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Holocaust-Überlebender

Trauer um Henry Korman

Mit großer Trauer hat Oberbürgermeister Stefan Schostok auf die Nachricht des Todes des Holocaust-Überlebenden Henry Korman reagiert. Korman ist am Abend des 22. Novembers nach kurzer Krankheit im Vinzenzkrankenhaus Hannover im Alter von 98 Jahren verstorben.

Henry Korman © Daniela Finkelstein

Henry Korman

"Hannover wird sich immer herzlich an Henry Korman erinnern, dankbar für seine Bereitschaft zur Versöhnung. Sein Vermächtnis an uns ist nachzulesen in seiner 'Biografie eines Überlebenden' aus dem Jahr 2015. Seine Memoiren sind ein bleibender Schatz, der nicht mit Gold aufzuwiegen ist", sagte Schostok.

Einer der letzten Zeitzeugen

Henry Korman war einer der letzten Zeugen der Schreckenszeit des 20. Jahrhunderts. Er wurde durch das nationalsozialistische Unrechtsregime verfolgt, deportiert, musste um sein Leben kämpfen und überlebte den Todesmarsch vom KZ auf dem Mühlenberg in das Lager Bergen-Belsen, wo er schließlich befreit wurde. Bis auf seine Schwester Genia ("Goldi") wurde seine gesamte Familie von den Nationalsozialisten im Holocaust ermordet.

Engagiert in der Erinnerungskultur

Dass Korman sich nach Lebensstationen in den USA und Israel in Hannover niederließ, ist seiner Begegnung mit Salomon (Salek) Finkelstein zu verdanken. Die Stadt bekam mit Korman einen wachen Geist, der immer wieder mit Sorge auf offenen und latenten Antisemitismus hinwies. Korman war ein reger Teilnehmer und Unterstützer der städtischen Erinnerungskultur, der das ihm widerfahrene Unrecht nicht mit Rache bekämpfte, sondern für Versöhnung eintrat. Seine Begegnungen mit Jugendlichen waren lebendiger Geschichtsunterricht. Sie haben ihm, so sagte er, Mut und Hoffnung gemacht. Eine Erinnerungskultur getragen von der jüngeren Generation war ihm stets ein Anliegen.

Mit der Publikation seiner Biographie im Jahr 2015 hat er ein bleibendes Vermächtnis hinterlassen. So werden seine Erfahrungen dauerhaft für kommende Generationen gesichert.