Antisemitismus trieten für ein offenes Miteinander in Hannover ein. Ziel ist es, die Stadtgesellschaft in ihren demokratischen Strukturen und in ihrer Offenheit für die Vielfalt der Herkunft, Religionen und Lebensstile zu stärken. In diesem Kreis arbeiten Vertreterinnen und Vertreter der Liberalen Jüdischen Gemeinde Hannover, der Jüdischen Gemeinde Hannover, der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Hannover, der WerteInitiative e.V., der Gedenkstätte Ahlem, der Region Hannover, der Amadeu Antonio Stiftung Hannover, des Fachbereiches Soziales (Migration und Integration) der Landeshauptstadt Hannover und der Hochschule Hannover, Soziale Arbeit. Des Weiteren ist Dr. Ursula Rudnick Teil des Kreises.