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Soziale Stadt

Stadt stellt Maßnahmen und Perspektiven für Mühlenberg vor

Eine Koordinierungsgruppe der Stadt unter der Leitung von Oberbürgermeister Stefan Schostok erarbeitet kontinuierlich Maßnahmen zur Verbesserung der Situation im Stadtteil Mühlenberg. Am 19. September haben der Oberbürgermeister sowie die Bildungs-, Jugend- und Familiendezernentin Rita Maria Rzyski in einer öffentlichen Informationsveranstaltung im Stadtteilzentrum Mühlenberg den aktuellen Stand des Maßnahmenkatalogs und die weiteren Perspektiven vorgestellt.

Eine Frau und ein Mann mit einem Mikrofon, die sich hinter einem Stehtisch befinden. © LHH

Bildungs-, Jugend- und Familiendezernentin Rita Maria Rzyski und Oberbürgermeister Stefan Schostok stellen die Maßnahmen vor. 

"Wir kennen die Probleme im Stadtteil Mühlenberg und arbeiten intensiv und dezernatsübergreifend an konkreten Lösungen, sowohl für Schwerpunkte wie den Canarisweg als auch insgesamt für den Stadtteil. Mit dem Programm "Soziale Stadt" hat Mühlenberg eine besondere Chance für die Quartiersentwicklung. Diese Chance möchten wir in den kommenden Jahren gemeinsam mit den Bewohnerinnen und Bewohnern im Stadtteil und allen dort Engagierten nutzen. Wir laden herzlich ein zur Beteiligung an den verschiedenen Angeboten und Projekten", so der Oberbürgermeister.

Kita-Versorgung

Der schnelle Zuzug von Familien mit Kindern in den Canarisweg hat zu Engpässen bei der Versorgung mit Kita-Plätzen geführt. Die Stadtverwaltung arbeitet mit Hochdruck daran, ausreichend Kita-Plätze bereitzustellen. Aktuell fehlt für 47 Kinder, die sich im letzten Kita-Jahr vor der Einschulung befinden, ein Angebot. Für 140 Kinder, die zu Beginn des aktuellen Kita-Jahres drei Jahre alt werden beziehungsweise älter sind, fehlt ebenfalls ein Platz. Bis zum Ende des Jahres wird zunächst vordringlich für die rund 50 Kinder, die im kommenden Schuljahr eingeschult werden, ein Angebot zur gezielten Vorbereitung auf die Grundschule geschaffen.

Weitere mindestens 118 Plätze sollen bis zum dritten Quartal 2018 in der Übergangskita auf dem Gelände Beckstraße in Modulbauweise entstehen. In diese Übergangskita werden auch die Kita-Kinder aus dem Canarisweg einziehen. Der Standort Canarisweg bleibt zunächst nur als Standort für die Hortbetreuung bestehen. Mit dem Auszug der Kita-Kinder in die Übergangskita Beckstraße wird es möglich, 64 Kindern einen Hortplatz anzubieten. Mit der Fertigstellung des Neubaus der Grundschule Mühlenberg soll die Kinderbetreuung im Canarisweg aufgegeben werden. Die frei werdenden Räumlichkeiten könnten für einen Nachbarschaftstreff oder eine Beratungseinrichtung genutzt werden.

Langfristig entsteht am Standort Beckstraße nach jetzigem Planungsstand bis 2020/2021 das neue Familienzentrum mit acht Gruppen und Platz für rund 160 Kinder.

Grundschule Mühlenberg

Die Grundschule Mühlenberg weist einen hohen Sanierungsbedarf auf und benötigt mehr Platz für die beantragte Umwandlung zur Ganztagsschule. An beiden Punkten wird mit hoher Priorität gearbeitet. Zur kurzfristigen räumlichen Entlastung hat die Grundschule Mühlenberg zu Beginn der 37. Kalenderwoche 2017 zwei weitere mobile Raumeinheiten erhalten. Eine weitere Einheit wird zum Schuljahr 2018/2019 aufgestellt. Dann werden insgesamt vier mobile Raumeinheiten zur Verfügung stehen.

Zusätzlich soll der ab dem Schuljahr 2018/2019 freiwerdende Schulstandort "Martin-Luther-King" teilweise mitgenutzt werden. Zu Art und Umfang laufen derzeit die Abstimmungen zwischen Schulleitung, Schulaufsicht und Schulverwaltung.

Parallel wurde der Neubau der Grundschule Mühlenberg inklusive Erweiterung zur Ganztagsschule im Rahmen des Förderprogramms "Investitionspaket soziale Integration im Quartier" angemeldet. Mittlerweile wurden 2,5 Millionen Euro zum Bau einer Mensa bewilligt.
Bislang fördert die Stadt eine 25-Stunden-Stelle Schulsozialarbeit. Gemeinsam mit dem Land sollen diese Stunden aufgestockt und zusätzliche pädagogische Kräfte eingesetzt werden.

