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Ehemaliger Oberstadtdirektor

Trauer um Hinrich Lehmann-Grube

Hannover trauert um Dr. Hinrich Lehmann-Grube: Der frühere Oberstadtdirektor der Landeshauptstadt starb am Sonntag im Alter von 84 Jahren in Leipzig.

Dr. Hinrich Lehmann-Grube © Ehemaliger OberstadtdirektorStadt Leipzig/Stefan Nöbel-Heise

Ehemaliger Oberstadtdirektor Dr. Hinrich Lehmann-Grube

Oberbürgermeister Stefan Schostok würdigte den Verstorbenen als geradlinigen Verwaltungschef und Vorbild insbesondere nach der Wiedervereinigung. Er sprach seiner Ehefrau Ursula Lehmann-Grube und den Angehörigen im Namen der Landeshauptstadt sein tiefes Mitgefühl aus.

"Mit großer Trauer habe ich – wie sehr viele andere Menschen in Hannover – heute die Nachricht vom Tod Hinrich Lehmann-Grubes aufgenommen. Unser Mitgefühl gilt seiner Frau und seiner Familie. Hannover hat ihm sehr viel zu verdanken. Mehr als ein Jahrzehnt hat er an der Spitze der Stadtverwaltung die Geschicke unserer Stadt maßgeblich bestimmt. Er war ein beliebter Verwaltungschef mit Herz und klarem Kurs", würdigte Oberbürgermeister Schostok den Sozialdemokraten.

Hinrich Lehmann-Grube habe als exzellenter Verwaltungsfachmann Hannover geprägt, unter anderem mit dem Stadtentwicklungsprogramm für die 90er Jahre und dem Kulturvertrag mit dem Land Niedersachsen. Lehmann-Grube sei zudem ein engagierter Verfechter der Idee gewesen, die Weltausstellung EXPO 2000 nach Hannover zu holen.

Schostok stellte auch das besondere Engagement des Verwaltungsjuristen nach der deutschen Einheit heraus, als er nach der Wende 1990 in die Partnerstadt Leipzig zog und dort für acht Jahre Oberbürgermeister wurde.

"Ein absolutes Vorbild"

"Hinrich Lehmann-Grube war ein absolutes Vorbild. Er hat aus meiner Sicht die Wiedervereinigung von allen Politikern – insbesondere aus dem Westen – am konsequentesten verfolgt. Dies zeigt sich bereits darin, dass er vor seiner Wahl zum Leipziger Oberbürgermeister die Staatsbürgerschaft der DDR angenommen hat. Das hat die Menschen in Leipzig überzeugt. Mit seiner unverändert geradlinigen Art war er dort schnell sehr beliebt und hat entscheidend für den Aufschwung in Leipzig nach der Wende gesorgt", so Schostok.

Er erinnere sich noch gut an die erst drei Jahre zurückliegenden Begegnungen mit Lehmann-Grube am Tag der Deutschen Einheit 2014 im Rathaus in Hannover und im selben Jahr in Leipzig anlässlich der Feiern zum 25. Jahrestag der friedlichen Revolution in der DDR.  

Der im Dezember 1932 im ostpreußischen Königsberg geborene Lehmann-Grube wuchs in Hamburg auf. Nach dem Jura-Studium arbeitete er beim Deutschen Städtetag und bei der Stadt Köln, ehe er 1979 in Hannover zum Oberstadtdirektor gewählt wurde. Dieses Amt hatte er bis 1990 inne. Nach dem Fall der Mauer zog Lehmann-Grube nach Leipzig, der Partnerstadt Hannovers. Er kandidierte im Mai 1990 bei den ersten freien Wahlen in der DDR für das Leipziger Stadtparlament und wurde im Juni zum Oberbürgermeister gewählt. Lehmann-Grube blieb bis 1998 Stadtoberhaupt von Hannovers Partnerstadt.