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Kampagne Fairtrade Towns

Zehn Jahre Fairtrade-Stadt: Hannover feiert Jubiläum

Die Landeshauptstadt Hannover ist seit zehn Jahren „Fairtrade-Stadt". Dieser Titel, der von dem Verein TransFair e.V. im Rahmen der Fairtrade-Towns-Kampagne vergeben wird, zeichnet die Stadt Hannover für ihr Engagement für den Fairen Handel und globale Gerechtigkeit aus.

2010 erhielt die Landeshauptstadt Hannover erstmals – und als erste Stadt Niedersachsens – diese Auszeichnung, die in diesem Jahr zum vierten Mal erneuert wurde.

In Hannover setzen sich seit vielen Jahren zahlreiche Menschen dafür ein, dass Produzent*innen in den Ländern des globalen Südens gerecht entlohnt werden und gute Arbeitsbedingungen vorfinden, damit ihnen eine würdige Existenz und Zukunftsperspektive ermöglicht wird.

„Auch wir als Stadtverwaltung haben eine Verantwortung gegenüber Menschen in anderen Ländern. Deshalb gehen wir mit gutem Beispiel voran“, betont Oberbürgermeister Belit Onay. „Bereits 2005 hat der Rat der Landeshauptstadt Hannover den Beschluss gefasst, keine Produkte aus ausbeuterischer Kinderarbeit zu beschaffen. So gibt es etwa bei Sitzungen im Neuen Rathaus fair gehandelten Kaffee, Tee und Orangensaft. Darüber hinaus organisiert unser Agenda 21- und Nachhaltigkeitsbüro jedes Jahr Aktionen zur Fairen Woche und hält eine Reihe an Bildungsangeboten für Schulen und Kitas bereit".

Nicht nur die Stadtverwaltung leistet einen Beitrag zur Erfüllung der „Fairtrade Town“- Kriterien. Auch in der Stadtgesellschaft und im Einzelhandel kommen immer mehr faire Produkte zum Einsatz. Einer der Vorreiter in Sachen „Fairer Handel“ ist der Allerweltsladen in Linden, der im nächsten Jahr sein 40-jähriges Jubiläum feiert. Kund*innen können dort zum Beispiel Lebensmittel, Kunsthandwerk oder Kleidung kaufen. Die überwiegend ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen organisieren zudem Vorträge, Produzent*innenbesuche und bieten Workshops für Schulklassen an.

Wie wichtig der „Faire Handel“ gerade in der Corona-Krise ist, erläutert Ina Lüdecke vom Allerweltsladen: „Während der Corona-Epidemie haben wir viel Unterstützung von unseren Kund*innen durch deren bewusste Kaufentscheidung erfahren. Das war und ist sehr wichtig, da unsere Handelspartner*innen in den Ländern des Südens besonders hart betroffen sind. Aufgrund der dortigen Ausgangssperren konnten viele nichts produzieren oder verschiffen und hatten somit kein Einkommen“.

Auch viele junge Menschen in Hannover leisten einen Beitrag dazu, die Lebensbedingungen der Produzent*innen zu verbessern. Die Kampagne „Fairtrade-Schools“ von TransFair e.V. motiviert Schulen, das Thema „Fairer Handel“ in den Schulalltag zu verankern und bei Schüler*innen ein Bewusstsein für nachhaltige Entwicklung zu schaffen. Mit zehn ausgezeichneten Schulen ist Hannover bundesweit eine der Städte mit den meisten „Fairtrade-Schools“. 

Wie das Thema auch außerhalb der Schule in der Jugendarbeit eingebracht werden kann, erläutert Ann- Kathrin Schmeink vom Pfadfinderstamm „Heilige Engel Hannover“ der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg (DPSG):

„Wir beschäftigen uns regelmäßig in unseren Kinder- und Jugendgruppen mit dem Thema globale Gerechtigkeit und möchten die Kinder immer wieder dafür sensibilisieren. Wir kaufen bestimmte Produkte wie Textilien, Bananen und Schokolade nur fair ein, kochen gemeinsam oder planen Aktionen wie zum Beispiel ein gemeinsames ‚faires Frühstück‘. Auch beim ‚fairen Brunch‘ am Kröpcke sind wir jedes Jahr mit einer Jurte vertreten. Dafür sind wir 2015 von Transfair e.V. zum ersten ‚Fairtrade-Scout-Stamm‘ ausgezeichnet worden. Wir möchten Vorbild für viele andere Stämme sein.“

Das zehnjährige Jubiläum als „Fairtrade-Stadt“ sollte am 25. November in einer Feierstunde mit Hannovers Erster Stadträtin und Wirtschafts- und Umweltdezernentin Sabine Tegtmeyer-Dette gewürdigt werden. Wegen der Corona-Pandemie musste die Veranstaltung abgesagt werden. Dieter Overath, Geschäftsführer vom Verein TransFair e.V. hat nun eine Videobotschaft für die Stadt und die Schulen übersandt.

„Wir freuen uns sehr über die Wiederauszeichnung“ sagt Oberbürgermeister Onay. „Zugleich ist immer noch mehr möglich. Jede und jeder kann einen Beitrag leisten. Ich wünsche mir, dass wir es schaffen, innerhalb wie außerhalb der Stadtverwaltung noch mehr Menschen zu erreichen, die sich für eine friedliche und gerechte Zukunft einsetzen.“