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Obdachlose

Stadt stellt zusätzliche Unterbringung zur Verfügung

Um auch obdachlosen Menschen, die nicht an Covid-19 erkrankt sind, eine sichere Rückzugsmöglichkeit zu geben, hat die Stadt als präventive Maßnahme die Jugendherberge als zusätzliche Unterkunft angemietet. Als weiteres Angebot werden Obdachlosen Duschmöglichkeiten im Stadionbad angeboten.  

Ganz zu einer Dusche. © LHH (Neue Medien)

Die Duschanlagen im Stadionbad. 

Obdachlose Menschen sind in der Corona-Krise, unter anderem durch eingeschränkte Hilfsangebote, zusätzlich belastet. Um diesen Menschen, die keine bekannte Erkrankung mit Covid-19 aufweisen, schnell und unbürokratisch eine alternative Rückzugsmöglichkeit zu geben und gleichzeitig die Gefahr der Ausbreitung des Virus auf der Straße zu minimieren, hat die Stadt als präventive Maßnahme die Jugendherberge als zusätzliche Unterkunft für Obdachlose angemietet. Die Stadt hat mit dem Caritasverband einen Betreibervertrag geschlossen. Der Caritasverband und das Diakonische Werk haben sich bereit erklärt, diesen Vertrag im ökumenischen Miteinander zu erfüllen und sowohl soziale Betreuung und ärztliche Checks zur Verfügung zu stellen als auch Ansprechpartner*in für die Menschen vor Ort zu sein. Die Kosten für Anmietung, Versorgung und Warmverpflegung werden zu je einem Drittel vom Land Niedersachen, der Region Hannover und der Landeshauptstadt Hannover getragen. Die Jugendherberge bietet Platz für rund 200 Menschen und startet den Betrieb am 15. April 2020.

Beckedorf: "Gelebte soziale Verantwortung"

"Wir freuen uns, dass wir mit der Jugendherberge Hannover einen Ort gefunden haben, der temporär obdachlose Menschen aufnimmt. Wir hoffen, dass möglichst viele dieses Angebot annehmen – zum einen, um einen Rückzugsort zu haben, aber auch als präventive Maßnahme, um das Risiko der Verbreitung des Corona-Virus durch Gruppenbildung auf der Straße zu reduzieren. Wir danken allen Partner*innen für die schnelle Umsetzung dieses Projektes. Das ist gelebte soziale Verantwortung", sagte Sozialdezernentin Konstanze Beckedorf zur Inbetriebnahme der neuen Unterbringung.

Jugendherberge zunächst für zwei Monate angemietet

Die Jugendherberge und das dazugehörende Außengelände wurden als temporäre Unterbringung mit Verpflegung für Obdachlose, die "auf der Straße" leben und keine bekannte Covid-19-Erkrankung aufweisen, für zunächst zwei Monate angemietet. Obdachlose Menschen, die bisher in Sleep Ins übernachten, können das Angebot in der Jugendherberge ebenfalls wahrnehmen. Die warme Essensversorgung wird je nach Belegung der Jugendherberge gewährleistet, in dem die bisherige mobile Essensversorgung von unterschiedlichen Ausgabestationen in der Innenstadt dorthin umverteilt wird.

Duschmöglichkeiten im Stadionbad

Als weiteres Angebot für obdachlose Menschen stellt die Stadt im Stadionbad Duschmöglichkeiten zu bestimmten Zeiten zur Verfügung, montags bis donnerstags von 10 bis 14 Uhr. Der Einlass erfolgt unter Einhaltung der Sicherheits- und Hygieneregeln sowie der Wahrung der Privatsphäre.

Carola Reimann (Sozialministerium): "Schnelle und pragmatische Lösungen"

Für Sozialministerin Carola Reimann ist die zunehmende Wohnungslosigkeit eine der zentralen sozialen Fragen und eine besondere Form von Armut und sozialer Ausgrenzung: "Gerade in der derzeitigen Situation brauchen die Menschen Unterstützung, die keinen festen Wohnsitz haben und unter freiem Himmel leben. Wer sich aktuell nicht einmal die Hände waschen oder duschen kann, geschweige denn ein Dach über dem Kopf hat, befindet sich in einer besonders schutzlosen Situation. Vor allem braucht es jetzt schnelle und pragmatische Lösungen – genau wie sie hier in Hannover umgesetzt werden. Dafür danke ich allen Beteiligten sehr."

Dr. Andrea Hanke (Region Hannover): "Ziel muss es sein, Infektionsketten zu unterbrechen"

"Die Region Hannover begrüßt es sehr, dass es nach Gesprächen mit der Caritas und dem Diakonischen Werk gelungen ist, gemeinsam mit Stadt und Land schnell eine zentrale Einrichtung für obdachlose Menschen in der Jugendherberge in Hannover zu schaffen. Gerade diese Menschen sind in dieser Situation schutzlos und brauchen die Unterstützung, die sie in der neuen temporären Einrichtung erhalten können. Ziel muss es sein, Infektionsketten zu unterbrechen, den Menschen eine gut ausgestattete Anlaufstelle zu bieten und ihnen die Möglichkeit zu geben, zumindest Grundbedürfnisse wie das Waschen ihrer Wäsche, Verpflegung und einen sicheren Schlafplatz zu befriedigen", so Dr. Andrea Hanke, Dezernentin für Soziale Infrastruktur der Region Hannover.   

Dr. Andreas Schubert (Caritasverband): "Solidarität ist ansteckend" 

"Die Sorge um die Menschen, die kein festes Zuhause haben, ist uns besonders in der aktuellen Krise ein besonderes Anliegen", betont Dr. Andreas Schubert, Vorstand des Caritasverbandes Hannover. "Wir sind froh, dass es nun kurzfristig gelungen ist, neben der Versorgung mit Lebensmitteln auch eine zentrale Unterbringungsmöglichkeit für die notleidenden Menschen zu schaffen. Das, was in den letzten Wochen an Hilfen für Wohnungslose mobilisiert werden konnte, verdanken wir in erster Linie dem großartigen Engagement der haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden in unseren Einrichtungen und Diensten. Diese Solidarität mit den Schwächsten ist wirklich ansteckend."

Rainer Müller-Brandes (Diakonie): "Alle ziehen an einem Strang"

Diakoniepastor Rainer Müller-Brandes, Leiter des Diakonischen Werkes Hannover: "Als christlicher Wohlfahrtsverband ist es unsere Aufgabe, für die Menschen da zu sein, die es in Coronazeiten besonders hart trifft. Mit diesem Projekt wird deutlich, dass die Landeshauptstadt, Diakonie und Caritas an einem Strang ziehen."