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Ergebnisbericht

Wanderungsmotivbefragung 2017

Der Bereich Stadtentwicklung der Landeshauptstadt Hannover (LHH) hat im vergangenen Jahr Einwohnerinnen und Einwohner befragt, die im Zeitraum Oktober 2015 bis September 2016 innerhalb Hannovers umgezogen sind. Der Bericht mit den Ergebnissen wurde am 15. Mai veröffentlicht.

Ergebnisse zu folgenden Themenbereichen sind im Bericht zur Wanderungsmotivbefragung 2017 enthalten:  

  • Haushaltsstruktur der umziehenden Haushalte
  • Wohndauer
  • Umzugsgründe
  • Art und Dauer der Wohnungssuche
  • Räumliche Aspekte/Muster der innerstädtischen Umzüge
  • Wohnverhältnisse vor und nach dem Umzug
  • Zufriedenheit mit der Wohn- und Lebensqualität im vorherigen und im jetzigen Wohnquartier

Die Ergebnisse der Befragung basieren auf einer validen Basis (insgesamt 4.835 auswertbare Fragebögen) – die wichtigsten Aussagen in der Zusammenfassung:

  • 2015 zogen 7,4 Prozent aller Einwohnerinnen und Einwohner innerhalb der Stadt Hannover um. Die Veränderung des Wohnungsmarktes in den letzten Jahren hat dazu geführt, dass die Umzugsintensität gesunken ist.
  • Die Umzüge sind geprägt durch jüngere Menschen: 38 Prozent aller umziehenden Personen sind im Alter zwischen 18 und 29 Jahren.
  • Die größte Gruppe der innerhalb der Stadt umziehenden Haushalte sind Paare ohne Kinder im Alter zwischen 18 und 35 Jahren (24 Prozent). Danach folgen Paare mit Kindern im Alter zwischen 30 und 45 Jahren (14 Prozent).
  • Häufig sind es gleichzeitig mehrere Gründe, die zu einem Umzug führen. Die drei am häufigsten genannten Gründe sind dabei der Zusammenzug mit der/dem PartnerIn (18 Prozent), der Wunsch nach einer größeren Wohnung (14 Prozent) sowie die Trennung von einer/einem PartnerIn beziehungsweise der Tod der Partnerin/des Partners (neun Prozent).
  • Vor dem Hintergrund eines enger gewordenen Wohnungsmarktes wäre für 21 Prozent aller umgezogenen Haushalte auch ein Umzug ins Umland in Frage gekommen. Noch stärker trifft dies auf Familien mit Kindern (37 Prozent) zu.
  • Die Suchdauer hat sich deutlich erhöht: Knapp die Hälfte (48 Prozent) aller umgezogenen Haushalte suchte vier Monate oder länger, ein Viertel (26 Prozent) sogar länger als ein halbes Jahr.
  • Besonders lange mussten Familien suchen: 43 Prozent suchten länger als sechs Monate, ein Viertel dieser fand sogar erst frühestens nach 12 Monaten eine neue Wohnung/ein neues Haus.
  • Die umziehenden Haushalte bevorzugen einen Verbleib im bisherigen Stadtteil, so suchten 39 Prozent im gleichen Stadtteil und 32 Prozent in einem angrenzenden Stadtteil.
  • Die bei der Wohnungssuche beliebtesten Stadtteile sind Linden-Mitte, Linden-Nord, Südstadt, List, Oststadt, Nordstadt sowie Bult und Kirchrode.
  • Drei Viertel Prozent aller umziehenden Haushalte wohnen vor und nach dem Umzug in einer Mietwohnung, der Anteil der Eigentümer-Haushalte erhöht sich um sechs Prozentpunkte. Eine Ausnahme bilden hier die Familien: 22 Prozent ziehen von einer Mietwohnung in ein Eigenheim und neun Prozent von einer Mietwohnung in eine Eigentumswohnung.
  • 57 Prozent aller umziehenden Haushalte verfügen nach dem Umzug über mehr Wohnfläche als vor dem Umzug.
  • Zwei Drittel (66 Prozent) aller umziehenden Haushalte müssen aber nach dem Umzug auch mehr für die Miete aufwenden als vorher.

 Hintergrund der Befragung

Der Wohnungsmarkt in der LHH hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verändert. Durch die seit 2005 steigende Bevölkerung und die weiterhin wachsende Zahl an Haushalten hat sich insbesondere die Nachfrage nach Wohnraum erhöht. Zugleich führen der soziale und demografische Wandel und die damit einhergehende Ausdifferenzierung der Lebensformen dazu, dass auch zukünftig weitere Veränderungen für das Wohnen erwartet werden können. Vor diesem Hintergrund hat die LHH bereits 2013 das "Wohnkonzept 2025" erarbeitet, das Maßnahmen zur Intensivierung des Wohnungsneubaus und zur Förderung des preisgünstigen Wohnungsmarktsegments im Neubau und im Wohnungsbestand vorsieht. Zuletzt gab es eine vergleichbare Wanderungsmotivbefragung im Jahr 2005 (Veröffentlichung im Januar 2006). Die LHH nutzt die ermittelten Daten für die Stadtentwicklung. Im Rahmen wohnungspolitischer Maßnahmen sind empirisch abgesicherte Informationen zu den aktuellen Nachfragestrukturen und zu den Einschätzungen und Bewertung der wohnungssuchenden Haushalte von großer Bedeutung. Die aktuelle Veröffentlichung kann hier kostenlos heruntergeladen werden: