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Internationale Ausrichtung

Startschuss für das Handlungskonzept "Hannover – internationale Stadt"

Oberbürgermeister Stefan Schostok hat am 14. Februar in der Ratsstube des Neuen Rathauses die neuen Schwerpunkte des internationalen Engagements der Landeshauptstadt Hannovers vorgestellt. 

Drei Männer und eine Frau vor einem Aufsteller. © LHH

Stellten das Handlungskonzept vor: Marie Bullet (Leiterin des Büros für internationale Angelegenheiten), Oberbürgermeister Stefan Schostok, Dr. Marcus Hoppe (stellvertretender Leiter des Hochschulbüros für Internationales der Leibniz Universität Hannover) und Hans-Christian Nolte (Geschäftsführer der Hannover Marketing und Tourismus GmbH).

"Hannover ist eine internationale Stadt mit vielfältigen internationalen und europäischen Kontakten und Kooperationen. Es ist Zeit, dass wir auch auf lokaler Ebene noch deutlicher Verantwortung übernehmen. Das gilt für unsere internationalen Beziehungen, das gilt aber ganz besonders für Europa. Unser Fokus liegt zukünftig auf vier strategischen Säulen: wir wollen unsere Kooperationen strategisch weiterentwickeln, die Potenziale der Beschäftigten der Stadtverwaltung für die internationale Arbeit stärker nutzen, Hannovers Attraktivität international bekannter machen und diesen Weg gemeinsam im intensiven Austausch mit der Stadtgesellschaft gehen", erläuterte Schostok die neue Richtung. "Um Hannover international weiter zu profilieren, brauchen wir eine enge Vernetzung zwischen Stadt, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft", so Schostok weiter.

Hannovers Stärken sollen für alle Ziel- und Altersgruppen konsistent und wettbewerbsfähig präsentiert werden

Hans Christian Nolte, Geschäftsführer der Hannover Marketing und Tourismus GmbH ergänzt aus Sicht des Standortmarketings: "Bei unseren Aktivitäten im In- und Ausland ist seit mehreren Jahren festzustellen, dass der Standort Hannover überwiegend in seiner Gesamtheit nachgefragt wird. Es wird nicht mehr zwischen harten und weichen Standortfaktoren unterschieden – das Gesamtpaket Hannover zählt. Die Stärken Hannovers müssen für alle Ziel- und Altersgruppen konsistent und wettbewerbsfähig präsentiert werden – als Standort mit einer hohen Lebensqualität, zukunftsorientiert in allen Bereichen." Dr. Marcus Hoppe, stellvertretender Leiter des Hochschulbüros für Internationales der Leibniz Universität Hannover unterstrich die Bedeutung der internationalen Profilierung Hannovers auch aus Sicht der Wissenschaft. "Zunehmende internationale Vernetzung, Weltoffenheit und ein Ausbau der Willkommenskultur fördern die Attraktivität des Wissenschaftsstandortes und unterstützen uns dabei, brillante Studierende und Forschende nach Hannover zu locken und hier halten zu können. Daher begrüßen wir das Handlungskonzept und freuen uns, die bereits etablierte Kooperation mit der Landeshauptstadt zu intensivieren."

Handlungskonzept ist Ergebnis eines Beteiligungsprozesses aus 2018

Der Auftrag zur Schärfung des internationalen Profils der Stadt entstand im Rahmen des Stadtentwicklungsprozesses "Mein Hannover 2030". Das Handlungskonzept "Hannover – internationale Stadt" ist das Ergebnis eines verwaltungsinternen Beteiligungsprozesses im Jahr 2018. Die vier obengenannten Handlungsfelder bilden den strategischen Rahmen für die künftige Ausrichtung des internationalen Engagements.  

Handlungsfeld eins: Strategische Entwicklung der internationalen Kooperationen

Das erste Handlungsfeld "strategische Entwicklung der internationalen Kooperationen" basiert auf der Erkenntnis, dass sowohl die Quantität als auch die Qualität internationaler Beziehungen deutlich zugenommen hat. Die Kontaktaufnahme mit und aus dem Ausland ist nicht nur leichter herzustellen, sie wird auch intensiver, vielfältiger und komplexer. Geplant ist, die internationalen Kooperationen Hannovers stärker auf den kommunalen Erfahrungsaustausch und thematische Projekte auszurichten, beispielsweise auf für die Stadt strategisch wichtige Themen wie nachhaltige Stadtentwicklung, Integration, Umwelt- und Klimaschutz, Bildung oder Digitalisierung. Darüber hinaus ist ein Beitritt Hannovers in das wichtigste Netzwerk für Großstädte Europas, EUROCITIES, geplant.

Zweites Handlungsfeld: Personalentwicklung der Mitarbeiter*innen der Stadtverwaltung

Das zweite Handlungsfeld betrifft die Personalentwicklung der Mitarbeiter*innen der Stadtverwaltung. Im Fokus steht hier die weitere Förderung der Kompetenzen der Beschäftigten durch Angebote der Personalentwicklung und Fortbildung, beispielsweise zu Themen wie der Beantragung und Durchführung von EU-Projekten oder der Stärkung der Fremdsprachenkenntnisse. Ziel der Qualifizierungsmaßnahmen ist es, die nötigen Strukturen und Kompetenzen in der Stadtverwaltung auszubauen, um die kommenden internationalen Aktivitäten effektiv durchzuführen und ihr Potenzial voll auszuschöpfen. Bereits über 3.000 städtische Beschäftigte haben ihre interkulturellen Kompetenzen durch Schulungen vertieft.

Drittes Handlungsfeld: Hannovers internationale Bekanntheit steigern

Hannovers Attraktionen international noch bekannter zu machen und ihre Position im internationalen Standortwettbewerb zu verbessern, das steht hinter dem dritten Handlungsfeld. Dazu dienen insbesondere internationale Messen, Großveranstaltungen und auch die aktuelle Bewerbung Hannovers zur Kulturhauptstadt Europas 2025. "Wir haben den großen Vorteil, dass Hannover bereits ein starker und international gut vernetzter Standort ist. Die internationalen Aktivitäten der Landeshauptstadt Hannover können zur weiteren Stärkung des Standorts beitragen, indem sie die Vorzüge Hannovers in Europa und der Welt bekannter machen und die Anbahnung von Kooperations- und Geschäftsprojekten fördern", so Schostok. Allein im April 2019 finden in Hannover drei internationale Großveranstaltungen mit internationalem Publikum statt: die Hannover Messe mit Schweden als Partnerland, der HAJ Hannover Marathon und die internationale Flugmesse Routes Europe 2019.

Viertes Handlungsfeld: Aktive Einbindung und transparenter Austausch 

Für den Erfolg ist die Teilhabe der Stadtgesellschaft unerlässlich. Das vierte Handlungsfeld stellt die aktive Einbindung und den transparenten Austausch und damit die dauerhafte Verankerung der Themen in der Stadtgesellschaft in den Fokus. Beispielsweise sollen über die Organisation internationaler Tage, die Internationalität der Stadt aufgezeigt und für die Einwohner*innen erlebbar gemacht werden. Geplant ist auch eine stärkere Information der Öffentlichkeit über die europapolitische Arbeit der Stadt. Das Europafest am 11. Mai am Opernplatz bietet eine gute Gelegenheit zum Austausch mit den Einwohner*innen über Europa und den europäischen Integrationsprozess, insbesondere im Hinblick auf die Europawahl zwei Wochen später.

Hannover – internationale Stadt: Fakten und Zahlen

Die Landeshauptstadt Hannover ist eine weltoffene, internationale Stadt in der Mitte Deutschlands und Europas. 540.000 Einwohner*innen mit 178 Nationalitäten sprechen 72 verschiedene Sprachen. Über 130 bi-nationale Vereine und Migrant*innen-Selbstorganisationen stützen die Weltoffenheit und den interkulturellen Austausch. Die Stadt hat sechs internationale Städtepartnerschaften, ist in einer Vielzahl von Städtekooperationen, europäischen und internationalen Städtenetzwerken engagiert und nimmt an von der EU finanzierten Kooperationsprojekten teil. Hannover hat sich zu einer europäischen Transport- und Logistikdrehscheibe entwickelt. Es ist ein international gefragter Wirtschafts-, Wissenschaft- und Messestandort mit circa zwei Millionen deutschen und internationalen Besucher*innen von Messen pro Jahr (Bezugsjahr 2017). Jeder achte Studierende der zehn Hochschulen in Hannover kommt aus dem Ausland. Hannover hat einen der größten Stadtwälder Europas und gehört mit zu den grünsten Städten Europas.  Die Herrenhäuser Gärten wurden 2015 als bester historischer Garten Europas ausgezeichnet. Hannover ist eine der 31 UNESCO City of Music Städte weltweit. Die Stadt bewirbt sich aktuell um den Titel Kulturhauptstadt Europas 2025.