HANNOVER.DE | Das offizielle Portal der Region und der Landeshauptstadt Hannover

Zuletzt aktualisiert:

Toiletten sind keine Selbstverständlichkeit

Welttoilettentag am 19. November

Den Welttoilettentag am 19. November nimmt die Stadtentwässerung Hannover wieder zum Anlass, für einen bewussten Umgang mit der Toilette und dem kostbaren Gut Wasser zu werben.

Eine Plastikente mit Pömpel, auf der "Wir klären das" steht. © LHH

Eine Ente der Stadtentwässerung Hannover. 

Die meisten der mehr als 80 Millionen in Deutschland lebenden Menschen können sich glücklich schätzen, denn sie haben nicht nur sauberes Trinkwasser, sondern können dieses nach Nutzung auch hygienisch entsorgen. Allermeist geschieht dies über das stille Örtchen. Geschätzt 2,5 Milliarden Menschen auf der Welt hingegen steht keine sanitäre Grundversorgung zur Verfügung. Mit Krankheitskeimen und anderen Stoffen belastetes Abwasser verschwindet dort im Boden, in Flüssen oder Seen, wo es die Trinkwasserquellen belastet und besonders in feuchtwarmen Regionen regelmäßig zu Ausbrüchen von Seuchen führt.

Toiletten sind keine Selbstverständlichkeit 

Am anderen Ende der Skala stehen die asiatischen Länder Japan, Südkorea und Singapur, in denen die Toilette nicht einfach ein Abort ist, sondern wo sie permanent weiterentwickelt wird und als Hightech-Produkt über diverse Funktionen verfügt: beheizte oder gepolsterte Sitzbrille, Wasserstrahl mit Temperatur- und Druckregulierung, Flüssigseife, Fön sowie "plätschernde" Musik auf Knopfdruck, um dem Schamgefühl der Nutzer*innen entgegenzukommen. Singapur war es auch, wo Ende der Neunzigerjahre Jack Sim die "World Toilet Organisation" (WTO) gründete, um weltweite Aufmerksamkeit auf die Toilette zu lenken.

Rund 3,3 Tonnen Abfall holen die Kläranlagen täglich aus dem Abwasser

Weiterhin problematisch sind dort wie hierzulande die unerwünschten und ebenso unnötigen "Nebenprodukte" – rund 3,3 Tonnen an Abfall holen allein die Kläranlagen Herrenhausen und Gümmerwald pro Tag aus dem Abwasser. Plastik, Binden, Tampons, Feucht- und Desinfektionstücher, die nicht im Wasser zerfallen, verursachen große Probleme in Kanalisation, Pumpwerken und Reinigungsstufen. Essensreste ziehen unweigerlich Schädlinge wie Ratten an.

Stadtentwässerung bietet Infomaterial 

Tipps, damit es in Toilette und Co. auch künftig reibungslos abläuft, gibt es in der Mediathek auf www.stadtentwässerung-hannover.de. Neben einer Vielzahl an Broschüren und Flyern rund um das Thema Abwasser sind über diesen Weg die beliebten Paul-Pümpel-Malhefte erhältlich. Sie können, ebenso wie die WC-Aufkleber "Kein Müll ins Klo", auf Anfrage kostenfrei bezogen werden.

Über die Stadtentwässerung 

Seit rund 125 Jahren sorgt die Stadtentwässerung Hannover auf hohem Niveau für Wasserqualität für derzeit rund 750.000 Menschen im Stadtgebiet und in den Umlandgemeinden. Mit 2.538 Kilometern Länge verfügt Hannover nach Hamburg und Berlin über das drittlängste Kanalnetz in Deutschland. Hinzu kommen zwei Großklärwerke mit einer Ausbaugröße von 1.250.000 sogenannten Einwohnergleichwerten (EGW), in denen jedes Jahr rund 60 Millionen Kubikmeter Abwasser gereinigt werden. Die Stadtentwässerung schafft damit eine wesentliche Voraussetzung für gesundes und umweltbewusstes Leben in der Stadt. Mit einem Anlagenwert von 812 Millionen Euro sind die Entwässerungsanlagen eine der größten Vermögenspositionen der Landeshauptstadt Hannover.