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Innenstadt

Stadtspitze im Dialog mit der Wirtschaft

Karstadt-Rückzug, Situation in der City und Neustart nach Corona: Die Stadt Hannover will im Schulterschluss mit Einzelhandel und Gewerkschaften eine Perspektive für das traditionsreiche Karstadt-Haus an der Georgstraße entwickeln, aus dem sich die Kaufhauskette zurückziehen wird.  Das erklärte Oberbürgermeister Belit Onay auf einer Pressekonferenz am 22. Juni. 

Vier Personen stehen in Abstand zueinander auf einem Balkon © LHH

Sabine Tegtmeyer-Dette, Belit Onay, Harald Memenga und Martin Prenzler (v. l.)

"Karstadt ist ein bedeutender Faktor in der Stadt, nicht nur aufgrund der zentralen Lage. Wir haben ein großes Interesse an einem Diskussionsprozess", so Onay. Die Stadt werde dazu auch den Kontakt zum Vermieter suchen. Die Erste Stadträtin und Wirtschaftsdezernentin Sabine Tegtmeyer-Dette unterstrich die Dringlichkeit des Anliegens: Die Situation in der City sei schwierig – aufgrund der zunehmenden Konkurrenz des Online-Handels sowie der Folgen der Corona-Krise. Martin Prenzler, Geschäftsführer der City-Gemeinschaft, bezeichnete das vor der Schließung stehende Karstadt-Haus als "Haus mit Symbol-Charakter". Er sieht gute Chancen für eine Nachnutzung. Dafür sprächen die Lage und der Zustand des Gebäudes. Auch gebe es Kaufhaus-Konzepte, die funktionierten. Harald Memenga, Geschäftsführer des Verdi-Bezirksverbandes, versicherte, die Gewerkschaft wolle sich bei der Erarbeitung von Innenstadt-Konzepten einbringen.

Pressekonferenz Teil einer Dialogveranstaltung 

Die Pressekonferenz war Teil einer Dialog-Veranstaltung, zu dem die Verwaltungsspitze die Vertreter*innen von Wirtschaftsverbänden, Kammern, City-Gemeinschaft und Gewerkschaften ins Rathaus eingeladen hatte. Mit diesem runden Tisch knüpfte Oberbürgermeister Onay an ein Treffen mit der Wirtschaft zu Beginn der Corona-Krise an. Seinerzeit ging es um das 10-Millionen-Euro-Soforthilfepaket, das die Stadt aufgelegt hatte. Nun wolle die Landeshauptstadt den Neustart aktiv begleiten, wandte sich Onay an die Teilnehmer*innen des runden Tisches. "Ihre Bewertungen sind hilfreich."  Aus dem Kreis kamen etliche Anregungen: Von der Stadt werde erwartet, dass sie dazu beitrage, ein "hoffnungsvolles Klima zu erzeugen", hieß es beispielsweise. Sie solle sich für den Erhalt der für Hannover so wichtigen Messe-Infrastruktur einsetzen sowie Initiativen für Beschäftigung und Ausbildung unterstützen. Ausdrücklich begrüßte der Kreis der Wirtschaftsakteur*innen die in den vergangenen Wochen und Monaten aufgelegten Stabilisierungspakete, mit denen die Stadt ökonomische, soziale und kulturelle Strukturen stärkt. Ein zentrales Thema in den kommenden Monaten wird die Frage sein, wie es gelingt, die Innenstadt zu stärken und ihr mehr Attraktivität zu verleihen. Belit Onay bekräftigte, dass die Landeshauptstadt in dieser Frage den Dialog intensivieren wolle.