Das offizielle Portal der Region und der Landeshauptstadt Hannover

Veranstaltungen

Dezember 2017
12.2017
M D M D F S S
27 28 29 30 1 2 3
4 5 6 7 8 9 10
11 12 13 14 15 16 17
18 19 20 21 22 23 24
25 26 27 28 29 30 31
Heute | Wochenende | kostenlos | Suche

Zuletzt aktualisiert:

Signal für Hospiz- und Palliativversorgung

Unterzeichnung der Charta Palliativ

Am Freitag, den 29. September unterzeichneten Regionspräsident Hauke Jagau und Oberbürgermeister Stefan Schostok die "Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland". Die Charta setzt sich dafür ein, dass die individuellen Bedürfnisse lebensbedrohlich erkrankter Menschen auf dem Weg des Sterbens gerecht und würdevoll gewahrt werden. Sie soll dazu beitragen, dass Sterben, Tod und Trauer als eine gesellschaftliche Aufgabe stärker thematisiert und in das Bewusstsein der Öffentlichkeit getragen werden.

Zwei Frauen und Zwei Männer sitzen an einem Tisch. Die Männer haben Kugelschreiber in der Hand zum Unterzeichnen eines Dokuments. © LHH

Cora Hermenau, Dezernentin für öffentliche Gesundheit und Sicherheit der Region Hannover, Regionspräsident Hauke Jagau, Oberbürgermeister Stefan Schostok und Konstanze Beckedorf, Sozial- und Sportdezernentin der Landeshauptstadt Hannover (v.l.) bei der offiziellen Unterzeichnung der Charta. 

Die Region Hannover und die Landeshauptstadt Hannover unterstützen diese Ziele: Regionsversammlung und Rat haben einmütig beschlossen, sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten für die Charta einzusetzen. Sie haben die Verwaltungen beauftragt, die Umsetzung der Charta-Leitsätze zu verfolgen.

"Den Initiatorinnen und Initiatoren der Charta, der Hospizbewegung und der Palliativmedizin ist zu verdanken, dass die Begleitung und Versorgung schwerstkranker und sterbender Menschen in den letzten Jahrzehnten große Fortschritte gemacht hat. Nicht zuletzt die steigende Zahl älterer und hochbetagter Menschen, die aufgrund demenzieller Erkrankung, Behinderungen oder ihres kulturellen Hintergrundes besondere Bedürfnisse haben, macht es notwendig, das Thema noch stärker als Aufgabe aller gesellschaftlichen Kräfte zu verstehen. Dafür wollen Region und Stadt ein Zeichen setzen“, erklärten Regionspräsident Hauke Jagau und Oberbürgermeister Stefan Schostok im Rahmen der Unterzeichnung der Charta.

"Der ‚Runde Tisch Palliativ und Hospiz‘ in der Region Hannover hat 2003 die Aufgabe übernommen, alle Einrichtungen zusammenzuschließen, die medizinische, pflegerische und sonstige Leistungen für kranke und sterbende Menschen in der Region Hannover anbieten", erläuterte Jagau. "Damit setzt sich die Region Hannover für eine höhere Transparenz der Angebote, eine Verbesserung der Kooperation und Koordination der bestehenden Einrichtungen sowie die Erleichterung des Zugangs zu Angeboten ein. Wir verfolgen damit Ziele, die dem zweiten Leitsatz der Charta (Anforderungen an die Versorgungsstrukturen) entsprechen. Der Tod ist – so schmerzlich es ist – Teil des Lebens. Jeder wird mit dem Thema irgendwann konfrontiert. Umso wichtiger ist, offen damit umzugehen, damit Sterbende, aber auch Angehörige die Hilfe erhalten, die sie brauchen, und ein Sterben in Würde nicht nur möglich, sondern selbstverständlich ist."

"Für die schwerstkranken und sterbenden Menschen, ihre Familien und ihnen Nahestehende ist entscheidend, die ‚Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen‘ in die Öffentlichkeit zu tragen und zu verbreiten. In ihrem Sinne muss der Dialog über die Inhalte und Ziele gefördert werden, sind die für notwendig erachteten Umsetzungsschritte einzuleiten und in ihrer Wirksamkeit zu überprüfen“, unterstrich Schostok. "Obwohl sich die meisten Menschen wünschen, in ihrer vertrauten Umgebung, im Kreise der Familie und anderer Vertrauenspersonen zu sterben, sterben rund 75 Prozent aller Menschen in Deutschland in Krankenhäusern oder für sie fremden Einrichtungen. Gemeinsam müssen wir alle daran arbeiten, kontinuierlich die Qualifikation des Betreuungs- und Pflegepersonals auszubauen. Die Charta gibt da zum Beispiel mit ihrem dritten Leitsatz (Anforderungen an Aus,- Weiter- und Fortbildung) gute Hinweise."

Weitere Informationen zur Charta

Träger der Charta sind die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP), der Deutsche Hospiz- und Palliativverband (DHPV) und die Bundesärztekammer (BÄK).

Der Deutsche Städtetag war an der Entwicklung beteiligt.

Die erste öffentliche Vorstellung erfolgte am 8. September 2010 in Berlin: Darstellung des Ist-Zustandes in der Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland; verbunden mit Handlungsoptionen und einer Selbstverpflichtung für die Zukunft.

Neuauflage 2015, um einen Ausblick zur Umsetzung erweitert. Daran anknüpfend wurden Handlungsempfehlungen im Rahmen einer nationalen Strategie veröffentlicht.

Hospiz- und Palliativgesetz (HPG), Dezember 2015, reagiert auf die zunehmenden Herausforderungen einer alternden Gesellschaft und die damit verbundenen Anforderungen an die Begleitung schwerstkranker und sterbender Menschen bis ans Lebensende.

Empfehlungspapier des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge e.V. (DV) im März 2017 mit Anregungen für die Weiterentwicklung der hospizlichen Begleitung und Palliativversorgung älterer und hochaltriger Menschen.

Juli 2017: 1.582 Organisationen und Institutionen, darunter Landesministerien, Landeshauptstädte, Städte, Kreisstädte und Landkreise, sowie 17.275 Einzelpersonen haben die Charta unterschrieben.

Leitsätze der Charta:

  1. Gesellschaftspolitische Herausforderungen – Ethik, Recht und öffentliche Kommunikation
  2. Bedürfnisse der Betroffenen – Anforderungen an die Versorgungsstrukturen
  3. Anforderungen an die Aus-, Weiter- und Fortbildung
  4. Entwicklungsperspektiven und Forschung
  5. Die europäische und internationale Dimension

Hospizdienste und Palliativstationen in der Stadt Hannover und den 20 übrigen Regionskommunen

Ambulante Hospizdienste:
Zurzeit 13 regionsweit (rund 1.500 bundesweit), davon für Erwachsene fünf im Stadtgebiet, sieben im Umland Hannovers; einer für Kinder und Jugendliche, zuständig für Stadt und Umland

Stationäre Hospize für Erwachsene: 
Drei, im Stadtgebiet (221 in Deutschland) und zwei weitere in Gründungsüberlegungen in Burgwedel und Barsinghausen

Stationäre Hospize für Kinder: 
Keins (14 in Deutschland), das nächstgelegene in Syke

Palliativstationen und –einheiten:
Vier in der Region Hannover (304 in Deutschland), davon drei im Stadtgebiet

Teams der spezialisierten allgemeinen Palliativversorgung (SAPV-Teams):
Vier in der Region (deutschlandweit fast 300), drei davon zuständig für das Stadtgebiet