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Auszeichnung der Landeshauptstadt

Vier Stadtplaketten verliehen

Auf Beschluss des Verwaltungsausschusses der Landeshauptstadt erhalten in diesem Jahr vier Hannoveranerinnen und Hannoveraner die Plakette für Verdienste um die Landeshauptstadt Hannover. Am 21.Juni 2018 wurden Renée Bergmann, Michael Fürst, Jorge Guardia Lupianez sowie Dagmar Plentz-Brand von Oberbürgermeister Stefan Schostok geehrt.

Alle ausgezeichneten Personen haben sich durch ihr vielfältiges ehrenamtliches Engagement in herausragender Weise Verdienste um die Landeshauptstadt Hannover erworben. Nachfolgend die Begründungen für die hohe Auszeichnung:

Renée Bergmann

Frau Renée Bergmann engagiert sich mit großem Einsatz in dem Verein "Unterstützerkreis Flüchtlingsunterkünfte Hannover e.V.", der seine Arbeit allen Flüchtlingsunterkünften in Hannover widmet. Seit 2014 ist sie Erste Vorsitzende des Vereins. Frau Bergmann organisiert und begleitet ehrenamtlich verschiedenste Projekte. So initiiert sie Nachbarschaftskreise und offene Vereinstreffen. Durch die Vernetzung dieser Gruppen ist es ihr gelungen, Aktionen und Spenden besser zu koordinieren. Sie hilft bei der Verknüpfung von Vereinen und Organisationen, um Flüchtlingen einen erfolgreichen Start in Hannover zu ermöglichen. Dabei geht es ihr immer um beständige und zielgerichtete Hilfeleistungen. Besonders wichtig ist ihr der Deutschunterricht und die berufliche Weiterbildung. Frau Bergmann ist auch Initiatorin des Bürgerbündnisses "Menschen verbinden Menschen". Dieses Bündnis hat sich als Ziel gesetzt, jedem Flüchtling eine ehrenamtliche Patin oder einen ehrenamtlichen Paten an die Seite zu stellen, um weitgehende Hilfe bei der Integration zu bieten. Frau Bergmann hat selbst eine Patenschaft für eine junge Kenianerin übernommen.

Michael Fürst

Herr Michael Fürst engagiert sich seit vielen Jahren mit außerordentlichem Einsatz gegen Rassismus, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit. So besucht er mit großem Engagement hannoversche Schulen, um dort Aufklärungsarbeit zu betreiben. Er berichtet authentisch und sehr persönlich vor Schülerinnen und Schülern über das Schicksal seiner Familie in Hannover und steht ihnen Rede und Antwort. Den Erhalt und den Besuch von Gedenkstätten als Orte des Lernens unterstützt Herr Fürst mit großem Engagement. Besonders wichtig ist ihm der interreligiöse Dialog. Er pflegt einen intensiven Kontakt zu allen christlichen Konfessionen und beteiligt sich aktiv am Dialog zwischen der Jüdischen und der Palästinensischen Gemeinde. Herr Fürst ist Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Hannover K.d.ö.R. und seit 1980 Präsident des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden in Niedersachsen. Sein bisweilen auch kämpferischer Einsatz für eine lebendige Erinnerungskultur in Hannover ist beispielgebend.

Jorge Guardia Lupianez

Unter dem Künstlernamen Jorge La Guardia setzt Herr Jorge Guardia Lupianez seit vielen Jahren in der Kunstlandschaft der Landeshauptstadt Hannover Akzente. Erste kleinere Stahlplastiken, Terrakotten und Miniaturen entstanden bereits einige Jahre nachdem er 1961 von Spanien nach Hannover gezogen war. Später kamen auch Arbeiten aus Stahl, Blech, Kupfer und Beton dazu. Als Herr Guardia Lupianez 1975 sein erstes eigenes Atelier in der Landeshauptstadt einrichtete, das ihm sowohl als Werkstatt wie auch als Ausstellungsraum diente, konnte er endlich große Freiplastiken aus Eisen und Stahl fertigen. Damals wurden in der Gartenstadt Tollenbrink in Hannover die ersten Großplastiken von Herrn Guardia Lupianez enthüllt: "Altamira, Dona Rosita und Antonio". Es folgten der "Machu-Picchu-Brunnen" am Roderbruchmarkt und die "Durchdringung" an der Berliner Allee, für die Herr Guardia Lupianez 1978 den ersten Preis der Lüder-Stiftung erhielt. Diese beeindruckenden Kunstwerke sind seitdem aus dem hannoverschen Stadtbild nicht mehr wegzudenken. Ab 1980 füllten Malerei und Zeichnungen mehr und mehr das Sujet seines künstlerischen Werkes. Die Anwendung verschiedener Techniken und die Lust am Experiment führten zu unterschiedlichsten Ergebnissen in verschiedenen Bereichen. In seiner Kunst findet sich immer wieder seine enge Verbundenheit mit der iberischen Halbinsel. Diese zeigt sich auch in einer weiteren Leidenschaft des Künstlers: Noch heute erfreut er die hannoversche Flamenco-Szene als Sänger und Gitarrist.

Dagmar Plentz-Brand

Frau Dagmar Plentz-Brand initiiert seit über 30 Jahren ehrenamtlich Kunstprojekte mit regionalen und internationalen Künstlerinnen und Künstlern. Die gebürtige Hannoveranerin absolvierte ihr Studium der Freien Malerei an der Werkkunstschule Hannover bei Gerhard Wendland und J.G. Geiger. Jahrzehnte war Frau Plentz-Brand als Dozentin an der Volkshochschule Hannover tätig und im "Bund bildender Künstler" gehörte sie viele Jahre zum Vorstand. 1991 gründete sie mit Jot Claus die Künstlergruppe "Gruppe 7". Sieben Kunstschaffende mit sehr unterschiedlichen Positionen wollten mit ihren Werken die Stadt- und Landkultur bereichern und ihre Kunst einem breiten Publikum zugänglich machen. Dies gelang immer wieder mit Projekten wie der "Figurale" 2007 in den Herrenhäuser Gärten und vielen wechselnden Ausstellungen an verschiedenen Flächen unserer Stadt. Herauszuheben ist ebenso "Wintergärten in der Güntherstraße": Für dieses Werk wurde 1995 der erste Stadtkulturpreis durch den Freundeskreis Hannover e.V. verliehen. In der Kunst von Frau Plentz-Brand ist alles möglich: Es gibt sowohl Ausstellungen, wie auch Aufführungen und CD-Einspielungen, wobei sie sich stets an gesellschaftlichen Dingen orientiert. Mit ihren Arbeiten erzählt sie Geschichten: So ordnen sich isolierte Gegenstände und Begriffe zu einer Choreographie, die den Betrachtenden ein Spektrum der unterschiedlichsten Sichtweisen ermöglicht. Frau Plentz-Brand ist weit über die Grenzen Hannovers hinaus eine allseits bekannte und geschätzte Künstlerin.