Weitere Maßnahmen im Stadtteil

Ein Bündel an Angeboten, Maßnahmen und Projekten soll die Lebenssituation der Stadtteilbewohnerinnen und -bewohner verbessern. Dabei liegt der Schwerpunkt auf Begleitung und Unterstützung. 

  • Die neue Kontakt- und Beratungsstelle am Stauffenbergplatz wird zum vierten Quartal 2017 eröffnet. Sie bietet unter Federführung der Gemeinwesenarbeit des Fachbereiches Soziales Beratungs-, Beteiligungs- und Gruppenangebote für die Bewohnerinnen und Bewohner des Stadtteils. Kooperationspartner für einen Elterntreff ist die Arbeiterwohlfahrt Region Hannover. Projektmittel wurden in Höhe von 70.000 Euro aus dem Förderprogramm des Landes "Gemeinwesensarbeit und Quartiersmanagement" akquiriert.
  • Das Familienzentrum Mühlenberg soll eine weitere "GemeinsamWachsenGruppe" für Mütter mit Kindern unter drei Jahren erhalten. Dazu laufen Abstimmungen mit dem Träger der Einrichtung.
  • Das Projekt "Vermeidung von schulverweigerndem Verhalten" an der Leonore-Goldschmidt-Schule wird fortgesetzt. Im Schuljahr 2016/2017 wurden 30 minderjährige Schülerinnen und Schüler betreut.
  • Das Angebot der Beratungsstelle „Jugend- und Familienberatung“ in Mühlenberg wird ausgeweitet.
  • Der JuCa-Treff am Canarisweg betreut Kinder im Rahmen von Hilfe zur Erziehung derzeit mit zehn Wochenstunden. Durch eine Vollzeitstelle sollen die Öffnungszeiten und die Angebote für Kinder und Jugendliche erweitert werden.
  • Das Stadtteilzentrum Mühlenberg bietet vielfältige Möglichkeiten zur kreativen und aktiven Teilhabe.
  • Kulturelle Angebote wie "Lust auf Lesen" in Kooperation mit der Grundschule Mühlenberg und "Sprache und Musik" im Kids-Club der Nachbarschaftsarbeit werden kontinuierlich umgesetzt.

Programm "Soziale Stadt"

Die Stadt hat Mühlenberg schon vor mehreren Jahren gezielt in den Blick genommen und nach intensiven Bemühungen erreicht, dass der Stadtteil im Dezember 2014 vom Land Niedersachsen in das Städtebauförderprogramm „Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf – Die soziale Stadt“ aufgenommen wurde. Damit stehen insgesamt zwölf Millionen Euro zusätzlich zur Aufwertung des Quartiers und für infrastrukturelle Maßnahmen zur Verfügung.

Ziel des Programms ist es, die Wohn- und Lebensqualität in den geförderten Stadtteilen zu verbessern. Dies geschieht durch bauliche und soziale Projekte und Maßnahmen, die mit der Beteiligung von BewohnerInnen geplant und umgesetzt werden. Auf Basis der Sanierungsziele werden neben den Städtebaufördermitteln des Programms zusätzlich kommunale Mittel eingesetzt. Ergänzend zum Quartiersmanagement der hanova wurde bereits Anfang 2014 ein städtisches Quartiersmanagement eingerichtet, das auf eine umfassende Beteiligung der BewohnerInnen des Stadtteils im Erneuerungsprozess abzielt.

Derzeit wird für Mühlenberg ein Freiraumentwicklungskonzept erarbeitet, das kurz vor dem Abschluss steht. Als Starterprojekt im Programm „Soziale Stadt“ wurde der Spielplatz Schollweg umfassend erneuert. Hier waren Kinder und AnwohnerInnen aktiv an Planung und Umsetzung beteiligt. Aktuell wird die Erneuerung des Spielplatzes Canarisweg vorbereitet. Weitere Maßnahmen zur Aufwertung des Wohnumfeldes und zur attraktiveren Gestaltung des öffentlichen Raumes werden mit Beteiligung der StadtteilbewohnerInnen folgen. 

Mitte dieses Jahres wurde für die kommenden drei Jahre ein energetisches Sanierungsmanagement beauftragt. Ziel sind Einsparungen an Heizenergie und somit Heiz- und Betriebskosten. Das Sanierungsmanagement wird von der Kreditanstalt für Wiederaufbau mit 65 Prozent der anfallenden Kosten gefördert.  

Fazit

Es bedarf weiterhin eines gemeinsamen und ausdauernden Engagements von Stadtverwaltung, Organisationen und Institutionen im Stadtteil sowie der Bewohnerinnen und Bewohner, um den Stadtteil Mühlenberg insgesamt so lebenswert zu gestalten, wie er in weiten Teilen bereits ist.