Leben im Alter in Hannover

Stadt stellt mit Quartier­szentren Zukunfts­plan auf

Ältere Menschen sollen auch weiterhin möglichst lange selbstbestimmt zu Hause leben können. Die Stadt Hannover hat dafür einen Zukunftsplan entwickelt. Die hohe Zahl der Babyboomer, eine steigende Zahl älterer Menschen mit Zuwanderungsgeschichte, die ansteigende Armut der Generation 60 plus – das sind nur einige der Herausforderungen, die die Stadt Hannover dazu veranlassen, mit Quartierszentren das Leben im Alter in Hannover zukunftsfest auszurichten. Dazu gehört unter anderem  der Ausbau der städtischen Pflegeeinrichtungen mit zusätzlichen Angeboten, aber auch zum Beispiel  Mieter*innentreffs in Wohnanlagen.

„Wir wollen mit der Schaffung von Quartierszentren in Hannover älteren Menschen eine Infrastruktur bieten, die es ihnen ermöglicht, möglichst lange und selbstbestimmt bei hoher Lebensqualität zu Hause älter zu werden. Auch ältere Menschen mit Unterstützungsbedarf sollen sich in der Mitte der Gesellschaft fühlen. Dafür wollen wir die Strukturen zukunftssicher aufstellen“, sagte Sylvia Bruns, Sozialdezernentin der Landeshauptstadt Hannover.

Einige Einrichtungen und andere Orte in verschiedenen Stadtteilen von Hannover verfügen bereits über Bausteine eines Quartierszentrums, die weiterentwickelt werden sollen. Ein Beispiel sind stationäre Pflegeeinrichtungen mit Angeboten der Begegnung, Kurzzeitpflege, Mittagstischangeboten, Friseur*in, Ergotherapie und Veranstaltungsräumen.

Die Landeshauptstadt plant, diesen Entwicklungsprozess zu koordinieren. Ziel ist es, Synergien zu nutzen und zu bündeln und für die Menschen in ihrem direkten Umfeld eine Infrastruktur zu schaffen, die es ihnen auch bei Pflege- oder Unterstützungsbedarf ermöglicht, zu Hause wohnen zu bleiben.  In 2023 sollen durch den Fachbereich Senioren der Stadt Hannover auf Basis der bereits bestehenden Stadtteil-Analyse (https://www.seniorenberatung-hannover.de/aktuelles/seniorenplan) geeignete Orte identifiziert werden. Das können neben stationären Pflegeeinrichtungen auch Sozialstationen von Wohlfahrts- und Sozialverbänden sein, Kirchengemeinden, Mieter*innentreffs und vieles mehr.

Ein Steuerungsbeirat soll über die Vorschläge entscheiden. Geplant ist, mit den Einrichtungen Zielvereinbarungen zu schließen, die Umsetzung liegt sodann in der Verantwortung der jeweiligen Einrichtung. Die Stadt plant, Finanzmittel, sogenannte „Quartiersbudgets“ zur Verfügung zu stellen, ebenso eine „Tool-Box“ als Handlungsleitfaden.

Einen Standardtypus für ein Quartierszentrum gibt es nicht, hier muss die individuelle Umgebung berücksichtigt werden. Mehr als 23 Prozent der über 60jährigen Menschen im Stadtgebiet haben einen Migrationshintergrund, in einigen Stadtteilen liegt der Anteil deutlich höher. Bausteine wie fremdsprachige Beratungs- und Begegnungsangebote und eine Angehörigen-Beratung, die die Bedarfe von Menschen mit Zuwanderungsgeschichte in den Blick nimmt, sollen ausgebaut werden.

Zusätzlich arbeitet der Fachbereich Senior*innen der Stadt daran, die Trennung von stationärer und ambulanter Pflege aufzubrechen. Ziel ist es, das stationäre Einrichtungen über sogenannte sektorenverbindende Versorgungsverträge nicht nur die Bewohner*innen der Einrichtung, sondern auch die Menschen, die in der Nachbarschaft in ihrer Häuslichkeit leben, versorgen können. Das zahle zum einen positiv auf den Personalengpass in der ambulanten Pflege ein, mache aber auch den Pflegeberuf an sich attraktiver durch eine größere Flexibilität und Vielfalt in der Arbeit.