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Ehrung

Verdienstkreuz für Prof. Dr. Dr. Christa Rohde-Dachser

Für wissenschaftliches Engagement: Im Auftrag des Bundespräsidenten hat Sabine Tegtmeyer-Dette, Erste Stadträtin und Wirtschafts- und Umweltdezernentin, am 20. Mai das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland an Prof. Dr. Dr. Christa Rohde-Dachser ausgehändigt. 

Zwei Frauen in einer Stube. © LHH

Hannovers Erste Stadträtin und Wirtschafts- und Umweltdezernentin Sabine Tegtmeyer-Dette mit Prof. Dr. Dr. Christa Rohde-Drechsler in der Ratsstube des Neuen Rathauses.

Die Soziologin und Psychoanalytikerin erhielt die Auszeichnung für 20 Jahre ehrenamtliches Engagement und außerordentliches Wirken in den Bereichen der Wissenschaft und Medizin.

Aus der Laudatio

Prof. Dr. Dr. Rohde-Dachser war beruflich von 1972 bis 1986 als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Psychiatrischen Klinik der Medizinischen Hochschule Hannover tätig. Dort übernahm sie von 1976 bis 1988 die Leitung der Psychotherapeutischen Weiterbildung für Ärzte und Psychologen und wurde 1986 zur außerplanmäßigen Professorin ernannt. 1987 ging sie an die Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main und hatte dort bis zu ihrer Emeritierung im Jahr 2002 die Professur am dortigen Institut für Psychoanalyse inne. 1994 gründete sie das Institut für Psychoanalyse der Deutschen Psychoanalytischen Gesellschaft (DPG) Frankfurt/Main. An diesem Aus- und Weiterbildungsinstitut können Studierende der Psychologie im Anschluss an ihr Studium eine ergänzende psychotherapeutische Ausbildung auf den Fachgebieten der Psychoanalyse und Tiefenpsychologie absolvieren. Das Amt der Vorsitzenden übte sie bis 2004 aus und war von 2002 bis 2008 auch Leiterin der Ambulanz.

Bis heute ist sie als Dozentin, Supervisorin und Lehranalytikerin tätig. 2009 gründete sie ferner die Stiftung zur Förderung der universitären Psychoanalyse, mit dem Ziel, die Forschung sowie die Aus- und Weiterbildung in der Psychoanalyse zu fördern. Daraus folgte die Errichtung der "International Psychoanalytic University Berlin gGmbH" (IPU), ebenfalls im Jahr 2009. Diese wird seit der Gründung von der Stiftung institutionell unterstützt und baute außerdem ein eigenes Förderprogramm auf. Die Stiftung erhielt 2004 für ihre hervorragende Arbeit den Preis "Wissenschaftsstiftung des Jahres" der Deutschen Universitätsstiftung. Die IPU, die zu diesem Zeitpunkt die erste Hochschuleinrichtung für Psychoanalyse in Deutschland war, wurde auf Initiative von Prof. Dr. Dr. Rohde-Dachser gegründet. Seit 2014 ist sie als Hochschule akkreditiert und staatlich anerkannt. Seit der Gründung ist Prof. Dr. Dr. Rohde-Dachser Vorsitzende des Stiftungsrates und stellvertretende Vorsitzende des Aufsichtsrates. 

Seit vielen Jahren ist Frau Professorin Rohde-Dachser außerdem Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Psychoanalyse, Psychotherapie, Psychosomatik und Tiefenpsychologie (DGPT) und dort als Lehranalytikerin tätig. Zusätzlich ist sie Mitglied der DPG (Deutsche Psychoanalytische Gesellschaft), bei der sie 1981 zur Lehranalytikerin ernannt wurde und 2013 die Ehrenmitgliedschaft erhielt hat. Sie ist seit 2001 Mitglied der Internationalen Psychoanalytischen Vereinigung (IPV) und auch hier seit 2007 Lehranalytikerin. 2014 wurde Prof. Dr. Dr. Mitglied des Stiftungsrates des Deutschen Stiftungszentrums. Darüber hinaus ist sie Mitglied zahlreicher weiterer Vereinigungen und Gremien. Sie war ebenfalls viele Jahre lang Mitherausgeberin der medizinischen Zeitschriften "Psyche" und "Forum der Psychoanalyse" sowie der Buchreihe "Psychoanalyse im 21. Jahrhundert". Sie ist Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats bei "Forum der Psychoanalyse" und Beiratsmitglied bei "Psychoanalyse im 21. Jahrhundert". In den Bereichen der Psychologie, Psychotherapie und Psychoanalyse genießt Professorin Rohde-Dachser einen hervorragenden Ruf als Wissenschaftlerin. Sie hat sich große Verdienste um die Forschung und Lehre in der Psychoanalyse erworben. 2009 wurde sie für ihre herausragenden wissenschaftlichen Leistungen auf dem Gebiet der Borderlinestörungen mit dem Margit-Egnér-Preis der Universität Zürich ausgezeichnet. Mit dieser Auszeichnung soll das langjährige außerordentliche und nachhaltige Wirken von Frau Professorin Rohde-Dachser in Form einer Lebenswerkehrung gewürdigt werden.

Hintergrund

Das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens wird an Bürger*innen für politische, wirtschaftliche, soziale und geistige Leistungen verliehen sowie darüber hinaus für alle besonderen Verdienste um die Bundesrepublik Deutschland wie zum Beispiel im sozialen und karitativen Bereich. Es ist die einzige allgemeine Verdienstauszeichnung in Deutschland und damit die höchste Anerkennung, die die Bundesrepublik für Verdienste um das Gemeinwohl ausspricht. Eine finanzielle Zuwendung ist mit der Verleihung des Verdienstordens nicht verbunden. Jeder kann die Verleihung des Verdienstordens an eine andere oder einen anderen anregen.